Mittwoch, 6. Juli 2016
Ich bin ein schrecklich schlechter Vorleser. Nach drei Sätzen fange ich an zu gähnen, ich habe keine Lust, Stimmen zu imitieren, die meisten Kinderbücher sind schlecht geschrieben und für meinen Geschmack zu "dumbed down". Herr F. dagegen ist leidenschaftlicher Bücherfreund und Zuhörer, und man muss zu jeder Tages- und Nachtzeit damit rechnen, dass einem plötzlich mit treuem Blick eines von tausend Pixi-Büchern in die Hand gedrückt wird: "Kannst du mir das bitte vorlesen?"
Umso schöner, dass Spotify eine ganze Stange Kinderhörspiele auf Lager hat, die auch für einen Dreijährigen schon geeignet sind. Nach dem dritten oder vierten Buch kommt also meistens die Frage "Soll ich dir nicht lieber ein Lied anmachen?"
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- Bibi Blocksberg. Ein Klassiker der Kinderhörspiele, zeitlos witzig und ein unerschöpflicher Quell an Insiderwitzen meiner Schwestern. Joachim! Bibi und Tina mag ich auch sehr, Benjamin Blümchen dagegen gar nicht. Hexen okay, aber ein sprechender Elefant!?
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- Wickie. Seit sein Opa ihm eine Wickie-Spielesammlung geschenkt hat, ist das Kind großer Wikingerfan. Sowohl die (alte) Zeichentrickserie als auch Bücher haben es ihm angetan. Hörspiele gibt es auch, eine alte und eine neue Version.
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- Käpt'n Sharky. Mit den Wikingern kommen auch die Piraten in Mode, so ist das. Käpt'n Sharky finde ich eigentlich ganz niedlich, die Geschichten sind unterhaltsam und nicht nervtötend kreischig.
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- Der Traumzauberbaum. Noch so ein Klassiker - zu meiner Zeit noch auf Schallplatten, bei meinen Großeltern. Wenn die Seite zu Ende war, musste man in die Küche schleichen und Oma bitten, die Platte zu drehen. Vorher wurde immer der Staub mit einer speziellen Bürste abgewischt. Herr F. bevorzugt leider die neueren Traumzauberbäume mit Traumläusen und Hochzeitspferden, die mich furchtbar nerven.
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- Mimmelitt, das Stadtkaninchen. Auch von Reinhard Lakomy, von 1984. Die Handling ist ein wenig dürftig, aber die Lieder sind kindgerecht und witzig.
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- Feuerwehrmann Sam. Welches Kind möchte nicht Feuerwehrmann werden? Wir laufen jeden Morgen einen kleinen Umweg, um die Feuerwache zu passieren und zu sehen, ob ein Löschwagen draußen steht. Feuerwehrmann Sam ist darauf ausgerichtet, Kindern den richtigen Umgang mit Gefahrensituationen beizubringen, ohne zuuuu belehrend zu sein. Die Erwachsenen sind alle Trottel, was mich meistens ein bisschen nervt, aber eigentlich macht es auch Spaß, über sie zu lachen.
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- Tabaluga. Das habe ich als Kind stundenlang gehört, und ich kann bis heute die Alben auswendig. Alle Alben. Auch die, die lange nach meiner Kindheit erschienen sind. Ähem. Es ist jedenfalls eine sehr schöne Geschichte. Für Kinder.
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Ebenfalls sehr putzig finde ich Ritter Rost, der Herrn F. aber "zu laut" war. Der ist wohl eher für ältere Kinder geeignet.
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, regelmäßig zu Brettspiel-Abenden zu gehen. Seit der kleine Herr F. da ist, schaffe ich das leider so gut wie nicht mehr. Außerdem gibt es erschreckend viele unter meinen Freunden und Bekannten, die beim Wort "Spieleabend" das Gesicht verziehen und keine Lust mehr haben.
Spieleabend, meine Damen, bedeutet aber natürlich nicht Mensch-ärgere-dich-nicht bei Rotwein und Lachshäppchen, sondern da geht es hart zur Sache, da werden Kriege geführt und Monster gejagt und ein bisschen nerdig wird es auch. Mein absoluter Favorit der letzten Jahre ist dabei Thunderstone:
Das Spielprinzip ist etwa dasselbe wie bei Dominion, das heißt die Spieler bauen sich im Laufe des Spieles ein Deck. Man spielt gleichzeitig gegen die Mitspieler und gegen das Spiel selbst, indem man in Dungeons zieht und Monster tötet, die mal mehr, mal weniger gefährlich sind und dementsprechend mehr oder weniger Punkte bringen. Weil es für Anfänger relativ lange dauert, die Regeln alle zu durchschauen und eine eigene Strategie zu finden, ist Thunderstone eher für fortgeschrittene Spieler geeignet.
Ich mag das Spiel, weil man tatsächlich strategisch denken muss, um zu gewinnen (und ich gewinne immer). Jeder Spielzug will sorgfältig überlegt sein, und zwar bevor man dran ist und mit dem nötigen Ernst, denn: Wir spielen doch hier nicht zum Spaß!
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