Samstag, 19. März 2016

Samstagskaffee - Woche #12

Wir waren im Kindergarten!

Zusammen mit anderen Eltern. Eine sehr skurrile Situation - alle wissen, dass es nur diesen einen Platz gibt, und alle wollen ihn. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, man müsse jetzt beweisen, wie sehr man ihn verdient hat, muss ein bisschen engagierter als die anderen sein, ein bisschen bedürftiger. Natürlich entscheiden am Ende Prioritäten und festgelegte Kriterien, nicht die Sympathie, aber das Gefühl bleibt.

Den größten Teil der Woche habe ich in Bibliotheken und Archiven verbracht, mich geärgert und prokrastiniert, Fliegen an der Wand angestarrt und Stichpunkte in den Computer gehämmert. Wie immer wird der richtige Workflow erst auf den letzten Metern einsetzen, bis jetzt wälzt sich die Hausarbeit wie ein zäher Klumpen vorwärts. Die relevante Literatur ist über Zweigstellen in ganz Leipzig verstreut, und sich durch "digitalisierte", also eigentlich nur abfotografierte Medien zu wühlen, ohne einfach Strg+F drücken zu können, kostet Zeit, Zeit, Zeit und Nerven. Kaffeetrinken darf man auch nicht. Meh.

Tweetiebird


Dafür habe ich einen Twitter-Account eingerichtet. Irgendwie habe ich Twitter nie so richtig verstanden, aber wenn man sich ein paar Stunden damit befasst. Und immerhin hatte ich nach zwei Stunden den ersten Follower, helau. Lustigerweise wollte ich nur einem Leipziger Blog über Bier folgen, und stellte dann fest, dass es sich um einen Bekannten meines Mannes handelt. Leipzig ist eben, das stell ich immer wieder fest, ein Dorf. Genauso habe ich über Twitter festgestellt, dass meine Arbeitskollegin Louise eine Leipziger Bloggerin und Slammerin ist. Zum weiteren Stalken von nahen und entfernten Bekannten bin ich nicht gekommen, und viel hab ich auch noch nicht getwittert, für meine nach drei Tagen schon drei Follower.

Und hier ist er, der erste Tweet:




Leselust


Es ist Buchmesse. Früher mochte ich die Buchmesse. Heute mag ich nur noch die vielen Veranstaltungen drumherum, in der Stadt, in Clubs, in Cafés, alles dreht sich ums Lesen, und das ist toll. Lokale Autoren, Verlage, Künstler, intelligente und schöne Menschen treffen sich und teilen ihre Freude am Lesen. Die Messe selbst ist mir zu teuer, zu voll, zu Manga.

Um tatsächlich zu Veranstaltungen zu gehen, so gern ich das auch tun würde, bin ich meistens zu beschäftigt. Am Wochenende arbeite ich, dann hab ich ja auch noch mit Uni (Hausarbeit!) und Kind zu tun, es will einfach nicht klappen, dass ich mal einen Abend frei habe. Vielleicht nehme ich trotzdem ein paar Lesungen mit, und wenn, dann definitiv eine von denen:

  • Julius Fischer, der einzige ernstzunehmende Promi im MDR, liest in der Zentralbücherei für Blinde (19. März, 16:00). Das erste mal von Julius Fischer gehört habe ich noch in meiner Schulzeit, als ich die Schul-Lesebühne mitorganisiert habe. Mein absoluter Lieblingswitz, den ich bis heute des öfteren zitiere, stammt von ihm: "Ich male ein Bild aus Kot und Kaffeesatz und nenne es: Der Morgen in mir.".
    Poesie.
  • Sputnik LitPop im Neuen Rathaus, u.a. mit einer meiner Lieblings-YouTuberinnen und vielen anderen interessanten Schreiberlingen. 19. März, 18:00.
  • Nacht der Lesebühnen im UT Connewitz, 20. März, 20:00. Präsentiert von LiveLyrix mit den üblichen Verdächtigen, deswegen ein schöner Abschluss, wenn man es sonst nirgends hinschafft.

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