Freitag, 28. August 2015

Wardrobe Architect #1 - Schon wieder nichts anzuziehen...

Und weiter geht es mit oberflächlichem Mädchenkram! Mein Kleiderschrank ist chaotisch, unsortiert und in den letzten Jahren recht unkontrolliert gewachsen, weil sich mein Geschmack ziemlich gewandelt hat. Dazu später mehr. Jedenfalls soll langsam eine Ausmistaktion her, und wie startet man damit besser als mit einer schönen, bunten Liste?

(c) https://blog.colettehq.com/wardrobe-architect/

Inspiriert von einem Blogpost bei GreenBird habe ich mich mit der Reihe beziehungsweise dem Konzept "Wardrobe Architect" auseinandergesetzt. Wie ich unter Danielas Post schon geschrieben habe, finde ich es nicht übertrieben, seinen Kleiderschrank systematisch zusammenzusetzen. Denn auch ich, das geb ich zu, bin schon manchmal ein Opfer von Spontan-gekauft-und-dann-nie-angezogen geworden. Außerdem erstelle ich gerne Collagen.

Wie findet man den "Core Style"?

In der ersten und zweiten Übung des "Wardrobe Architect"- Projektes geht es darum, den eigenen Core Style, also im Endeffekt den groben Stil, den man beibehält und je nach Anlass variiert, zu finden. Sarai Mitnick, die Autorin, nennt dazu als Faktoren:

  • History: Your personal history and life events.
  • Philosophy: Your religion, spirituality, or general philosophy.
  • Culture: Your cultural background and the aesthetic values you grew up with.
  • Community: Your friends and the people around you.
  • Activities: Your interests, activities, and hobbies.
  • Location: Where you live.
  • Body: How you feel about your body.

Am entscheidendsten davon sind für mich und vermutlich für die meisten Frauen History, Philosophy und Body. Diese drei sind maßgeblich dafür verantwortlich, in welche Richtung sich mein persönlicher Geschmack in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, weil sie gleichzeitig natürlich auch die Bereiche sind, die selbst die größten Veränderungen durchgemacht haben, sei es nun durch lokale (7 Umzüge), emotionale (Beziehungen, Familie und Freunde) oder physische Veränderungen (+/- 20 Kilo). Ich bilde mir auch ein, langsam so etwas wie erwachsen zu werden und eigene Geisteshaltungen zu haben.

Farben und Formen

Weiterhin wichtig sind "shapes and colors", also Formen und Farben. Das zu beantworten fiel mir sehr leicht. Obwohl ich Muster und auffällige Farben mag, trage ich sie nicht. Im Alltag, in der Uni, auf Arbeit, zum Feiern - ich trage schwarz. Wenn ich eine Farbe trage, dann nur diese eine, und immer in Verbindung mit, genau, schwarz. Am liebsten mag ich und am besten steht mir dabei Rot und Türkis.





Auch über die Formen, die mir stehen und sie ich an mir mag, habe ich bereits vorher nachgedacht.

