Samstag, 27. Februar 2016

Samstagskaffee - Woche #9





Wir haben einen neuen Mitbewohner. Er heißt Franz Bomann und ist so leise, dass ich ihn kaum bemerke. Dafür hinterlässt er deutliche Spuren von Sauberkeit und Ordnung in unserer Küche. Übrigens neigen eher Frauen dazu, vermeintlich seelenlosen (Seelenlos? Mein Franz? Wie könnt ihr!) Objekten Namen zu geben - meistens weibliche, noch dazu. Ersteres habe ich erwartet, letzteres überrascht mich. Vielleicht ist das die Sehnsucht einsamer Hausfrauen nach Sex-and-the-City-Freundinnen. Ich persönlich mag es, wenn Männer für mich arbeiten.

Allerdings habe ich auch Hausarbeit nie als etwas spezifisch weibliches gesehen, vor allem, weil bei uns seit frühester Kindheit immer alle Aufgaben geteilt wurden. Dass wir nur Frauen im Haushalt waren, dafür kann ja die Statistik nichts. Ich bin sicher, mein imaginärer Bruder hätte genauso den Staubsauger schwingen müssen wie ich auch schon als Zehnjährige Holz gehackt habe. Und wenn Herr M. und ich uns den Haushalt nicht teilen würden, wäre hier nie etwas sauber.

Muddikram


Ansonsten habe ich mich die Woche mit dem Jugendamt herumgeärgert und festgestellt, dass all meine Probleme, die ich seit vier (!) Monaten mit der Suche nach einem Kindergartenplatz habe, nicht hätten sein müssen, wenn mir gleich einer gesagt hätte, dass diese allein an einem Fehler am Internetportal liegen und nicht an mir. Das wäre super gewesen, und es hätte mir Sätze erspart wie "Wir haben schon 300 Anmeldungen für dieses und nächstes Jahr, aber wenn Sie wollen, setze ich Sie auf die Warteliste." Nunja. Wir sind einem Platz um einige Millimeter näher gekommen und stehen auf einigen langen Listen, von denen eine sich hoffentlich bis Juni etwas bewegt.

Kriegt Kinder, haben sie gesagt. Demografischer Wandel, haben sie gesagt, wir brauchen Kinder.

Unikram


Und dann: Das Vorlesungsverzeichnis des Historischen Seminars. Wenn sie was können, diese Historiker, dann ist es rechtzeitige Semesterplanung. Niemand bringt sein VVZ so schnell heraus, und ich war schwer begeistert beim Durchlesen. Der Historiker hält gerne Winterschlaf, weswegen die Sommersemester um glatte 150% spannender sind als die Wintersemester. Außerdem sind wir ja auch Geisteswissenschaftler, und pünktlich zum Jahresende laufen die Zeitverträge ab, also lässt sich ein Wintersemester schlechter planen. Aber der Sommer! Herrscherinnen und Fürstinnen im Hochmittelalter! Römer in Südwestdeutschland! Kodikologie und Editionswissenschaft! Bergbaugeschichte in Sachsen! Ich weiß gar nicht, was ich zuerst studieren soll. Es ist alles so spannend. Wahrscheinlich bleibe ich beim Bergbau - meine heimliche Leidenschaft neben Wirtschafts- und Handelsgeschichte. Ich glaube, ich bin manchmal ein bisschen seltsam.


Lesenswertes


  • "Letzte Station Bilanzbuchhalter" von Frau Fadenvogel. Ich mag ihre Art, zu schreiben, und ihren Humor, und dass sie ohne Hysterie und Aufregung ihr Ding macht. Das gibt ein bisschen Mut, wenn ich mal wieder überlege, wozu ich mir den ganzen Stress eigentlich noch gebe.
  • "Neue Musik aus Leipzig" gibt es regelmäßig bei der Heldenstadt. Diese Woche ausnahmsweise auch mal mit welcher, die mir gefällt.
  • Nhi von narcoticarts, die man ab und zu auch live sehen kann, hat sich ebenfalls Gedanken über die Woche gemacht, und schreibt unter anderem über sächsische Nazis und unfaire Prozesse für Missbrauchsopfer. Achja, und Nudelsalat.
  • Der Strand-Knigge für junge Damen von 1967. Enjoy.

