Montag, 12. Oktober 2015

Auf den Nadeln im Oktober: Schlauchschal in Tannengrün

Vor einem Jahr gab es im Karstadt-Wolle-Sale wunderschöne grüne und rote Wolle für Nadelstärke 6. Eigentlich stricke ich nicht gern so dick und sie fühlte sich auch eigentlich etwas kratzig an, aber, aber,... die Farben!

Als mein Vater noch lebte, hat er mir immer wieder ein Bündel Karstadt-Gutscheine geschickt, die dann in Wolle und Strumpfhosen investiert wurden. Den letzten dieser Gutscheine habe ich also für diese Knäuel hier ausgegeben und die Verkäuferin angebettelt, die leere Karte behalten zu dürfen. Sie hielt mich für verrückt, aber mit verrückten Wollfrauen streitet man nicht. Seitdem habe ich kein würdiges Projekt gefunden, aber jetzt wolltete ich einen Schal machen und habe einfach angefangen. Ein bisschen sentimental wird man schon.





Ach, dieses Grün!

Ansonsten ist gerade wenig Platz und Lust zum Stricken. Aber so ist das wohl in jeder Beziehung - manchmal braucht man halt etwas Abstand.

Wie immer verlinkt bei Maschenfein.
Mittwoch, 16. September 2015

Auf den Nadeln im September: Kinder, es wird Herbst!

Das Furchtbare an Kindern ist, dass sie nicht aufhören zu wachsen, und ständig neue Sachen brauchen. Ein Jahreszeitenwechsel verschlingt also gern mal Unsummen für Schuhe (wann sind die eigentlich so teuer geworden?), Hosen und Shirts. Bisher konnten wir uns noch ganz gut mit den abgelegten Sachen der Cousins und Cousinen behelfen und mussten nur etwa die Hälfte der Garderobe selbst kaufen. Aber Rieseneltern machen Riesenkinder, und mein Zweijähriger hat die beiden drei- beziehungsweise vierjährigen Cousinchen längst eingeholt. Dafür können wir dem nächsten Kind schon selbst Sachen weiterreichen.

Also steht diesen Herbst viel Selbstgemachtes auf der Liste. Den Anfang macht diese schmucke Baumwoll-Herbstmütze, auf die ich ein bisschen stolz bin:



Obwohl Mützen ja eigentlich das Einfachste vom Einfachen sind und kein großes Können erfordern, habe ich noch nie eine so stricken können, dass sie gut aussieht und richtig sitzt. Diese hier ging schnell von der Hand (2 Abende, 1 Knäuel), saß auf Anhieb und sieht vorzeigbar aus. Die Anleitung ist von Maria Carlander und hier auf Schwedisch und Englisch verfügbar. Passend dazu habe ich noch einen kleinen Schal in Arbeit, weil das Kind leider keine Schalkragen trägt.

Und genau wie letztes Jahr stricke ich für verschiedene Personen in der Familie fleißig Stulpen. Die befinden sich noch im Planungsstadium. Inspirationen dafür sind:




Für mich selbst ist zur Zeit nichts dabei. Dafür wird wohl erst im Oktober Zeit, wenn das Kind ausreichend warm angezogen ist.

Verlinkt bei: Auf den Nadeln - Setember.

Sonntag, 23. August 2015

Auf den Nadeln im August: Norwegerpullover und Häkelmütze

Der Juli war ein stressiger Monat, der August wird nicht besser, und dazwischen herrscht so eine Hitze, dass man eigentlich wenig Lust auf flauschige Garne hat. Trotzdem habe ich mich an einen warmen Norwegerpullover, meinen ersten, gesetzt.



Die Maschenzahl orientiert sich wieder an meinem erfolgreich beendeten Gemini, das Blumenmuster am Ausschnitt ist aus einer Anleitung von DROPS. Die Wolle ist aus meiner Restekiste und besteht aus Acryl. Mag ich eigentlich nicht, aber zum Wegwerfen war sie irgendwie zu schade, und schön flauschig ist sie auch. Da ich ja plane, alle meine Wollreste zu verstricken, um Platz (für neue Wolle! Muahaha!) zu schaffen, musste ein warmes Teil her. Und was man auch bei 30° im Schatten nicht vergessen sollte: Der nächste Winter kommt bestimmt!

