Montag, 12. Oktober 2015

Auf den Nadeln im Oktober: Schlauchschal in Tannengrün

Vor einem Jahr gab es im Karstadt-Wolle-Sale wunderschöne grüne und rote Wolle für Nadelstärke 6. Eigentlich stricke ich nicht gern so dick und sie fühlte sich auch eigentlich etwas kratzig an, aber, aber,... die Farben!

Als mein Vater noch lebte, hat er mir immer wieder ein Bündel Karstadt-Gutscheine geschickt, die dann in Wolle und Strumpfhosen investiert wurden. Den letzten dieser Gutscheine habe ich also für diese Knäuel hier ausgegeben und die Verkäuferin angebettelt, die leere Karte behalten zu dürfen. Sie hielt mich für verrückt, aber mit verrückten Wollfrauen streitet man nicht. Seitdem habe ich kein würdiges Projekt gefunden, aber jetzt wolltete ich einen Schal machen und habe einfach angefangen. Ein bisschen sentimental wird man schon.





Ach, dieses Grün!

Ansonsten ist gerade wenig Platz und Lust zum Stricken. Aber so ist das wohl in jeder Beziehung - manchmal braucht man halt etwas Abstand.

Wie immer verlinkt bei Maschenfein.
Samstag, 10. Oktober 2015

Samstagskaffee: October Rust

Mein Samstagskaffee wird heute in dieser schönen Atmosphäre serviert:




Der kleine Herr F. hatte es diese Woche nicht leicht; und auch seine Eltern fanden es wenig erfreulich, von einem nassen Schwall Erbrochenem geweckt zu werden. Also, man wird erstaunlich abgeklärt mit so einem Kleinkind. Gemütlich ist trotzdem anders. Er blieb also mit mir zu Hause und trieb mich mit seiner unausgelasteten Kindergruppen-Energie fast in den Wahnsinn. Ich bin halt mehr so der Sitzer, wenn man mich lässt.

Ansonsten schludre ich mich so durch den Haushalt, schaue nebenbei Smallville, wenn das Kind schläft, wiederhole arabische Vokabeln und mache die Leipziger Parks unsicher. Im Flur türmt sich bereits ein stattlicher Laubhaufen, Kastanien- und Eicheleimerchen versperren den Weg und kleine Schlammfüßchen ziehen eine Spur von der Tür zum Schuhregal. Die höheren Semester starten alle erst frühestens Mitte Oktober ihre Vorlesungen, davor gibt es lediglich Einführungen für Erstsemester. Effektiv fange ich also erst nächste Woche an zu studieren. Das Warten nervt und ist irgendwie schwieriger als die Semesterferien.

Schönes Wochenende zusammen.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Weck' me up, before you go-go...

Zugegeben, der Witz ist schlecht. Aber alles, auch Einwecken, macht viel mehr Spaß, wenn man dabei einen kleinen quietschbunten George Michael vor Augen hat, der im Dunkeln leuchtet und trällernd durch die Achtziger hüpft.





Dieses Jahr habe ich mich etwas eingehender mit Wildobst beschäftigt, und sammle gerade fleißig für meinen Weihnachts-Likör. Den setze ich aus selbstgemachtem Sirup und Hochprozentigem an; eigentlich sollte Holunder der Hauptbestandteil sein. Im Sommer war bereits Holunderblütensirup dran, der super geworden ist und ab und zu mit Minze und Zitronensaft zu Limo oder Hugo aufgegossen wird. Den Beeren dagegen ist der Sommer nicht bekommen - egal welchen Strauch man anschaut, die eine Hälfte der Beeren ist verdorrt, die andere grün. Deswegen wird kräftig gemischt - Kornelkirsche, Weißdorn, Zierquitten, Mispeln, Schlehen, Äpfelchen, Eberesche,... alles, was der herbstliche/winterliche Park so hergibt, kommt in den Topf. Und den Anfang macht ein wirklich ausgezeichneter...