  • Tops und T-Shirts: enganliegend, manchmal bauchfrei, selten längere Ärmel als 3/4. Meistens tief ausgeschnitten oder Rollkragen. Keine Neckholder, das betont meinen Buckel. Blusen trage ich nur zur Arbeit.
  • Kleider: oben enganliegend, unten ausgestellt oder gleich eine Wurstpelle. Nicht zu lang.
  • Röcke und Hosen: fast ausschließlich Röcke, ausschließlich kurze (knielang ist schon zu lang). Röcke entweder knalleng oder A-Linie. Wenn Hosen, dann eng, wenn Strumpfhosen, dann einfarbig. Gerne Stulpen oder Kniestrümpfe. Keine kurzen Hosen.
  • Schuhe: Je höher, desto besser, Pfennigabsätze sind okay, Blockabsätze besser. Ich hasse Turnschuhe, aus Bequemlichkeitsgründen beim Parkspaziergang und auf Arbeit müssen sie trotzdem sein. Ich habe breite, große Füße, also nichts, was sehr spitz zuläuft und nichts zu klobiges. Die einzigen, für die ich nennenswert Geld ausgebe, sind Dr. Marten's, alle anderen dürfen auch aus der 10€-Restekiste oder der Faschingsabteilung sein.
  • Jacken: Trage ich selten, weil ich nicht friere und mich mit langen Ärmeln unwohl fühle. Im Winter habe ich einen schicken Kunstpelzmantel, der mich aussehen lässt wie eine russische Nutte, meinen anonyme Quellen. Auch hier achte ich darauf, dass die Sachen eng anliegen, möglichst tailliert.
  • Haare: Ich wollte so gern lange Haare, und sie sind mir einfach zu pflegeaufwendig. Stehengeblieben bin ich deswegen bei einem Bob mit kurzem geradem Pony. Für Extravolumen muss ich sie curlen. Meistens lasse ich sie offen oder stecke die vorderen Strähnen mit Spangen nach hinten.
  • Make-up: Im Alltag nur getönte Tagescreme, Abdeckstift, Eyeliner und Mascara. Niemals fehlen dürfen Lippenstift und die nachgemalten Augenbrauen. Zum Ausgehen kommt noch dunkler Lidschatten dazu.

Puh, geschafft. Ich bin mir nicht sicher, ob noch jemand mitliest.

Was sagt das aus?

Formen haben zwei Funktionen: Kaschieren und Unterstreichen. Alle meine Entscheidungen oben erfüllen diese Funktionen, beispielsweise kaschieren 3/4-Ärmel meine langen Gorilla-Arme, während kurze Röcke meine Beine unterstreichen.

Insgesamt unterscheide ich wenig zwischen Alltag und Nicht-Alltag und das meiste in meinem Kleiderschrank ist zu beinahe jedem Anlass tragbar. Wenn ich viel laufen muss, achte ich natürlich auf praktische Schuhe, geht es allerdings nur ins Büro, fahre ich auch mal in meinen roten Glitzer-High-Heels Fahrrad. 

Ausmistbedarf findet sich vor allem dort, wo Kleidungsstücke schon länger ungetragen herumliegen, sei es, weil sie mir nicht mehr gefallen, nicht mehr passen oder nicht stehen und trotzdem gekauft wurden.



Mein Fazit nach dem ersten Part der "Wardrobe-Architect"-Serie

Wer sich nicht nur nach Trends richten, sondern tatsächlich seinen eigenen Stil verfolgen und leben möchte, dem bietet die Reihe gute Anhaltspunkte dafür, diesen zu finden und "überflüssige" Kleidungsstücke auszusortieren.

Mir persönlich hat dieser erste Teil recht wenig Neues verraten. Im nächsten Teil soll es dann um die praktische Anwendbarkeit gehen, was mir schon eher etwas nützen wird, denn dann kommt das nervige Sortieren und das Umsetzen all der schönen Listen. Dafür muss ich dann leider vom Sofa aufstehen.

1 Kommentar:

  1. "Dafür muss ich dann leider vom Sofa ausstehen" :-D

    Hab mal den heimatlichen Kleiderschrank bei meinen Eltern entrümpelt. Da kommen immer die Sachen rein, von denen ich mich noch nicht trennen kann und für die ich in der eigenen Wohnung keinen Platz mehr hab. Außer drei T-Shirt und zwei Röcken hab ich alles rausgeschmissen. Innerhalb von 5 Minuten. Manchmal kann es so schnell gehen :-D

    Ich unterscheide auch nicht zwischen Alltag und Nicht-Alltag, denn ich hasse Trainingshosen oder "Hauskleidung". Brrrr, da hab ich irgendwie immer einen übergewichtigen Ehemann (mit Bierbauch und Feinrippunterwäsche), vier kreischende Kinder und den Satz "Schatz, hol mir noch ein Bier!" im Kopf...

    Liebe Grüße, Daniela

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