Donnerstag, 31. Dezember 2015

Die mit dem Jahresrückblick

Was soll's, jeder tut es insgeheim: diese kleine Liste abarbeiten, was man dieses Jahr wieder alles nicht geschafft hat. Erlebnisse rekapitulieren. Pläne machen. Verknappen und romantisieren. Here we go.







Januar


Wir suchen eine Waffe, und finden sie zwischen alten Fotos. Was zieht man zu einer Beerdigung an, wenn man nur Schwarz im Kleiderschrank hat? 

Februar


Ich fange an, mich auf den Studien-Wiedereinstieg vorzubereiten, und fühle mich schrecklich dumm. Die werden ja so schnell groß. Leonard Nimoy ist tot.

März


Schnubbi wird zwei Jahre, ich fühle mich alt. Es regnet. Gruppenfoto mit Buddha. Treffen mit der Familie. Großeltern, Mutter, Kinder, Enkel, Urenkel. Eierlikörtorte! Ich bin furchtbar betrunken und schlafe auf dem Fußboden ein - Jugendherberge halt. Nie wieder Roséwein. Terry Pratchett ist tot.

April


Mein Vierteljahrhundert ist voll. Die erste kleine Lebenskrise. Ich kaufe Anti-Aging-Nachtcreme und schäme mich ein bisschen dafür. Die Uni geht los, und mit ihr eine wunderbar inspirierende Vorlesung. Ich fasse neuen Mut und Schwung, und gehe sogar wandern.

Mai


Pfingsten: Es wird dunkel in Leipzig. Wir treffen uns im Park, trinken Bier und lästern über das stolzierende Schwarzwild. Söhnchen fällt in einen Graben. Auf dem Heimweg muss ich meine Absätze gegen Turnschuhe eintauschen. Ach, eitle Jugend.

Juni


Meine Mutter zieht um, mal wieder. Ich nutze ein paar freie Tage, um mich mit alten Schulfreunden zu treffen, und bin einigermaßen entsetzt. Plötzlich ist es nicht mehr schlimm, dass ich noch nicht weiß, was ich mal werden will. Hauptsache, ich habe keinen Bausparvertrag. Christopher Lee ist tot.

Juli


Neuer Job! Rekordhitze, mal wieder. Ich schneide mir die Haare ab und fühle mich zwei Kilo leichter.

August


Semesterferien. Ich schreibe zum ersten Mal eine gelungene Hausarbeit und habe, nicht zum ersten Mal, Freude an Job, Lernen und den Nachmittagen mit meinem Nachwuchs. Zweiter Kurztrip nach Görlitz in diesem Jahr. Herr F. überquert erstmals eine Grenze (ohne Schwert, das kann man drüben kaufen) und isst geschätzte zwei Kilogramm polnische Fleischgerichte. Mr. Spock gewinnt im Scheibenholz.

September


Herr F. kommt in die Trotzphase. Geburtstag bei O. - ich bin leicht betrunken. Meine Zähne sind wieder so etwas wie vollständig. Meine Mutter zieht um, schon wieder. Aus drei Katerchen werden zwei.

Oktober


Der Oktober macht mich vor allem wütend und raubt Kraft. Das neue Semester fängt an und enttäuscht auf ganzer Linie. Gut, dass es Halloween gibt. Unsere Kürbisse liegen übrigens zum Jahresende immer noch auf dem Fensterbrett, und ich denke, das tun sie bis nächstes Jahr. Ciiiiircle of Life.

November


Paris macht sprachlos. Trotzdem zunehmende Weihnachtsstimmung. Einen laktosefreien Kakao mit Bailey's, bitte. Ich bin jetzt Barfrau und sage: Hammwer nich. Ich lasse mich kurz von Internetblödsinn mitreißen und stimme dafür, "Die Kassierer" zum ESC zu schicken. Helmut Schmidt ist tot.

Dezember


Was? Schon wieder vorbei?! Dezember ist nicht unser Monat - eine neue Familienkrise kündigt sich an.
Lemmy ist tot.


Und wie geht es 2016 weiter?


Auch dieses Jahr habe ich gute Vorsätze. Einige nur für mich allein. Die anderen:

1. Weiterstudieren.
2. Latinum schaffen.
3. Meine Schwestern besuchen (diesmal echt!).




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