Dienstag, 19. April 2016
Ich habe einen schönen, schwierigen Artikel gelesen. Schön deswegen, weil er mir aus der Seele spricht, weil ich genau diese Situationen kenne, weil ich über solche Dinge viel nachdenke. Schwierig deswegen, weil ich in diesem Artikel eine andere Rolle einnehmen würde, weil das Thema mich, oft genug unangenehm, berührt und dazu geeignet ist, Menschen aneinander geraten zu lassen. Und es fällt mir sehr schwer, darüber zu schreiben, weil ich eben dieses Aneinandergeraten überhaupt nicht will.
Es geht um Überfluss. Ums Schenken. Um den Wert der Dinge.
Als ich klein war, war die Sache klar: Geschenke gibt es zum Geburtstag und zu Weihnachten, vielleicht noch Schokolade zu Ostern. Kleine Geschenke gibt es von den Eltern, große von den Großeltern. Darauf konnte man sich verlassen, darauf konnte man sich freuen. Viele Kinder bekamen mehr als ich, manche weniger, so war das eben, und von Oma und Opa wünscht man sich die teuren Sachen, so ist das noch heute bei mir.
Bei meinem Kind ist das ein bisschen anders. Mein Sohn hat nicht nur ein Paar Großeltern, sondern drei, dazu die Urgroßeltern, und drei Tanten, und seine Eltern haben Freunde. Und er hat uns, die wir beide auch Mangel kennen und natürlich wollen, dass ihm nichts fehlt. Gleichzeitig soll er den Wert von Dingen erkennen, Sachen zu schätzen wissen und lernen, dass manche Dinge einfach höhere Ziele sind als andere, dass Geschenke nicht auf Bäumen wachsen und ein Wunsch nicht immer sofort erfüllt werden kann. Er weiß nicht, was Geld ist, außer, dass wir es manchmal haben und manchmal nicht, ohne zu verstehen warum.
Donnerstag, 22. Oktober 2015
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Aus dem Talmud
Sonntag, 16. August 2015
Ach, ach, manchmal zweifle ich an der Menschheit. Oder besser gesagt, an der Menschlichkeit. Ein Anlass, der mich letztens kopfschüttelnd und nachdenklich zurückließ, war folgender:
Diese Nachricht wurde, hatte ich zumindest den Eindruck, tausendfach verbreitet und geteilt, und zwar ausnahmslos mit Sätzen wie "Geschieht ihr recht!" oder "Endlich!" garniert.
Donnerstag, 2. April 2015
Ausgehend von einem Artikel bei Fadenvogel mache ich mir heute Gedanken über Menschen, denen man vielleicht nicht täglich, aber immer wieder begegnet, und die man kennt - aber irgendwie eben auch nicht.
Wo die alten Leute immer schimpfend an der Ecke stehen
Werd ich mich dazu gesellen und Zigaretten für sie drehen...
Element of Crime - Straßenbahn des Todes
Sie sprach zum Beispiel von ihrem DHL-Menschen. Der schmucke DHL-Mann, der uns die ersten zwei Jahre nach dem Zusammenziehen die Pakete brachte, war eine zeitlang der Mensch, den ich am häufigsten getroffen habe, als ich faul und immer schwangerer zu Hause saß und als Einzige im Haus Pakete angenommen habe.
Er hat fast jeden Tag geklingelt, mich nett gegrüßt und immer mal wieder nach dem Baby gefragt; hat ohne zu meckern ein Ausstattungspaket nach dem anderen noch bis ins Kinderzimmer geschleppt - das Bett, den Kinderwagen, tonnenweise Kleidungsstücke von der Verwandtschaft, die Wickelkommode und voreilige Windelpakete. Wenn ich ihn auf der Straße gesehen habe, hat er freundlich gegrüßt und manchmal schon ein Päckchen angekündigt. Er hat mir viel Kraft gewünscht, als ich mittags müde und noch im Schlafanzug mit einem schreienden Baby auf dem Arm im Türrahmen lehnte, und nicht auf die verschiedenfarbigen Flecken auf meiner Strickjacke geachtet.
Dienstag, 30. Dezember 2014
Alle Jahre wieder kommt die Zeit, in der man, nach der Völlerei und des Alkoholmissbrauchs der Weihnachtszeit, seufzend und von Schuldgefühlen geplagt im stillen Kämmerlein sitzt und rekapituliert, was man dieses Jahr wieder alles nicht geschafft hat:

1. Weiterstudieren
2. Geld sparen
3. Irgendetwas erleben, bei dem einem weder ein Kleinkind am Bein hing noch ein wütender Gatte im Nacken saß.
Demgegenüber auf der Haben-Seite:
1. Beim Zahnarzt gewesen
2. Sechs Monate Praktikum
3. Norwegermuster stricken gelernt
Das klingt nicht nur erbärmlich, sondern ist es auch.
Sonntag, 26. Oktober 2014
Das Schöne ist ebenso nützlich wie das Nützliche. Mehr noch vielleicht.
Victor Hugo
Freitag, 24. Februar 2012
Ich habe heute eine seltsame Diskussion geführt. Am Beispiel von Sexualität wurde angeführt, die Leute sträubten sich immer dagegen, dass etwas angeboren statt zum Beispiel sozialisiert sein könnte; ich wiederum konnte das gut verstehen.
Allein die Vorstellung, einer Tatsache "hilflos" gegenüber zu stehen, sie nicht anders erklären zu können als durch "das ist eben so", finde ich grauenvoll. Man ist doch Mensch, ist doch intelligentes Wesen, ist doch Persönlichkeit - wie kann solche Komplexität durch schnöde Biologie erklärbar sein, und wieso sollte man sich ausgerechnet von der Natur aufhalten lassen? Sicher, Gene, Hormone, Nervenkostüm, all das determiniert uns, aber ohne äußere Einflüsse, Sozialleben, Bewusst- und Unbewusstsein, ohne die materielle und immaterielle "Umgebung", in die wir geraten, haben sie doch keinen Nährboden.
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Ich weiß nicht, wie oft ich in letzter Zeit in meiner Funktion als Vorzeige-Feministin meines Bekanntenkreises (wahrscheinlich bin ich einfach nur die einzige, die sich diesen Stempel aufdrückt) gefragt wurde, was ich denn von den sogenannten Slutwalks halte.
Ältere Posts