Samstag, 5. März 2016

Samstagskaffee - Woche #10

Kennen Sie das, unter der Dusche zu stehen, vollkommen in Gedanken, denn es ist ja früh am Morgen, man überlegt schon mal, was man anzieht und ob man sich vielleicht auch irgendwann mal wieder die Beine rasiert, und plötzlich fällt ebenjene Dusche mit einem lauten Krachen in sich zusammen? Wahrscheinlich nicht. Ich wünsche es auch niemandem.
Genau das passierte mir am Montag, was sehr schlechtes Timing war, denn ich war a) verkatert, b) hatte sich der Heizungsmann für halb 8 angesagt und ich musste folglich schon um 7 duschen und c) war ich furchtbar verkatert.

Apropos Kater:

Ziggy Stardust, die Katze mit Bart.



Verkatert war ich deswegen, weil ich auf "ein" Feierabendbier mit meinen Kollegen zusammensaß. Und weil es so nett war und ich den ganzen Sonntag noch nicht dazu gekommen war, mich mal kurz hinzusetzen (ich mag Pausen eigentlich nicht), saß ich da so und das Glas füllte sich auf magische Weise wieder auf. Den Abend davor hatte ich bereits mit einer Freundin bei "einem" Wodka Lemon verbracht, um ihren neuen Job zu feiern, und kurz gesagt war der Montagmorgen nicht mein bester Freund. Dann kam das mit der Dusche, und da hatte ich schon keine Lust mehr auf die Woche. Außerdem war es der 29. Februar - ein Tag, der gar nicht existieren dürfte. Zu Recht, sag ich.

Shopping


Ein Gutes hatte das Erlebnis: Ich musste in den Baumarkt. Ich liebe Baumärkte. Als ich das erste Mal im Baumarkt war, um Schrauben zu kaufen, kam ich mit Balkonblumen, Bilderrahmen und einem Kerzenständer zurück. Mein Kind besitzt eine Kuscheldecke mit Autos, die wir im Baumarkt gekauft haben. Warum hat mir nie jemand gesagt, wie toll Baumärkte sind? Es macht fast so viel Spaß wie bei Ikea, nur dass mich bei Ikea immer der Neid auf anderer Leute Wohnung packt, während ich im Baumarkt einfach Lust habe, ganz viel an meiner Wohnung zu verbessern, und überlege, ob ich ein Schleifgerät kaufe und meinen Küchenschrank neu streiche.

Herr F. mag Baumärkte auch. Bei unserem letzten Besuch haben wir ihm eine große Schraube und drei unterschiedliche Muttern (Sechskant-, Hut- und Flügelmutter) gekauft, und er ist sehr sehr glücklich damit. Zufriedenes Kind für knapp 50 Cent.

Überhaupt war mein Kind äußerst liebenswert diese Woche. Ich habe ihm beigebracht, wie man Fenster putzt, und jetzt bettelt er schon, wann er das das nächste Mal darf und was er als nächstes putzen kann. Wahrscheinlich habe ich doch auch ein paar Sachen richtig gemacht mit ihm. Auch freut er sich wahnsinnig auf seinen Geburtstag und bereitet mit mir zusammen seinen Umzug ins Kinderzimmer vor. Er hat auch eingesehen, dass man mit drei ein großer Junge ist und ins Töpfchen pullern muss - oder an Bäume, was seine liebste Beschäftigung im Sommer ist.

Altersgebrechen


Außerdem: Nachdem mir mein Gatte, der gelernter Optiker und seit vierzig Jahren Maulwurf ist, geraten hat, meine in letzter Zeit etwas unscharf gewordenen Augen mal ärztlich untersuchen zu lassen, verbrachte ich einen ganzen Vormittag damit, mich von diversen Sprechstundenhilfen abwimmeln und vollnölen zu lassen, und ging dann einfach zu dem freundlichen Optiker um die Ecke, der im Winter recht oft Besuch von uns bekommen hatte, weil er eine Eisenbahn in seinem Schaufenster fahren ließ. So ködert man Eltern.

Ergebnis: Ich werde alt. Was mir die grauen Haare, die ich seit fünf Jahren immer wieder auszupfe, und die falschen Zähne bisher nur zugeflüstert haben, gab es jetzt schwarz auf weiß. Nach der 25 geht es bergab, sagte meine Biologielehrerin einst. Ach, ach.

Lesenswert


  • John Oliver, einer meiner liebsten Late-Night-Erklärbären, über Donald Trump. Noch sehenswerter, beschämender und für mich gerade in Hinblick auf die extreme Divergenz zwischen Stimmung in der Bevölkerung und staatliche Machtausübung überraschender ist übrigens seine Folge über Abortion Laws.
  • Wer mal wissen möchte, womit ich mich gerade für meine Hausarbeit beschäftige - oder einfach mal was über Leipzigs koloniale Vergangenheit wissen wollte.
  • Und damit es nicht ganz so deprimierend endet: Leipzigs letzter Schneemann.

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