Sonntag, 13. Dezember 2015

Advent, Advent #2 - Auf die Plätzchen, fertig, los!

Ein großer Vorteil am Muttersein ist ja, dass man plötzlich Kindheitserinnerungen und vernachlässigte Traditionen wieder ausgraben kann, ohne sich selbst kindisch zu fühlen. Dieses Wochenende standen Weihnachtsplätzchen auf dem Plan!

Beim Ausstechen und Verzieren war Herr F. mit großem kindlichen Ernst am Werk; nachdem im Adventskalender morgens ein eigenes kleines Ausstechförmchen steckte und die Vorfreude schürte, hatten es ihm vor allem meine DDR-Plasteförmchen angetan, die ich mir vor ein paar Jahren in einem dieser schrecklichen Ost-Kitsch-Läden gekauft habe. Herr Fuchs, Frau Elster und das Sandmännchen waren schon als Kind meine Favoriten in der Keksdose. Da sie leider auch immer die ersten sind, die zerbrechen, waren die Intakten unter meinen Geschwistern hart umkämpft, und irgendwie machte es mich zwanzig Jahre später froh, jetzt immer meine eigenen backen zu können.






Gerade beim Verzieren braucht man aber einiges an Geduld. Das Kind hat keinen Sinn für Symmetrie oder gleichmäßige Verteilung der Zuckerperlen. Stattdessen wurde ein armes einzelnes Sandmännchen mit einem Berg von bunten Streuseln versehen, die natürlich nicht halten wollten. Zwischendurch wurde die Pickup-Feuerwehr (hinten rechts) mit Dekor beladen und fuhr laut brummend Schlangenlinien, um Sterne und Schneeflöckchen zu versorgen. Dass dabei Zuckerguss auf der Tischplatte und allerlei Zucker in den Parkettritzen landete, störte nicht weiter.

Das Sandmännchen ist übrigens unter der süßen Last kollabiert und hat sich den Hals gebrochen - leider die häufigste Todesursache dieser Spezies.


Donnerstag, 3. Dezember 2015

Advent, Advent #1 - Let it snow.

Auch wenn ich in der kalten, harten Realität kein großer Fan von kaltem Wetter bin  - nicht, dass ich friere, ich mag es nur nicht, mich wie ein Michelin-Männchen zu fühlen - habe ich doch nichts dagegen, Schneeflocken beim Fallen zuzusehen, und sei es nur von meinem gemütlichen Sofa aus, in Jogginghosen, vor dem Bildschirm.

Da die Neunziger mit ihren blinkenden, schreiend bunten Homepages Gott sei Dank vorbei sind, rieseln auf meiner Startseite lediglich ein paar simple Times-New-Roman-Flöckchen durch's Bild. Ist es Zauberei? Nein, schlimmer - JavaScript!

Und so geht's


1. Irgendwo auf der Seite ein HTML/JavaScript-Gadget einbauen.
2. Dieses Script einfügen (Open- und Close-Tags nicht vergessen!)
3. Speichern. Jogginghosen anziehen und zurücklehnen.


Damit der Effekt deutlicher wird als auf meinem weißen Hintergrund, hier ein passendes Bild:



(c) Kora27; Lizenz: CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mittwoch, 25. November 2015

Adventsbastelei: Massagebutter mit Zimtgeruch

Der erste Advent rückt näher, und das Geschenkefieber steigt langsam. Deswegen und weil Glühweintrinken am Vormittag nur mit einer guten weihnachtlichen Ausrede zu rechtfertigen ist, habe ich mich mit einer Freundin zum Weihnachtsbasteln verabredet. Und weil ich schon letztes Jahr entdeckt habe, wieviel Spaß es macht und wie einfach es ist, Kosmetik selbst anzurühren, haben wir uns an Massagebutter gewagt.

