Samstag, 30. Januar 2016

Samstagskaffee - Woche #5





Eine schöne Woche, trotz krankem Kind. Ich habe mich mit Freunden getroffen, die Wohnung auf Vordermann gebracht und endlich mein Strickkleid angefangen, das ich schon ewig plane. Außerdem bin ich mit dem Bücherstapel fertig geworden, den ich zu Weihnachten bekommen habe.

Viel mehr steht im Moment gar nicht an - die Prüfungszeit rückt näher, aber da ich dieses Semester nur eine Prüfung und ansonsten Hausarbeiten habe, ist auch das eher eine entspannte Aussicht. Auf Arbeit unterhalte ich mich beim Gläserpolieren über Astrophysik und Barbiepuppen oder erkläre meine Faszination für Leipziger Stadtgeschichte.

Läuft.

Dienstag, 26. Januar 2016

Verstrickt.





Stricken beruhigt.

Es lenkt die Gedanken in feste Bahnen. Links, rechts, links. Ab und zu ein Schlenker, ein unerwarteter Ausbruch aus der Routine. Zunahmen, Abnahmen, bis alles passt. Und erst am Ende zeigt sich das Gesamtergebnis.

Sonntag, 24. Januar 2016

Samstagskaffee - Woche #4


Weichzeichner is a girl's best friend.


Kindergartensuche - ein Graus. Besonders, wenn das Kind ein Frühlingskind ist. Denn Kindergartenplätze werden erst im Herbst frei, wenn die ABC-Kinder in die Schule aufrücken und mein Kind entweder ein halbes Jahr zu jung oder bereits ein halbes Jahr "zu alt" ist.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe meine Tagesmutter. Unter all den unmotivierten, un(aus)gebildeten, unfreundlichen Tagesmüttern, die ich bei der Suche nach ihr kennengelernt habe, stach sie hervor wie ein Licht am Ende eines sehr deprimierenden Tunnels. Sie ist das perfekte Gegenstück zu mir selbst: Immer freundlich, gut gelaunt und engagiert, wird vom Vorlesen nicht müde und hat immer neue Ideen, wie man Kleinkinder bei Laune hält. Während ich ihm Dinge beibringe wie wer der Mann auf der Urkrostitzer-Flasche ist oder wie ein Verbrennungsmotor funktioniert (Danke, Google), lernt er von ihr lebenspraktische Dinge - sich durchsetzen gegen andere Kinder und viele viele Reime und Lieder.

Kurz: Ich liebe meine Tagesmutter. Aber einen pädagogischen Spagat zwischen einem acht Monate alten Baby und einem Dreijährigen, der sich gerade Lesen beibringt, kann man als einzelne Person nicht schaffen. Und in letzter Zeit macht sich das bemerkbar. Dazu wird sie demnächst Babypause einlegen.

Kindergartensuche bedeutet vor allem hartnäckig sein. Anderen auf den Keks gehen. Das kann ich nicht besonders gut. Wenn jemand schreibt "Wir bitten Sie, von weiteren Anfragen abzusehen", gehe ich davon aus, dass er das so meint, und nicht, dass er einen nach zwei Wochen wieder vergessen hat und erinnert werden möchte. Und dann dieses Anbiedern. Da gibt es Kindergärten, die auf ihren Homepages Bewertungen von betreuten Kindern abdrucken. Ich wette, die haben die Erzieher selbst geschrieben. Bestimmt Fabian, der kommt am besten weg.

Vielleicht gründet sich meine Abneigung gegen Kindergärten auf meine eigenen schlechten Erfahrungen. Noch Jahre nach der Wende wurden hier in Sachsen die gleichen Erzieherinnen mit den gleichen, teils fragwürdigen Methoden in Kindergärten eingesetzt. Alle Menschen meines oder eines älteren Jahrganges, mit denen ich zu tun habe, können Horrorgeschichten über ihre Erzieherinnen erzählen, von einfacher Fahrlässigkeit bis zu psychischer und physischer Gewalt. Ich kenne wenige, die gern und liebevoll an diese Zeit zurückdenken. Vor allem Kinder, die ein bisschen aus der Reihe tanzten, wurden von der spätsozialistischen Gleichmacherei getroffen. Das sollte ja mittlerweile anders sein.

Nunja, ich suche weiter.
Samstag, 16. Januar 2016

Samstagskaffee - Woche #3


via musicfeeds.com.au


Es gibt Zeiten, in denen ist es besonders schwer, auf dieser Welt zu leben. Es ist schwer, Frau zu sein, es ist schwer, denkender Mensch zu sein. Es ist schwer, nicht in Automatismen zu verfallen, und manchmal hätte ich Lust, mich einfach einer obskuren Sekte anzuschließen, nur um einer höheren Macht pauschal die Schuld geben zu können, und sie nicht in komplexen politischen und soziokulturellen Zusammenhängen zu suchen, die sich nicht lösen lassen.

Die gleiche Ohnmacht, die ich seit Jahren empfinde, wenn wieder einmal ein Raketenhagel einen Waffenstillstand in Israel bricht, wenn wieder ein Versuch scheitert, in den USA schärfere Waffengesetze einzuführen, wenn wieder irgendwo ein gigantischer Missbrauchsskandal aufgedeckt wird, die gleiche Ohnmacht scheint sich im Moment regelrecht festzusetzen und mich zu lähmen. In- und außerhalb meiner Familie scheint seit Jahren eine Hiobsbotschaft die nächste zu jagen, und es gibt Zeiten, da vergisst man die ganzen guten Nachrichten dazwischen.

David Bowie ist gestorben - der einzige Mensch auf der Welt, an dessen Unsterblichkeit ich wirklich und wahrhaftig geglaubt habe. Natürlich finden viele es albern, um Menschen zu trauern, die man nicht persönlich kannte, aber solche Leute wiegen auch Menschenleben gegen Menschenleben auf und sagen höhnisch Sätze wie: "Der Tod eines Menschen ist eine Tragödie, der Tod von Millionen nur eine Statistik." Dieser Satz stammt übrigens von Josef Stalin, und er stimmt. Weil unser Hirn ab einer bestimmten Dimension Tragödien nicht mehr verarbeiten kann und sich damit schützen muss, sie in Statistiken umzuwandeln. nicht umsonst haben wir (ja, wir) jahrelang mehr oder weniger geistesabwesend die ertrunkenen Menschen im Mittelmeer überblättert, aber waren schockiert und fassungslos angesichts der Leiche eines Kleinkindes am Strand.

Und so war es auch sein Tod, der mich diese Woche schockiert hat (und, ein paar Tage später, Alan Rickmans). Die Welt ist ärmer um einen Mann, der Millionen von Leben berührt und besser gemacht hat.

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