Wie immer, wenn dieser Artikel erscheint, bin ich bereits fleißig bei der Arbeit. Das Wetter wird langsam hübscher, der Weg zur Arbeit macht Spaß und tut gut, die meisten Gäste sind zufrieden und gut gelaunt, und die Kollegen ein eingespieltes Team. Trotz Stress trägt also die Arbeit gerade maßgeblich zu meiner entspannten Gesamtsituation bei.

Ich mag den Frühling.


Mittwoch, 24. Februar 2016

Ode an Franz.

Franz ist der neue Mann an meiner Seite. Franz ist neu eingezogen, wir kennen uns noch nicht so gut. Trotzdem hat er sich ohne Zicken und Meckern gleich an die Arbeit gemacht.


Ungeschminkt und ungekämmt, aber zufrieden.


Nie wieder Abwaschberge! Nie wieder Ekeltöpfe! Hygienisch sauberes Kinderspielzeug! Und das alles, während ich gar nicht zu Hause bin und viel viel wichtigeren Tätigkeiten nachgehe.

Ach, Franz.
Samstag, 20. Februar 2016

Samstagskaffee - Woche #8

Ein freier Vormittag Anfang der Woche gab mir endlich Gelegenheit, alle aufgeschobenen Hausarbeiten zu erledigen. Wenig romantisch, ich weiß. Aber ein sauberes Schlafzimmer - mit frischen Narzissenzwiebeln! - ist ein äußerst befriedigender Anblick. Wenn ich jetzt noch dazu komme, mein altes kaputtes Bücherregal zu ersetzen, bin ich fast zufrieden.


Grüne Mitbewohner: Narzissentöpfchen, Monstera, Efeu


Außerdem musste ich einsehen, dass Weihnachten vorbei ist, und den Weihnachtsbaum abschmücken. Schmerzhaft, aber es sind ja nur noch 9 Monate, bis er wieder steht - und wie schnell 9 Monate rum sein können, weiß ich schließlich ganz genau.

Am Donnerstag habe ich das erste Mal in meinem Leben eine Spülmaschine gekauft - es war furchtbar aufregend. Abwasch ist das Lästigste, was unseren Haushalt gerade befällt - jeden Tag wieder stapeln sich schmutzige Teller in der ohnehin schon mehr als knapp bemessenen Küche, jeden Tag streiten wir uns, wer jetzt wieder abwaschen muss, und nie habe ich genug saubere Töpfe, wenn ich kochen will. Abwasch raubt Zeit, Nerven und Platz, und als ich dann las, dass moderne Spülmaschinen sowieso wassersparender sind, setzte sich dieser Wunsch fest. Da wir eine Gastherme haben, die ewig braucht, um das Wasser zu erwärmen, ist die Ersparnis, wie ich sie ausgerechnet habe, trotz Stromkosten tatsächlich enorm.

Kurzum: Ich habe eine Spülmaschine gekauft. Sie hat fast mein letztes Gehalt verschlungen und muss noch geliefert werden, aber ich bin sehr zufrieden mit mir und freue mich jeden Tag auf DEN Tag, an dem ich das letzte Mal in eine mit Geschirr überfüllte Spüle starren muss. Der Spediteur sagte mir, das sei Montag, und bis dahin werde ich vermutlich alle damit nerven.

Das wird schön.

Dienstag, 16. Februar 2016

Wardrobe Architect #2 - Grundausstattung

Endlich, endlich konnte ich mich mal dazu durchringen, die gute Arbeit des Kleiderschrankorganisierens weiterzuführen.