Rezept


  • 50g Bienenwachs
  • 50g Jojoba-Öl
  • 50g Kakaobutter
  • einige Tropfen ätherische / Duftöle


Gute (Natur)Kosmetik enthält so wenig Inhaltsstoffe wie möglich. Am besten kombiniert man hochwertige Öle entsprechend ihren pflegenden Wirkungen. Ich habe mich für Jojoba entschieden, weil es einige sehr spezielle Eigenschaften hat, z.B. mit Wasser mischbar ist und in Cremes die Haut ideal mit Feuchtigkeit versorgt. Bienenwachs sorgt für zusätzliche Festigkeit, genau wie die Kakaobutter, die gleichzeitig bei Wärme (Massage) schmilzt.

Zuerst werden die Zutaten in einem sauberen Topf geschmolzen; das Wachs zuerst, weil es am längsten braucht, das ätherische Öl zuletzt, weil es sich leicht verflüchtigt. Ich habe Zimt-Duftöl von dm genommen, weil es schließlich schon weihnachtet und Zimtgeruch sehr entspannend wirkt.

Am Ende einfach in Silikonförmchen gießen, kalt werden lassen und fertig.





Montag, 12. Oktober 2015

Auf den Nadeln im Oktober: Schlauchschal in Tannengrün

Vor einem Jahr gab es im Karstadt-Wolle-Sale wunderschöne grüne und rote Wolle für Nadelstärke 6. Eigentlich stricke ich nicht gern so dick und sie fühlte sich auch eigentlich etwas kratzig an, aber, aber,... die Farben!

Als mein Vater noch lebte, hat er mir immer wieder ein Bündel Karstadt-Gutscheine geschickt, die dann in Wolle und Strumpfhosen investiert wurden. Den letzten dieser Gutscheine habe ich also für diese Knäuel hier ausgegeben und die Verkäuferin angebettelt, die leere Karte behalten zu dürfen. Sie hielt mich für verrückt, aber mit verrückten Wollfrauen streitet man nicht. Seitdem habe ich kein würdiges Projekt gefunden, aber jetzt wolltete ich einen Schal machen und habe einfach angefangen. Ein bisschen sentimental wird man schon.





Ach, dieses Grün!

Ansonsten ist gerade wenig Platz und Lust zum Stricken. Aber so ist das wohl in jeder Beziehung - manchmal braucht man halt etwas Abstand.

Wie immer verlinkt bei Maschenfein.
Donnerstag, 8. Oktober 2015

Weck' me up, before you go-go...

Zugegeben, der Witz ist schlecht. Aber alles, auch Einwecken, macht viel mehr Spaß, wenn man dabei einen kleinen quietschbunten George Michael vor Augen hat, der im Dunkeln leuchtet und trällernd durch die Achtziger hüpft.





Dieses Jahr habe ich mich etwas eingehender mit Wildobst beschäftigt, und sammle gerade fleißig für meinen Weihnachts-Likör. Den setze ich aus selbstgemachtem Sirup und Hochprozentigem an; eigentlich sollte Holunder der Hauptbestandteil sein. Im Sommer war bereits Holunderblütensirup dran, der super geworden ist und ab und zu mit Minze und Zitronensaft zu Limo oder Hugo aufgegossen wird. Den Beeren dagegen ist der Sommer nicht bekommen - egal welchen Strauch man anschaut, die eine Hälfte der Beeren ist verdorrt, die andere grün. Deswegen wird kräftig gemischt - Kornelkirsche, Weißdorn, Zierquitten, Mispeln, Schlehen, Äpfelchen, Eberesche,... alles, was der herbstliche/winterliche Park so hergibt, kommt in den Topf. Und den Anfang macht ein wirklich ausgezeichneter...

