Donnerstag, 21. Juli 2016

Unterwegs: Ein Tag am See



Herr F. und ich waren am Cospudener See. Er ist nicht der Schönste im Leipziger "Neuseenland", aber der erreichbarste von unserem Haus aus - mit Bus und Straßenbahn ist man in gerade mal 20 Minuten am Strand.

Früher bin ich oft mit dem Fahrrad durch die Seenlandschaft gefahren, durch Wald und Wiese, vorbei an riesigen Industriedenkmälern, an weidenden Auerochsen, an den Apelsteinen. Dann habe ich mich abseits des Trubels ans Ufer gesetzt, in die Böschung, wo es keinen Sand, aber Badestege und Ruhe gibt. Heute sitze ich am Sandstrand in der Sonne und baue Matschburgen, wische Tränchen und Schlammspritzer aus Kinderaugen, krame ständig Sonnencreme, Apfelstückchen, Wasser, Sandförmchen, Feuchttücher aus der Tasche, esse Eis- und Pommesreste auf, verscheuche Fliegen und versuche einem zappeligen Kleinkind zu erklären, warum er mittags wenigstens eine halbe Stunde unter dem schattigen Sonnenschirm sitzen soll und warum Mamas Augen ständig zufallen.




Nett war es trotzdem, und fühlte sich sogar ein klein wenig wie Erholung an. Nur ein Cocktail mit viel Eis und Schirmchen hat gefehlt.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Unterwegs: Merseburg

Die letzte Prüfung liegt hinter mir, und in den Augen der Leute, die gern über "faule Studenten" reden, habe ich jetzt Semesterferien. Natürlich sind Ferien keine Ferien, sondern Zeit, eine schöne lange Hausarbeit zu schreiben, Zeit, mehr zu arbeiten, weil man das Geld so dringend braucht, und vor allem Zeit mit einem Dreijährigen, dessen Tagesmutter zwei Wochen in Italien am Strand liegt. Gut, dass so ein Dreijähriger auch mit Geschichte und Kultur zufrieden ist, und wenn Mitteldeutschland etwas hat, dann doch Geschichte und Kultur! Die Mission lautet: So weit das Semesterticket trägt. Es ist erschreckend, dass ich acht Jahre in Leipzig wohne und vom Umland quasi nichts kenne. Da schämt man sich ein bisschen, wenn man Vorlesungen in der Sächsischen Landesgeschichte belegt.



Wir waren also in Merseburg. Von Leipzig aus ist die Anreise auch im üblichen Sommerchaos der LVB (Kommt der SEV? Kommt er nicht? Was ist ein SEV?!) relativ unproblematisch mit der Linie 131 (Jaaaa, die, die zu Ikea fährt) vom Hauptbahnhof möglich und dauert leider eine ganze Stunde, obwohl die Stadt wirklich nicht weit weg ist. Besichtigt wurden natürlich Dom und Schloss (im Bild) samt Kulturhistorischem Museum.

Herr F. hatte leider ein bisschen Angst vor Totenschädeln, und ich muss zugeben, als einzige Besucher in einem beengten Kellergewölbe stehen, mit dramatisch ausgeleuchteten menschlichen Gebeinen um sich, das ist schon speziell. Ich hätte mir die Schädel und das Grab trotzdem gerne näher angesehen, wurde aber mit einem panischen "Weiter, weiter! Nicht gucken!!!" aus der Frühen Siedlungsgeschichte gerissen.

Außer Dom, Schloss und diversen Überresten der Stadtmauer gibt es in Merseburg allerdings nicht so wahnsinnig viel zu sehen. Das Übel, das die meisten Städte mit weit zurückreichender Geschichte verfolgt, ist, dass sie meistens recht wenig mehr als das zu bieten haben. Die relativ leeren Straßen zwischen all den schönen, sanierten Fassaden erinnerten mich stark an Görlitz: Man geht gern durch und guckt und staunt und das Historikerherz lacht, aber wohnen kann man dort nicht.

Die nächsten Ziele, die wir uns vorgenommen haben, sind unter anderem Querfurt, Altenburg, natürlich Halle und dann auch wieder heimatlichere Gefilde, die Sächsische Schweiz.

Sonntag, 23. August 2015

Auf den Nadeln im August: Norwegerpullover und Häkelmütze

Der Juli war ein stressiger Monat, der August wird nicht besser, und dazwischen herrscht so eine Hitze, dass man eigentlich wenig Lust auf flauschige Garne hat. Trotzdem habe ich mich an einen warmen Norwegerpullover, meinen ersten, gesetzt.



