Montag, 28. September 2015
Herr F. ist ein Naturkind genau wie ich. Als ich klein war, habe ich tonnenweise Blumensträuße gepflückt, Steine und Blätter gesammelt, Kastanien gehortet und Moosmännchen gebaut. Herr F. und ich, wir sehen keine vergammelten Laubhaufen, wir sehen viele tausend einzelne Schönheiten. Und genau wie ich sitzt er auf dem Spielplatz selten mit anderen Kindern zusammen, sondern bäckt konzentriert einen Sandkuchen nach dem anderen. Manchmal tritt jemand darauf, dann schaut er mich traurig an und knetet seine Ohren.
Gestern saßen wir fast zwei Stunden lang im Park auf der Wiese und haben bunte Kirschbaumblätter zusammengetragen, in seinem kleinen Abschlepptruck gesammelt und in die Luft geworfen. Es gibt so Momente, da ist die Welt in Ordnung.
Samstag, 26. September 2015
Diese Woche war es etwas ruhiger um mich - Dienstag habe ich mir mit wer-weiß-was den Magen verrenkt, hatte vier Tage lang Bauchkrämpfe und Schmerzen und die ganze Zeit so ein ekliges Gluckern im Bauch, als hätte jemand Brausepulver reingeworfen. Meine Ernährung fiel dementsprechend einseitig aus - Haferbrei, Zwieback und mit viel Vorsicht eine Möhren-Kürbis-Suppe - und auch heute wird mein Samstagskaffee neben einem Glas Haferschleim, oder wie man in Hipsterhausen sagt, Overnight Oats, serviert:
Das Rezept ist einfach: 4 bis 5 EL Haferflocken und 1 EL Kokosraspel mit warmer Milch übergießen, Deckel zu und über Nacht im Kühlschrank weichen lassen. Am nächsten Morgen zwei TL Honig einrühren, fertig ist das magenschonende Matschfrühstück. Eigentlich mag ich keinen Brei und allgemein zu weiches Essen, also musste ich mich etwas überwinden. Aber wer die Konsistenz mag, für den sind Overnight Oats definitiv ein gesundes, leckeres und schnelles Frühstück. Auch wenn es eigentlich nur Birchermüsli für Hipster ist.
Ein weiteres gut funktionierendes Hausmittelchen gegen Krämpfe und Bauchschmerzen (auch menstruelle) ist Pfefferminztee. Da ich neulich meine Minze auf dem Balkon vereinzelt und ausgesetzt habe und sie zuverlässig sofort angefangen hat, zu wuchern, habe ich ihn aus frischen Blättern angesetzt:
Ein Zweigchen oder zwei zerpflücken, mit heißem Wasser übergießen und einen TL Honig einrühren. Minze wirkt desinfizierend, krampflösend und erfrischend, außerdem wirkt das Menthol gegen das leichte Hungergefühl, dem man eher zurückhaltend nachgeben sollte. So ausgerüstet, habe ich zumindest das Gröbste überstanden.
What else is new?
Morgen gehen die Einschreibungen los und ich stehe wieder vor der schweren Balance zwischen "Das interessiert mich" und "Das brauch ich im Studienverlaufsplan" - in dem ist nämlich genau festgelegt, wieviel ich wovon machen muss, und wenn ich halbwegs pünktlich fertig werden möchte, muss ich mich daran halten. Eigentlich würde ich gerne jetzt mein Mittelaltermodul erledigen, aber irgendein Scherzkeks hat sich ausgedacht, dass die Veranstaltungen dieses Semester alle abends stattfinden. Vielleicht hole ich endlich Latein nach oder springe in die Neuere Geschichte. Arabisch mache ich auch weiter, jetzt wo ich schon mal damit angefangen habe.
Letzte Woche habe ich mich mithilfe der
fruchtbar.org-Karte auf die Suche nach Wildobst gemacht. Und einiges gefunden. Zum Beispiel Wildäpfel:
Die meisten anderen Früchte, die ich im Auge habe, sind demnächst ebenfalls reif. Ich habe noch einen ganzen Post zum Sammeln und Verarbeiten in Arbeit, also dazu später mehr.