(c) https://blog.colettehq.com/wardrobe-architect/

Das Ziel eines gut sortierten und ausgemisteten Kleiderschrankes ist die "Grundausstattung", also diese Teile, die man je nach Stimmung und Wetter variieren und kombinieren kann, die, von denen man weiß, dass man sie mehr als einmal trägt, und die entsprechend sorgfältig ausgesucht und von besserer Qualität sein sollten.

In der Wardrobe Architect-Reihe findet man dafür folgende Kriterien:

  • Choose one to six silhouettes for the season.
  • Create a color palette.
  • Break down your silhouettes and colors into a list of pieces.
  • Organize what to make, what to buy, and what you already own.

Naja, wie ich im letzten Post schon festgestellt habe, ist das für mich nicht so schwer. Meine bevorzugten Formen und Farben sind eher limitiert und ändern sich im Laufe der Jahreszeiten nur bedingt (bauchfreie Tops zum Beispiel). Mit meiner Farbpalette bin ich zufrieden und möchte sie eigentlich nicht erweitern:





Montag, 15. Februar 2016

Playlist des Monats - Februar '16

Das mit dem Mixtape hab ich zwar zeitlich verpasst oder mich zumindest durch Unvermögen im Umgang mit der Technik (versehentliches Überspielen der NKOTB-Kassette meiner Schwester anno 1994) disqualifiziert. Spotify-Playlisten dagegen mag ich sehr.

Diesen Monat merkt man meinen Hörgewohnheiten an, dass ich viel Ruhe brauchte. Neben den hunderten Stunden durchgehörter Sherlock-Holmes-Hörbücher finden sich deswegen etwas düsterere Töne, die aber ganz gut meine Konzentrationsmusik abbilden. Meine Lieblings-Arbeitsmusik ist ja immer Death In June gewesen.





Außerdem merkt man wohl, dass ich mit Frauenstimmen nicht so sehr viel anfangen kann. Eigentlich höre ich am liebsten sehr tiefe Männerstimmen, die meisten anderen gehen mir schnell auf die Nerven. Woran das liegt, wird wohl noch Jahre nach meinem Tod Gegenstand der Forschung sein. Oder so.

Lieblingslied


Auf dieser Liste mein Favorit ist wohl "Ruins" von O.Children. Was mich allerdings auch jedes Mal wieder umhaut, ist "Sleep Paralysis" von Gabriel Bruce, den niemand kannte, bis dieses Lied in der Serie "Teen Wolf" lief - und ich bekenne mich etwas verschämt dazu, dass das eine meiner Lieblingsserien ist. Man muss ja auch mal Fangirl sein.
Samstag, 13. Februar 2016

Samstagskaffee - Woche #7




Ich hab Blümchen bekommen!
Jeder, der mich schon mal über die ersten Schneeglöckchen (die auch schon gesichtet wurden) hat jauchzen sehen, weiß: ich liebe Frühblüher, erste Frühlingssonnenstrahlen, Frühlingsluft und überhaupt Frühling. Frühling! Ich bin ein Frühlingskind, genau wie meine Mutter und meine Großmutter vor mir, und mein Märzsöhnchen nach mir. Mein Mann weiß das auch, und als er die Narzissenbündel sah, brachte er mir spontan welche mit.

Das da oben ist übrigens das Äußerste an Frühstück, zu dem ich morgens fähig bin: Kaffee, Erdnusscreme, Schokocreme. Ich kann vor dem Mittag einfach nichts zu mir nehmen, das nicht mindestens zu 95% aus Zucker und Fett besteht. Wenn ich also mal frühstücke, dann süß. Samstags auch oft auf Arbeit, wo mir meine Lieblingsköche ein paar Pancakes zaubern - und es meistens mit nicht ganz ernst gemeinten Drohungen ob der frühen Arbeit servieren. Die ganz verwegenen schicken noch ein "Iss nicht so viel, du wirst zu fett!" hinterher.

