Montag, 20. Juli 2015
Auch wenn der Samstagskaffee mittlerweile Geschichte ist, gibt mir mein persönlicher Wachmacher (nachdem ich von einem putzmunteren Kleinkind und seinem Spielzeugauto um halb sieben aus dem Bett getrommelt wurde) heute Anlass, kurz meine letzte(n) Woche(n) Revue passieren zu lassen.
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| Selfiewahn |
Freitag, 17. Juli 2015
Immer zum Sommeranfang trudeln sie ein, die unschlagbaren Last-Minute-Angebote, die Werbespots mit Sonne und Strand und Meer, die Fotos von reisenden Freunden auf der Facebook-Timeline, die Bikinis und Sonnenhüte im Schaufenster und das allgemeine Gefühl, dass es woanders bestimmt noch ein bisschen schöner ist als da, wo man selbst gerade sitzt - auf der Couch, vor dem Laptop, bei unsommerlichen 15 Grad und Nieselregen.
Dazu kommen Angebote wie Sprach- und Bildungsreisen, Auslandssemester, total hippe Sommerjobs für total coole, junge Abenteurer ohne Alltagssorgen und mit viel debil grinsenden Zwanzigjährigen.
Und das Gefühl bleibt, dass irgendwie alle um einen herum was "erleben", was sehen von der Welt oder wenigstens so tun und Fotos von ihrem Sonnenbrand herumzeigen können. Seit exakt zehn Jahren habe ich eine Liste mit Städten, die ich gerne besuchen möchte, und sie ist nicht einmal besonders lang, aber seit eben genau diesen zehn Jahren habe ich nur eine dieser Städte jemals von Nahem gesehen.
Dann kommen all die Abenteurer wieder, und schreiben sich in die Lebensläufe, wo sie schon überall waren, und alles, was sie im Gepäck haben, sind Instagram-Fotos vom Essen bei einem echten "Geheimtipp", natürlich fernab jeder touristischen Infrastruktur, und Geschichten von den netten Leuten, den Einheimischen, die so glücklich grinsen und Gott sei Dank deutsch können.
Bei Instagram sieht das so aus:
Ein bisschen Neid bleibt natürlich trotzdem.
Schöne Ferien zusammen!
Mittwoch, 15. Juli 2015
Kinder, was vergeht die Zeit. Vielleicht hat der eine oder andere (ich gehe mal nicht von mehr als zwei Lesern aus ;-)) mitbekommen, dass mein Update zum Raglan-Sommerpulli, der tatsächlich schon fertig ist, kurz online war - ich hatte ihn voreingestellt und dann die Fotos vergessen. Tja, Shit happens manchmal, erst recht, wenn man nach fünf Urlaubssemestern und neben Kind und Arbeit irgendwie versucht, die ersten Klausuren zu schreiben.
Und da folgte auch gleich der erste Absturz: Ausgerechnet die großartigste, inspirierendste, spannendste Vorlesung, die ich in meiner mittlerweile fast achtjährigen Studentenzeit (mit großen großen Lücken) bisher erlebt habe, endete mit einer eigentlich gar nicht so schweren schriftlichen Modulklausur - die ich wirklich kolossal versaut habe.
Ich weiß nicht einmal genau, woran es lag - meine Mitschriften waren vorbildlich und vollständig (ein echter Ausnahmefall), ich habe gelernt und ein entsetzter Blick nach der Klausur in den Hefter verriet mir auch, dass ich exakt diese abgefragten Inhalte gelernt habe, sie fielen mir nur schlicht und ergreifend nicht ein.
Und sonst so
Es gibt natürlich auch Schönes. Meinen neuen Job zum Beispiel. Das Plantschen im Ententeich mit Sohnemann. Blumen vom Gatten, als Entschädigung für die Axt im Walde, die er derzeit ist. Eine Freundin, die demnächst nach drei Monaten aus Malaysia zurückkehrt. Und die kleinen, feinen Fortschritte, die ich beim Vokabelnlernen feststelle und die mir Hoffnung für die nächsten Klausuren geben.
Und das hier mache ich den ganzen Tag:
Drückt mir die Daumen!
Sonntag, 5. Juli 2015
Auch weniger aufmerksame Leser haben sicherlich mitbekommen, dass zur Zeit hier mal so überhaupt gar nichts los ist. Gründe dafür:
- Hitze
- Prüfungszeit
- Neuer Job
- Ständig kranke Tagesmutter
- Hitze
- Prüfungszeit
- Hitze
- ...
Da aber das Einzige, was noch nervtötender ist als Hitze und Prüfungsstress Leute sind, die sich über Prüfungsstress und Hitze aufregen, versuche ich wenigstens schnell, zu beschreiben, was ich in den drei Minuten Freizeit täglich so anstelle.
Derzeit auf meinen Nadeln befindet sich ein Knitty-Pullover namens "Gemini" nach
dieser Anleitung. Wie immer leicht abgewandelt, nämlich Baumwollgarn mit meiner geliebten 4mm-Nadel, und am Rücken möchte ich einen Knopf anbringen. Außerdem hätte ich es gern etwas kürzer.
Das Original sieht so aus:
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| Pattern & Image © 2012 Jane Richmond. |
Und mein (schlecht fotografierter) Fortschritt bisher:
Die Passe gefällt mir sehr gut, und das Lochmuster ist zwar etwas nervenaufreibend zu stricken, aber lohnt sich. Irgendwann im Herbst ist er dann vermutlich fertig und bei meinem extremen Temperaturempfinden auch tragbar. Wobei mich Baumwollgarn immer wieder überrascht, es ist doch meist luftiger, als es wirkt.
Drückt mir die Daumen für die Prüfungswoche ;-)
Verlinkt bei
Maschenfein.
Freitag, 19. Juni 2015
Kinder und Gemüse, das Thema, das anscheinend Mütter allerorten und schon immer in den Wahnsinn treibt. Bücher, Filme und Serien sind randvoll mit Kindern, die ihren Spinat auf Wänden und Möbeln verteilen, Eltern, die mit allen möglichen Tricks versuchen, dem Nachwuchs ein Brokkoliröschen einzuverleiben, Versprechungen von körperlicher Stärke und Intelligenz inklusive.
Und wenn das nicht hilft, folgen Drohungen über böse Hexen und schlechtes Wetter.
Ich weiß nicht, ob mein Kind einfach seltsam ist oder ein entspannterer Umgang mit Essen tatsächlich geholfen hat, aber Gemüse war bei uns nie ein Problem. Der kleine Herr F. hat von Anfang an fast alles Grünzeug gegessen, was wir ihm vorgesetzt haben. Etwas anderes wäre ihm auch gar nicht übrig geblieben, da wir selten Fleisch und Fisch essen und der liebende Vater ständig Angst hatte, dem Kind könne irgendetwas Knochiges im Hals stecken bleiben.
Deswegen bekam Herr F. Beilagen, entwickelte eine seltsame Vorliebe für Brokkoli und auch wenn er zu Hause oder bei der Tagesmutter Fisch und Fleisch isst, bleiben die eher liegen als das Gemüse. Ein Lieblingsklassiker dabei ist Grillgemüse mit Reis (kleine Sauerei) oder Couscous (große Sauerei).
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