Die Maschenzahl orientiert sich wieder an meinem erfolgreich beendeten Gemini, das Blumenmuster am Ausschnitt ist aus einer Anleitung von DROPS. Die Wolle ist aus meiner Restekiste und besteht aus Acryl. Mag ich eigentlich nicht, aber zum Wegwerfen war sie irgendwie zu schade, und schön flauschig ist sie auch. Da ich ja plane, alle meine Wollreste zu verstricken, um Platz (für neue Wolle! Muahaha!) zu schaffen, musste ein warmes Teil her. Und was man auch bei 30° im Schatten nicht vergessen sollte: Der nächste Winter kommt bestimmt!

Apro pos Winter: Macht sich eigentlich außer mir schon jemand Weihnachtsgeschenkgedanken? Also, ich habe bereits fleißig gepinnt und gelistet. Da meine Familie von Jahr zu Jahr weniger begeistert von Selbstgestricktem ist und der Likör letztes Jahr eigentlich besser ankam, habe ich diesmal anderes vor. Und wie immer den festen Vorsatz, auch wirklich, wirklich rechtzeitig alles fertig zu haben...

Nach Ewigkeiten wird hier auch mal wieder gehäkelt; nicht für mich, sondern für eine Freundin, die mich neulich fragte, ob ich auch "diese Mützen" machen kann. Kann ich, natürlich. Vorbilder sind solche hier, mal schauen, was rauskommt:

(c) Wollwichtel via DaWanda (c) Planet of Fashion via eBay

Mit einer anderen Art Nadeln habe ich auch experimentiert: Die Nähmaschine und ich, wir werden wohl doch noch Freunde. Und nach einer ganzen Menge Probieren habe ich mich auch an Jersey gewöhnt.

Vorzeigefähig ist das natürlich noch nicht. Aber ich habe meine Liebe zu Samtleggings entdeckt, und da ich meterweise Samt im Regal habe, wird das wohl demnächst mal angepackt. Bis dahin ist und bleibt meine größte WIP die Hausarbeit, die ich in drei Wochen abgeben will. Wie es mir damit ergeht, schreibe ich lieber nicht auf, um nicht arme Studenten in spe zu verunsichern. Nur so viel: Die Albertina ist ein Haus, das Verrückte macht.

Verlinkt bei: Maschenfein - Auf den Nadeln im August.
Donnerstag, 20. August 2015

Grüne Smoothies

Ich neige ja eigentlich dazu, Trends, erst recht Food-Trends, grundsätzlich schon mal doof zu finden. Rohes Gemüse und Obst zusammen zu pürieren, erschien mir außerdem wenig appetitanregend. Da ich aber Smoothies mag, einen Smoothie-Mixer besitze und ab und zu gerne experimentiere, wollte ich wenigstens mal wissen, worum es eigentlich geht.


(c) Bild: http://www.ajoure.de/


Dienstag, 11. August 2015

Statt Kaffee: LeseLust im August

Jetzt hatte ich einen vollständigen Samstagskaffee-Eintrag fertig geschrieben, mit Bildern versehen und abgespeichert, aber aus mir unerfindlichen Gründen hat Blogger beschlossen, ihn zu löschen. Es ging irgendwie um Essen, um Fernsehserien und um die Hitze da draußen, aber mir ist die Lust vergangen, alles noch einmal zu tippen.

Darum heute stattdessen: LeseLust im August!



Dienstag, 4. August 2015

Küchenchaos: Brokkoli-Blauschimmelkäse-Tarte

Brokkoli ist ein sehr unterschätztes Gemüse. Früher mochte ich ihn nie, und auch in meiner kurzen Vegetarierzeit gab es nie Brokkoli. Einzug in meine Küche hielt er dann zunächst mit dem Kaisergemüse, das schnell, leicht und vielseitig zubereitbar ist und deswegen immer noch zu meinen Lieblingsbeilagen gehört. Auch in Babynahrung habe ich ihn mitpüriert, als Herr F. noch kleiner war. Wahrscheinlich ist er deswegen so großer Brokkoli-Fan. Vielleicht liegt es aber auch an Ikea.





Der Brokkoli wird seit einigen Jahren als "Wundergemüse" gefeiert, macht angeblich schön, schlank, stärkt alle möglichen Organe und beugt Krebs vor. Letztere Eigenschaft zeigt sich vor allem im rohen Zustand, beispielsweise in grünen Smoothies. Da finde ich seinen Geschmack allerdings nicht so prickelnd und bleibe bei meiner bewährten Apfel-Spinat-Mischung.