Dienstag, 9. Februar 2016

Resting Bitch Face

Endlich ist das Rätsel gelöst, warum mich meine Umwelt schon so lange ich denken kann für griesgrämig und auch ein bisschen eingebildet hält - das Phänomen des "Bitchy Resting Face" oder "Resting Bitch Face" wurde nun auch wissenschaftlich nachgewiesen. Betroffene Menschen, oder, let's face it, Frauen wurden von einem speziellen Computerprogramm als signifikant schlechter gelaunt eingestuft als nicht Betroffene - und das, obwohl alle "neutral" aussahen.

Dass Frauen den allergrößten Teil der Betroffenen ausmachen, ist nicht weiter verwunderlich, wird doch von Frauen ständig verlangt, Freundlichkeit und Wärme auszustrahlen und generell die Umwelt durch ihre Präsenz schöner zu machen. Resting Bitch Face dagegen beschreibt "a facial expression (or lack of expression) which unintentionally appears angry, annoyed or irritated." (Wikipedia).


@dlorac (instagram)



Interessanterweise gibt es aber auch Pluspunkte: "Women used to being constantly misunderstood focus more on the words someone says, rather than their tone, body cues, or facial expressions, ensuring a more effective flow of information between both parties." (Quelle)
Jetzt weiß ich also endlich, warum Referenten ins Schwitzen geraten und nervös fragen, ob ich anderer Meinung sei, wenn ich ihnen konzentriert zuhöre, warum mein Deutschlehrer mir einst gestand, er habe Angst vor den Abgründen in meinem Kopf, und warum ich keinen Satz im Leben so oft gehört habe wie:

"Marianne, warum schaust du denn so böse?"

Samstag, 6. Februar 2016

Samstagskaffee - Woche #6





Schon wieder eine Woche rum. Während das hier erscheint, bin ich bereits seit 9:00 Uhr ein fleißiges Bar-Bienchen. Diese Woche bekam ich nämlich eine klitzekleine Beförderung und darf nun alleine die Frühschicht fahren. Die Einführung dazu, angekündigt mit der Ermahnung, ich solle mir auf jeden Fall alles gut aufschreiben und ob ich mir das wirklich, wirklich zutraue, erfolgte innerhalb von zwei Minuten mit den Worten: "Als erstes machst du die Kaffeemaschine an. Dann kochst du Kaffee. Dann trinkst du Kaffee und wartest auf Gäste."

Und sonst so?
Mittwoch, 3. Februar 2016

Gemüse-Hähnchencurry mit Erdnusssauce


Man kennt das ja schon - bei uns wird mit kleinem Budget gekocht. Lecker und gesund darf es trotzdem sein. Die Zutaten habe ich eigentlich immer da, nur das Fleisch musste ich frisch kaufen.





Zutaten für 2 Portionen:


  • 400g Hähnchengeschnetzteltes
  • Gemüse: 1-2 Paprika, 1 kleine Zwiebel, Kaisergemüse (TK), etwa zwei Hände voll
  • 200ml (1/2 Dose) Kokosmilch
  • 2 Esslöffel Erdnussmus
  • 2 Esslöffel rote Currypaste
  • etwas Ingwersaft (gibt es bei dm)

Das Fleisch sollte man vorher marinieren, damit es nicht zu trocken wird - dafür einfach in einem Behälter mit der Currypaste mischen und über Nacht im Kühlschrank aufbewahren. Das Gemüse in einer großen Pfanne andünsten, dann das Fleisch dazugeben und bei großer Hitze anbraten. Wenn das Geflügel von allen Seiten weiß ist und langsam goldbraun wird, mit Kokosmilch ablöschen, Erdnussmus, Curry und Ingwer zugeben.

Zum Abschmecken habe ich Salz, Pfeffer, Sambal Oelek und Zitronengras benutzt. Dazu gab es Basmati-Reis.
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