Samstag, 12. März 2016

Samstagskaffee - Woche #11

Das bisschen Hausarbeit schreibt sich von allein...

Dann war ich im Stadtarchiv. Das erste Mal in meinem Studium, was skandalös ist, denn es gibt so viel zu sehen und für Studenten, die eine entsprechende Bescheinigung vorlegen können, ist die Benutzung umsonst. Für meine Hausarbeit habe ich mir Lokalzeitungen aus den 1890er Jahren vorgenommen, und wenn der Zeitdruck nicht gewesen wäre, hätte ich stundenlang lesen können. Für's Thema war es mäßig ergiebig, aber ausreichend, hoffentlich.

Ostergruss


Herr F. hat sich anstecken lassen von meinem Frühlingswahnsinn. Er freut sich auf Ostern fast noch mehr als auf seinen Geburtstag, und erzählt mir oft, was er seiner Lieblingscousine alles erzählen will (meistens geht es um Autos), was er dem kleinsten Cousin alles mitbringen möchte (zum Beispiel sein Lieblingsshirt, das nicht mehr passt), und lässt sich von mir Osterbräuche erklären. Dabei verzettel ich mich meistens in religiösen Grundsatzdiskussionen, wie neulich, als er mich nach dem Kopftuch einer Frau in der Bahn fragte, aber irgendwie schaffen wir es meistens zu einem Schlusspunkt, der für ihn Sinn macht. Anders lief es mit dem Frauentag, an dem er sehr enttäuscht war, als doch keine Frauen zu Besuch kamen.

Das mit der Auferstehung habe ich ebenfalls angerissen, aber dann vermischte sich das irgendwie mit seiner Grundangst - dass irgendwann die Dinosaurier wiederkommen und alles auffressen - und ich musste doch zugeben, dass der Tod relativ endgültig ist, was ihn beruhigte, aber verwirrte, und dann habe ich doch alles auf den Osterhasen abgewälzt. Gut, dass wir den Platz im christlichen Kindergarten nun doch nicht bekommen haben, das hätte einige unangenehme Elterngespräche gegeben.

Jedenfalls haben wir dann beschlossen, für die Tagesmutter einen kleinen Ostergruß zu basteln. Dafür durfte er Moos sammeln - wenn Dreijährige etwas können, ist es, Naturmaterialien in allen Variationen zu sammeln - und dann zusammen mit einer Narzissenzwiebel in ein Töpfchen drücken. Damit die Zwiebel keimt, habe ich sie noch mal aufs kalte Fensterbrett gestellt, und am Montag zieht sie dann zu den kleinen Käfern um.

Leseecke Leipzig


Es ist noch nicht Buchmesse, aber gibt auch jetzt schon viel zu lesen in Leipzig:



Zum Frauentag:

Kommentare:

  1. Jetzt hab ich über den Leipziger Bärlauch bei Elke zu dir gefunden....ich bin nämlich auch eine Leipziger Lärche.
    Ich bin mit Barlauch und dem Geruch am Auersee aufgewachsen....:-)) Schön, deinen Blog gefunden zu haben.
    Nächste Woche bin ich natürlich auch auf der Buchmesse..ich schreibe regelmäßig über Gartenbücher in meiner Leseecke.
    Zum Glück gab es bei uns und der Kindererziehung keine religiösen Spannungsfelder...:-)
    LG Sigrun

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    1. Naja, religiöse Vorgeschichte habe ich auch keine. Ich vergesse nur manchmal, dass Kinder auch mit einfachen Antworten wie "Osterhase" zufrieden sind, und hab versucht, ihm die kompletten Ursprünge darzulegen. Manchmal bin ich eben mehr Historikerin als Mutter. Dafür kennt er den Mann auf dem Urkrostitzer-Etikett und kann erzählen, wie er dahin gekommen ist. Auch schön :-)

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