Donnerstag, 24. September 2015
ottos mops trotzt
otto: fort mops fort
ottos mops hopst fort
otto: soso
otto holt koks
otto holt obst
otto horcht
otto: mops mops
otto hofft
ottos mops klopft
otto: komm mops komm
ottos mops kommt
ottos mops kotzt
otto: ogottogott
ernst jandl. |
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Samstag, 19. September 2015
Während ich hier schreibe, sitze ich in der Küche, trinke einsam und alleine meinen Kaffee und habe Angst, das Kind zu wecken. Mein Smartphone, das sonst immer die Fotos für mich macht, wenn ich zu faul bin, die Spiegelreflex zu holen, liegt leider im Kinderzimmer, und so spiel ich ein bisschen mit meiner Webcam herum:
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| C-O-F-F-E-E |
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| The one and only Kitler Ziggy Stardust |
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Die Spüle im Hintergrund ist übrigens von Ikea und wie die ganze Küche so auf unseren Riesenhaushalt eingestellt, dass die meisten unserer Besucher einen von uns fragen müssen, wenn sie etwas brauchen.
Diese Woche stand ganz im Zeichen der Hausarbeit - im doppelten Sinne: Dienstagabend, kurz vor Mitternacht und damit Ende der Frist, habe ich meine Arbeit in Alter Geschichte abgeschickt (Applaus, Applaus)! Die Professorin war extrafleißig und hat mir bereits die Note zurückgeschrieben: 1,7 (Tosender Applaus!). Damit ist das Semester jetzt endlich abgeschlossen und ich kann mich der Planung des nächsten widmen.
Der andere Wortsinn bestimmte den Rest der Woche: Meine neugewonnene "Freizeit" konnte ich nicht genießen, dafür war im Haushalt zu viel aus den schlumpigen letzten Wochen nachzuholen. Außerdem ist wieder einmal die Tagesmutter ausgefallen und der kleine Herr F. wollte ebenfalls betreut werden. Apropos: Wie lange geht eigentlich diese furchtbare Trotz- und Ningelphase noch? Das Kind treibt mich in den Wahnsinn mit seiner Sturheit.
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| Mehr Webcamblödsinn |
Heute steht noch eine Geburtstagsfeier an. Der kleine Herr F. kommt mit, und so werden wir vermutlich brav um acht wieder abziehen, aber vorher fleißig Flammlachs, feurige Hähnchenspieße und Steaks verschlingen, und Muttern wird genauso fleißig mit Bier nachspülen (der große Herr M. trinkt nicht).
Fröhliches Wochenende!
Mittwoch, 16. September 2015
Das Furchtbare an Kindern ist, dass sie nicht aufhören zu wachsen, und ständig neue Sachen brauchen. Ein Jahreszeitenwechsel verschlingt also gern mal Unsummen für Schuhe (wann sind die eigentlich so teuer geworden?), Hosen und Shirts. Bisher konnten wir uns noch ganz gut mit den abgelegten Sachen der Cousins und Cousinen behelfen und mussten nur etwa die Hälfte der Garderobe selbst kaufen. Aber Rieseneltern machen Riesenkinder, und mein Zweijähriger hat die beiden drei- beziehungsweise vierjährigen Cousinchen längst eingeholt. Dafür können wir dem nächsten Kind schon selbst Sachen weiterreichen.
Also steht diesen Herbst viel Selbstgemachtes auf der Liste. Den Anfang macht diese schmucke Baumwoll-Herbstmütze, auf die ich ein bisschen stolz bin:
Obwohl Mützen ja eigentlich das Einfachste vom Einfachen sind und kein großes Können erfordern, habe ich noch nie eine so stricken können, dass sie gut aussieht und richtig sitzt. Diese hier ging schnell von der Hand (2 Abende, 1 Knäuel), saß auf Anhieb und sieht vorzeigbar aus. Die Anleitung ist von Maria Carlander und hier auf Schwedisch und Englisch verfügbar. Passend dazu habe ich noch einen kleinen Schal in Arbeit, weil das Kind leider keine Schalkragen trägt.
Und genau wie letztes Jahr stricke ich für verschiedene Personen in der Familie fleißig Stulpen. Die befinden sich noch im Planungsstadium. Inspirationen dafür sind:
Für mich selbst ist zur Zeit nichts dabei. Dafür wird wohl erst im Oktober Zeit, wenn das Kind ausreichend warm angezogen ist.
Verlinkt bei: Auf den Nadeln - Setember.
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