Zierquitten-Zimt-Sirup




  • 0,75 kg Zucker
  • 2 kg Zierquitten
  • 2-3 l Wasser
  • 1 TL Zimt
  • Gewürze: In meinem Fall eine marokkanische Mischung aus Zimt, Nelke, Kardamom und schwarzem Pfeffer, die ich eigentlich mal für Couscous gekauft und für zu Pfefferkuchenartig befunden habe
  • n. B. Vanilleextrakt, Zitronenschale und -Saft, Minze... (Alles kann, nichts muss)


Früchte kleinschneiden, entkernen ist nicht nötig. Mit Wasser aufkochen, dabei immer wieder rühren. Dann abkühlen und 24 Stunden ziehen lassen. Die Früchte habe ich kurz mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet. Am nächsten Tag durch ein Sieb abseihen und den Saft mit dem Zucker und den Gewürzen aufkochen, zwei Stunden im offenen Topf köcheln lassen, bis er eine dunkle (rötliche) Farbe angenommen hat. Zum Schluss heiß in (ausgekochte!) Flaschen oder Gläser füllen. Der Sirup geliert ganz leicht an; eine Stunde mehr hätte vielleicht Gelee draus gemacht, dazu würde ich dann aber noch Zitronenschale und/oder extra Pektin zusetzen.

Der Sirup schmeckt wunderbar weihnachtlich, wenn auch eher nach Äpfeln als Quitten. Aber um den süßen Geruch zu erhalten, rät das Internet zur Dampfentsaftung, und ich habe leider keinen Entsafter. Meine Mutter hatte mal einen, vielleicht sollte ich sie fragen, ob es den noch gibt.

Donnerstag, 20. August 2015

Grüne Smoothies

Ich neige ja eigentlich dazu, Trends, erst recht Food-Trends, grundsätzlich schon mal doof zu finden. Rohes Gemüse und Obst zusammen zu pürieren, erschien mir außerdem wenig appetitanregend. Da ich aber Smoothies mag, einen Smoothie-Mixer besitze und ab und zu gerne experimentiere, wollte ich wenigstens mal wissen, worum es eigentlich geht.


(c) Bild: http://www.ajoure.de/


Mittwoch, 3. Juni 2015

Auf den Nadeln im Juni

Die Zeit zum Stricken ist knapp, die freien Abende kurz, aber zum Glück ist das Wetter spielplatzgeeignet; und während die anderen Muddis im Sandkasten sitzen und ihre Kinder wegschicken, weil sie das Sandschloss immer kaputt machen, mach ich es mir mit Kaffee und Stricknadeln am Rand gemütlich.

Ahoi, Matrose!

Ein bisschen Seefahrerromantik ist ja seit ein paar Jahren überall zu sehen, und eigentlich warte ich nur noch darauf, dass wieder Kinderfotos in Matrosenuniformen wie im Kaiserreich modern werden. Bis dahin aber bekommt mein Söhnchen eine Umhängetasche mit gehäkelter Anker-Applikation.



Strickjacke die nächste

Weil man nie genug Jäckchen für laue Sommerabende haben kann, habe ich mir eine Anleitung von DROPS herausgesucht. Da die Wolle, die ich verwende, ein bisschen leichter ist, habe ich dünnere Nadeln (3,0) genommen und dafür die Maschenzahlen von Größe M statt S.



Und in Planung

Demnächst steht ein Kleid aus Baumwolle auf der Liste - ich habe mich aber noch nicht endgültig entschieden, mit welchem Muster ich anfange:




Verlinkt bei Maschenfein.
Dienstag, 2. Juni 2015

Pack die Nähmaschine aus, es wird Frühling!

Was Handarbeiten angeht, bin ich furchtbar ungeduldig und schusselig. Aus diesem Grund bin ich eigentlich eine recht gute Strickerin, weil ich nach ein oder zwei Reihen auch längere Muster im Kopf habe und einfach so vor mich hin arbeite. Nach drei, vier Abenden sind die meisten Projekte fertig und dann geht es an etwas Neues.

Beim Nähen sieht es da schon anders aus. Die Arbeitsschritte sind länger und kleinteiliger, man muss sauberer arbeiten und Schusselfehler sind oft unkorrigierbar. Das frustriert, und hält mich davon ab, die Maschine doch mal wieder aus dem Regal zu holen, obwohl mir gerade für den Nachwuchs schöne Dinge einfallen würden.

Aber bekanntlich wird dieses Jahr alles anders und weil die Handarbeitskisten nach Resteverwertung schreien, hab ich mir das Simpelste vorgenommen, was mir einfiel - der kleine Mann braucht Halstücher.