Am liebsten kaufe ich meinen Brokkoli tiefgefroren. Der Frische sieht meistens nicht so schön aus, verdirbt mir einfach viel zu schnell und das leidige Putzen kommt dazu. Tiefgefroren gibt es ihn das ganze Jahr über; so ein Kilosack reicht für drei bis vier Mahlzeiten und ist auch in Bio-Qualität nicht besonders teuer.

Aber genug geschwärmt. Hier ist sie nun, meine heutige, von allen Beteiligten gelobte und noch vor der Chance, ein vernünftiges Foto zu schießen restlos aufgegessene Brokkoli-Blauschimmelkäse-Tarte!

Donnerstag, 30. Juli 2015

Von der Schwierigkeit, sich mit Müttern zu verabreden

Zugegeben, ich bin ein schwieriger Entscheider. Wer sich mit mir treffen möchte, sollte schon einen Plan haben, denn eh ich herausgefunden habe, was ich eigentlich will, ist der Abend vorbei.

Das Kinderhaben macht die Sache natürlich nicht leichter, wenn man plötzlich Nickerchen, Bettgehzeiten, Snacks und eine gesicherte Betreuungskette im Hinterkopf behalten muss.


Dieser Kuchen könnte dir gehören!


Freitag, 17. Juli 2015

Fernweh


Bild via sprachreisen.de

Immer zum Sommeranfang trudeln sie ein, die unschlagbaren Last-Minute-Angebote, die Werbespots mit Sonne und Strand und Meer, die Fotos von reisenden Freunden auf der Facebook-Timeline, die Bikinis und Sonnenhüte im Schaufenster und das allgemeine Gefühl, dass es woanders bestimmt noch ein bisschen schöner ist als da, wo man selbst gerade sitzt - auf der Couch, vor dem Laptop, bei unsommerlichen 15 Grad und Nieselregen.

Dazu kommen Angebote wie Sprach- und Bildungsreisen, Auslandssemester, total hippe Sommerjobs für total coole, junge Abenteurer ohne Alltagssorgen und mit viel debil grinsenden Zwanzigjährigen.

Und das Gefühl bleibt, dass irgendwie alle um einen herum was "erleben", was sehen von der Welt oder wenigstens so tun und Fotos von ihrem Sonnenbrand herumzeigen können. Seit exakt zehn Jahren habe ich eine Liste mit Städten, die ich gerne besuchen möchte, und sie ist nicht einmal besonders lang, aber seit eben genau diesen zehn Jahren habe ich nur eine dieser Städte jemals von Nahem gesehen.

Dann kommen all die Abenteurer wieder, und schreiben sich in die Lebensläufe, wo sie schon überall waren, und alles, was sie im Gepäck haben, sind Instagram-Fotos vom Essen bei einem echten "Geheimtipp", natürlich fernab jeder touristischen Infrastruktur, und Geschichten von den netten Leuten, den Einheimischen, die so glücklich grinsen und Gott sei Dank deutsch können.

Bei Instagram sieht das so aus:






Ein bisschen Neid bleibt natürlich trotzdem.

Schöne Ferien zusammen!

Sonntag, 5. Juli 2015

Auf den Nadeln im Juli: Sommerpullover "Gemini"

Auch weniger aufmerksame Leser haben sicherlich mitbekommen, dass zur Zeit hier mal so überhaupt gar nichts los ist. Gründe dafür:

  • Hitze
  • Prüfungszeit
  • Neuer Job
  • Ständig kranke Tagesmutter
  • Hitze
  • Prüfungszeit
  • Hitze
  • ...

Da aber das Einzige, was noch nervtötender ist als Hitze und Prüfungsstress Leute sind, die sich über Prüfungsstress und Hitze aufregen, versuche ich wenigstens schnell, zu beschreiben, was ich in den drei Minuten Freizeit täglich so anstelle.

Derzeit auf meinen Nadeln befindet sich ein Knitty-Pullover namens "Gemini" nach dieser Anleitung. Wie immer leicht abgewandelt, nämlich Baumwollgarn mit meiner geliebten 4mm-Nadel, und am Rücken möchte ich einen Knopf anbringen. Außerdem hätte ich es gern etwas kürzer.

Das Original sieht so aus:


Pattern & Image © 2012 Jane Richmond.

Und mein (schlecht fotografierter) Fortschritt bisher:



Die Passe gefällt mir sehr gut, und das Lochmuster ist zwar etwas nervenaufreibend zu stricken, aber lohnt sich. Irgendwann im Herbst ist er dann vermutlich fertig und bei meinem extremen Temperaturempfinden auch tragbar. Wobei mich Baumwollgarn immer wieder überrascht, es ist doch meist luftiger, als es wirkt.

Drückt mir die Daumen für die Prüfungswoche ;-)

Verlinkt bei Maschenfein.
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