Mittwoch, 12. August 2015

Time, where did you go? - Organisiert bleiben


Keinen Satz höre ich, wenn ich beiläufig aus meinem Leben erzähle, so oft wie "Wie schaffst du das eigentlich immer alles?"

Also, ich finde schon, dass es recht anstrengend ist, Studium, Kind und Arbeit nebeneinander zu jonglieren, und gerate auch ab und zu ins Schwitzen, wieviel ich aber tatsächlich mache, wird mir meistens erst bewusst, wenn ich mein Pensum ausgebreitet vor mir liegen sehe. Und weil ich selbst erst mühsam lernen musste, mich so gut zu organisieren, und eigentlich, wenn man mich lässt, eher zu den Tagträumern und Schlendrianen gehöre, gibt es hier und heute mal den nach meiner Erfahrung besten Weg, wie man ein besonders volles Leben gebacken bekommt - einen Terminplaner führen!


Ordnung ist das halbe Leben...

Eigentlich furchtbar banal, aber das habe ich früher eher unzuverlässig getan. Verpasste Termine, Hetzen und Anspannung, obwohl ich ja eigentlich scheinbar unausgelastet war, waren die Folge.









Mein bester Freund ist mein Google-Kalender. Das ist zwar weniger hübsch, aber einfach übersichtlicher als der analoge Taschenkalender, gerade bei langfristigen Aufgaben, die ich so immer am Bildschirmrand kleben habe, anstatt sie als Post-it zwischen zwei Seiten zu finden oder, noch besser, einen Tag vorher festzustellen, dass es sie gibt. Und was mein Kalender weiß, weiß auch mein Handy.

In den Kalender muss alles rein, was ich tagsüber mache. Im Semester sind das nicht nur die Lehrveranstaltungen, sondern ich speichere mir sogar extra Stunden zum Lernen und Mittagspause etc. ein. Gerade für Prokrastinatoren ist das eine echte Erleichterung, wenn man exakt weiß, von wann bis wann man was machen muss, und eine feste Uhrzeit hat, zu der man sich kurz entspannen kann. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

9:15-10:45 Vorlesung 

-- KAFFEE -- 

11:00-12:30 Lernen  

-- Mittagessen --  

13:00-14:00 Lernen  

-- Pause --  

14:15-15:00 Seminar  

-- Auf zur Tagesmutter --

Selbst an Tagen, an denen ich "nur" eine Vorlesung hatte, habe ich bis nachmittags gelernt und vor- oder nachgearbeitet, um mich dann voll und ganz auf den Parkspaziergang konzentrieren zu können. So fiel es mir auch weniger schwer, bei schönstem strahlendem Sonnenschein in der Bibliothek zu sitzen, weil ich wusste, dass ich nachmittags auf jeden Fall draußen bin.

Man muss nicht ganz so ein Planungsfreak sein wie ich, und sein Mittagessen im Voraus mit eintragen (auch wenn das hilft, Zeit, Energie und Geld zu sparen), aber es ist definitiv sinnvoll, sich verschiedene Kalender, die sich am besten auch in der Farbe unterscheiden, anzulegen. Bei mir sind das einer für private Termine, einer für die Uni und einer für Arbeit; dann kommen noch Essen, Geburtstage und Blogartikel dazu.


... Arbeit ist die andere Hälfte!

Soweit zu einer effizienten Studiumsplanung, wenn man nachmittags ein Kleinkind zu betreuen hat. Schwieriger wird es, wenn wie in meinem Fall Arbeit dazukommt. Am Anfang des Semesters, als ich noch sehr lange nach einem Job gesucht habe, musste ich so gut es ging von Erspartem sowie meinem und Herrn F's Kindergeld leben, die Miete und Nebenkosten hat mein Freund bezahlt.

Jetzt arbeite ich vor allem Abendschichten ab 19 Uhr, wenn mein Freund von der Arbeit kommt und nahtlos übernehmen kann, oder am Wochenende, wenn er und viele andere frei haben. "Freie" Tage habe ich nicht, deswegen halte ich mir die Abende, an denen ich nicht arbeite, frei von allem Unistress und stricke oder schaue Serien. Manchmal lese ich natürlich auch Studienrelevantes, aber mehr aus Interesse.

Und so seltsam das klingt - Arbeit ist für mich auch eine Art Freizeit. Es ist anstrengend, keine Frage, aber auch extrem befreiend, mal nicht nur Mutti vom Dienst zu sein. Es wissen zwar die meisten Kollegen, dass ich ein Kind habe, weil das ja meine Flexibilität erheblich einschränkt, aber die Themen sind doch allesamt andere, und auch andere als wenn ich mich mit meinen Kommilitonen unterhalte, die eben meistens viel jünger sind als ich.


Motivationshilfen

Eine effektive Zeitplanung mit integrierten und vor allem realistischen Zielen ist ein guter Anfang. Wenn da nicht die Umsetzung wäre...




Unsere Gehirne funktionieren über Belohnungssysteme wie kleine Hunde, und eine wie auch immer geartete Frucht ihrer Leistung muss zumindest in Aussicht sein, um sie zur Arbeit zu bewegen. Deswegen ist es wichtig, sich zwischendurch auch mal etwas zu gönnen. In meinem Fall ist das meistens ein Kaffee, eine besonders lange Pause zum durch die Stadt schlendern oder eben meine wöchentliche Yogastunde, die ich zur Zeit leider nicht regelmäßig schaffe und die mir wahnsinnig fehlt.


Bild: pixabay.com

Auch (halbwegs) regelmäßige Verabredungen mit Freunden helfen, die Energiereserven wieder aufzufüllen oder zumindest auf einem Pegel über Null zu halten. Wenn dann noch die Sonne scheint...

... ist immer noch Abwasch zu machen.


Verlinkt bei: Blogparade zum Zeitmanagement von We are curious.

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