Also Maß genommen, Schnittmuster auf einem Stück Altpapier entworfen, zwei Sorten Baumwollstoff ausgesucht und zugeschnitten, ratzfatz-zickzack-vernäht, fluchend wieder aufgetrennt weil natürlich falsch herum, neu vernäht, versäubert, mit Druckknöpfen versehen und - BÄM - Halstücher mit allerlei Fahrzeug.



Alles etwas unsauber, stört den Zwerg aber nicht.

Verlinkt bei: Creadienstag
Dienstag, 28. April 2015

Strickjacke vol. 2

Endlich habe ich mich durchgerungen, die Knöpfe an meine Strickjacke anzunähen - und wer hätte es gedacht, schneller als gedacht war das Ding fertig. Obwohl es mein erster Versuch eines eigenen Entwurfes war, bin ich ziemlich zufrieden; das Muster und der Sitz sind exakt so geworden, wie ich das wollte:



Mittwoch, 22. April 2015

Mädchenkram: Gehäkeltes Haarband

Ein kleines Mittagspausen-Projekt.



Das Band selbst ist gehäkelt - eine einfache Luftmaschenkette mit einer Reihe fester Maschen darüber. Deswegen ist es nicht ganz so dehnbar wie geplant und nicht so richtig als Haarband zu gebrauchen. Ich wickle es daher um meinen Dutt.

Die Schleife ist ein gestricktes Rechteck. Das wird zu einem Schlauch zusammengenäht und in der Mitte mit Garn umwickelt - einfacher geht's kaum!

Verlinkt bei: Auf den Nadeln - April.
Mittwoch, 22. April 2015

Das erste eigene Template ist da!

Ein lange gehegter und auch ein bisschen gepflegter Traum wird wahr: ich habe mein eigenes Template gebaut, geschrieben, gebastelt und mehr oder weniger erfolgreich zusammengeflickt. Es hat einige Schwachstellen und Unsauberkeiten, aber es ist meins, meins ganz allein.

Es sieht aus wie es soll, es tut, was es soll.

That's how I felt

Geschafft habe ich das alles natürlich nicht allein, sondern mit Hilfe dieser Dame und auf Basis von, wie könnte es anders sein, five von Oliver (5202).

Leider habe ich noch Probleme damit, das Template responsiv zu gestalten. Falls also jemand Probleme bei der Darstellung haben sollte, bitte teilt es mir mit...
Es sollte insgesamt etwa so aussehen:




Falls jemand Interesse an der ersten Version ohne Übernehme irgendeiner Garantie für Funktionalität und Zufriedenheit hat, ich stelle es gern zur Verfügung.
Freitag, 3. Oktober 2014

TGIF - Was tun, wenn man plötzlich Zeit hat?

Da ist er endlich - mein erster freier Nachmittag seit gefühlten Jahrzehnten. In Echt waren es vier Wochen, in denen ich zwischen Arbeit und Kind gependelt bin. Aber nicht heute! Le Monsieur hat sich bereit erklärt, den nachmittäglichen Spaziergang zu übernehmen und mich faul zu Hause auf der Couch zurückzulassen.

Da mir die in jahrelangem Studentendasein mühsam antrainierte Prokrastination irgendwie nicht mehr so recht gelingen möchte, habe ich mich entschieden, die Zeit mit der größten mir möglichen Sinnlosigkeit zu verbringen: Handarbeiten.

Ich habe mir, nach neu aufgeflammter Strick- und Häkelwut inklusive Wollehorten nun das Nähen vorgenommen, das ich vor mittlerweile locker acht Jahren mehr oder weniger entnervt aufgegeben hatte. Aber man wird alt, weise und langweilig, noch dazu ein bisschen öko und Mutter; allesamt hervorragende Voraussetzungen zum Handarbeiten, besonders wenn es um Kinderkleidung geht, die neu gut und gerne mal einen kleinen Urlaub im Jahr verschlingt.
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