Apro pos Winter: Macht sich eigentlich außer mir schon jemand Weihnachtsgeschenkgedanken? Also, ich habe bereits fleißig gepinnt und gelistet. Da meine Familie von Jahr zu Jahr weniger begeistert von Selbstgestricktem ist und der Likör letztes Jahr eigentlich besser ankam, habe ich diesmal anderes vor. Und wie immer den festen Vorsatz, auch wirklich, wirklich rechtzeitig alles fertig zu haben...

Nach Ewigkeiten wird hier auch mal wieder gehäkelt; nicht für mich, sondern für eine Freundin, die mich neulich fragte, ob ich auch "diese Mützen" machen kann. Kann ich, natürlich. Vorbilder sind solche hier, mal schauen, was rauskommt:

(c) Wollwichtel via DaWanda (c) Planet of Fashion via eBay

Mit einer anderen Art Nadeln habe ich auch experimentiert: Die Nähmaschine und ich, wir werden wohl doch noch Freunde. Und nach einer ganzen Menge Probieren habe ich mich auch an Jersey gewöhnt.

Vorzeigefähig ist das natürlich noch nicht. Aber ich habe meine Liebe zu Samtleggings entdeckt, und da ich meterweise Samt im Regal habe, wird das wohl demnächst mal angepackt. Bis dahin ist und bleibt meine größte WIP die Hausarbeit, die ich in drei Wochen abgeben will. Wie es mir damit ergeht, schreibe ich lieber nicht auf, um nicht arme Studenten in spe zu verunsichern. Nur so viel: Die Albertina ist ein Haus, das Verrückte macht.

Verlinkt bei: Maschenfein - Auf den Nadeln im August.
Mittwoch, 12. August 2015

Time, where did you go? - Organisiert bleiben


Keinen Satz höre ich, wenn ich beiläufig aus meinem Leben erzähle, so oft wie "Wie schaffst du das eigentlich immer alles?"

Also, ich finde schon, dass es recht anstrengend ist, Studium, Kind und Arbeit nebeneinander zu jonglieren, und gerate auch ab und zu ins Schwitzen, wieviel ich aber tatsächlich mache, wird mir meistens erst bewusst, wenn ich mein Pensum ausgebreitet vor mir liegen sehe. Und weil ich selbst erst mühsam lernen musste, mich so gut zu organisieren, und eigentlich, wenn man mich lässt, eher zu den Tagträumern und Schlendrianen gehöre, gibt es hier und heute mal den nach meiner Erfahrung besten Weg, wie man ein besonders volles Leben gebacken bekommt - einen Terminplaner führen!

Donnerstag, 2. April 2015

Menschen, die ich nicht bemerke

Ausgehend von einem Artikel bei Fadenvogel mache ich mir heute Gedanken über Menschen, denen man vielleicht nicht täglich, aber immer wieder begegnet, und die man kennt - aber irgendwie eben auch nicht.

Wo die alten Leute immer schimpfend an der Ecke stehen
Werd ich mich dazu gesellen und Zigaretten für sie drehen...
Element of Crime - Straßenbahn des Todes


Sie sprach zum Beispiel von ihrem DHL-Menschen. Der schmucke DHL-Mann, der uns die ersten zwei Jahre nach dem Zusammenziehen die Pakete brachte, war eine zeitlang der Mensch, den ich am häufigsten getroffen habe, als ich faul und immer schwangerer zu Hause saß und als Einzige im Haus Pakete angenommen habe.

Er hat fast jeden Tag geklingelt, mich nett gegrüßt und immer mal wieder nach dem Baby gefragt; hat ohne zu meckern ein Ausstattungspaket nach dem anderen noch bis ins Kinderzimmer geschleppt - das Bett, den Kinderwagen, tonnenweise Kleidungsstücke von der Verwandtschaft, die Wickelkommode und voreilige Windelpakete. Wenn ich ihn auf der Straße gesehen habe, hat er freundlich gegrüßt und manchmal schon ein Päckchen angekündigt. Er hat mir viel Kraft gewünscht, als ich mittags müde und noch im Schlafanzug mit einem schreienden Baby auf dem Arm im Türrahmen lehnte, und nicht auf die verschiedenfarbigen Flecken auf meiner Strickjacke geachtet.

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