Zierquitten-Zimt-Sirup




  • 0,75 kg Zucker
  • 2 kg Zierquitten
  • 2-3 l Wasser
  • 1 TL Zimt
  • Gewürze: In meinem Fall eine marokkanische Mischung aus Zimt, Nelke, Kardamom und schwarzem Pfeffer, die ich eigentlich mal für Couscous gekauft und für zu Pfefferkuchenartig befunden habe
  • n. B. Vanilleextrakt, Zitronenschale und -Saft, Minze... (Alles kann, nichts muss)


Früchte kleinschneiden, entkernen ist nicht nötig. Mit Wasser aufkochen, dabei immer wieder rühren. Dann abkühlen und 24 Stunden ziehen lassen. Die Früchte habe ich kurz mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet. Am nächsten Tag durch ein Sieb abseihen und den Saft mit dem Zucker und den Gewürzen aufkochen, zwei Stunden im offenen Topf köcheln lassen, bis er eine dunkle (rötliche) Farbe angenommen hat. Zum Schluss heiß in (ausgekochte!) Flaschen oder Gläser füllen. Der Sirup geliert ganz leicht an; eine Stunde mehr hätte vielleicht Gelee draus gemacht, dazu würde ich dann aber noch Zitronenschale und/oder extra Pektin zusetzen.

Der Sirup schmeckt wunderbar weihnachtlich, wenn auch eher nach Äpfeln als Quitten. Aber um den süßen Geruch zu erhalten, rät das Internet zur Dampfentsaftung, und ich habe leider keinen Entsafter. Meine Mutter hatte mal einen, vielleicht sollte ich sie fragen, ob es den noch gibt.

Samstag, 3. Oktober 2015

Samstagskaffee: Back to School

Helau, die Uni geht weiter!




Entsprechend sah meine Woche aus: Module belegen, Stundenplan vorbereiten, Notizen vom letzten Semester wegsortieren, Rucksack packen (ja, das mach ich zwei Wochen vorher). Dazwischen der leidige Haushalt mit nachwachsendem Abwasch und natürlich immer die Nachmittagsspaziergänge mit Sohnemann. Ganz entspannt soweit.

Auch einen Spieleabend hab ich endlich mal wieder besucht, erschreckenderweise nur eine Runde gewonnen - das schreit nach Revanche!

Einen schönen Feiertag allen meinen drei Lesern!

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Spieltrieb

Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, regelmäßig zu Brettspiel-Abenden zu gehen. Seit der kleine Herr F. da ist, schaffe ich das leider so gut wie nicht mehr. Außerdem gibt es erschreckend viele unter meinen Freunden und Bekannten, die beim Wort "Spieleabend" das Gesicht verziehen und keine Lust mehr haben.

Spieleabend, meine Damen, bedeutet aber natürlich nicht Mensch-ärgere-dich-nicht bei Rotwein und Lachshäppchen, sondern da geht es hart zur Sache, da werden Kriege geführt und Monster gejagt und ein bisschen nerdig wird es auch. Mein absoluter Favorit der letzten Jahre ist dabei Thunderstone:


Bild: wired.com

Das Spielprinzip ist etwa dasselbe wie bei Dominion, das heißt die Spieler bauen sich im Laufe des Spieles ein Deck. Man spielt gleichzeitig gegen die Mitspieler und gegen das Spiel selbst, indem man in Dungeons zieht und Monster tötet, die mal mehr, mal weniger gefährlich sind und dementsprechend mehr oder weniger Punkte bringen. Weil es für Anfänger relativ lange dauert, die Regeln alle zu durchschauen und eine eigene Strategie zu finden, ist Thunderstone eher für fortgeschrittene Spieler geeignet.

Ich mag das Spiel, weil man tatsächlich strategisch denken muss, um zu gewinnen (und ich gewinne immer). Jeder Spielzug will sorgfältig überlegt sein, und zwar bevor man dran ist und mit dem nötigen Ernst, denn: Wir spielen doch hier nicht zum Spaß!

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