Montag, 27. Juli 2015

Das leidige Thema Gesunde Ernährung

Zuckerfrei, Bio und möglichst regional muss es sein, täglich Gemüse, saisonal und abwechslungsreich natürlich. Selten Fleisch oder lieber gar keines? Dürfen Kleinkinder Sojaprodukte essen? Was ist mit Allergenen wie Gluten, Laktose, Nüssen, Erdbeeren? Wasser trinken oder doch lieber Tee? Und darf mein Kind nun vegan sein oder nicht?

Wenig (außer dem elenden Schlafmangel) regt Ratgeber und Elterncommunities so sehr zum Austausch, zum Belehren und zur gegenseitigen Beschimpfung an und treibt Eltern in freier Wildbahn so die Schweißperlen auf die Stirn wie das Thema der richtigen kindlichen Ernährung.
via zentrum-der-gesundheit.de

In unseren Köpfen sieht es ungefähr so aus: 

Gutes, gesundes Essen macht gute, gesunde, kluge Kinder. Was wir an Liebe, Geld und Vitaminen in das erste Breichen investieren, zahlt sich millionenfach später per Jura-Stipendium aus. Wer fertig kauft, liebt sein Kind einfach nicht genug, wer es gar vor dem Fernseher Kekse knabbern lässt, hat seine Zukunftschancen quasi schon verspielt.


Auch ich achte, seit ich Mutter bin, viel mehr auf meine/unsere Ernährung. Das ging in der Schwangerschaft los, als mir klar wurde, dass da jetzt noch jemand mitisst und -trinkt und als ich vor allem ein Riesenproblem mit Eisenmangel hatte (man hat mich sooft an den Eisentropf gehängt, dass ich den Wurm fast schon Tony Stark taufen wollte).

"Sofortmaßnahmen":

  • Die berüchtigte Tiefkühlpizza kommt jetzt nur noch in Ausnahmefällen, und nur wenn ich allein esse, auf den Tisch.
  • Ich kaufe im Normalfall weder fertige Saucen noch gewürzte Gemüsepfannen, Fleisch und Fisch gibt es seltener als vorher und wird meist "unverarbeitet" oder beim Fleischer gekauft.
  • Worauf ich nichts gebe, ist das Gejammer über Gluten und Weißmehl. Wir essen viel Vollkornprodukte, aber eher aus Geschmacksgründen.
  • Gemüse kaufe ich meistens tiefgefroren. Wenn frisch, dann meistens saisonal. Immer auf Biosiegel zu achten, ist mir auf Dauer einfach zu teuer, aber wenn es das gibt, dann regional.

Der Bösewicht schlechthin: Zucker.

Was richtig schwer zu vermeiden ist, ist Zucker. Da ich schon mein ganzes Leben furchtbar schlechte Zähne habe, habe ich zwar vorher schon versucht, wenig Süßes zu essen, aber wieviel Zucker eigentlich in so ziemlich allem drin ist, habe ich erst gemerkt, als ich anfing, drauf zu achten. Bei Babyprodukten ging es noch, die sind zumindest bei dm, also babylove und alnatura, standardmäßig zuckerfrei. Ins Gerede wegen versteckter Zucker kamen in der Vergangenheit dagegen die deutlich teurere Marke Hipp und ihre Tochterfirma Bebivita.


via faz.net

Aber alles, was für Kinder, also aus dem Kleinkindalter Herausgewachsene ist, muss man sehr genau überprüfen. Kinderjoghurt, Kindermüsli, Kindersaft, eigentlich alles, was eine bunte Verpackung hat, enthält Zucker. Ganz kommt man einfach nicht darum herum, dass das Kind ab und zu mit Zucker in Berührung kommt, selbst wenn es keine oder kaum Süßigkeiten isst.

Ist das nicht auf Dauer furchtbar anstrengend?

Inzwischen ist mir das ständige Vergleichen, Abwägen und Aussuchen, was vorher den Einkauf erst einmal unnötig verkompliziert hat, in Fleisch und Blut übergegangen. Auch die knappen Finanzen spielen da eine nicht ganz unwichtige Rolle, und das Improvisieren hat eben auch praktische Gründe.

Ich denke, dass mein Kind definitiv gesünder isst als ich es als Kind getan habe. Wir lebten auf dem Dorf, der Einkauf war also wöchentlich in der nächsten Kleinstadt, was bei manchem Gemüse einfach nicht geht. Biomärkte gab es nicht, für den Wochenmarkt hatten meine Eltern keine Zeit. Genauso wie oft für's Kochen, denn bei zwei Vollzeitjobs und vier Kindern jongliert man erst einmal ganz andere Sachen.

Ich denke aber auch, dass man es nicht übertreiben muss. Meine Schwestern und ich hatten nie größere gesundheitliche Probleme oder Übergewicht, wir haben trotzdem gelernt, für uns selbst und unsere Familien zu kochen und auf ausgewogene Ernährung zu achten. Wir sind eben einfach durch unser Großstadtpflanzendasein etwas privilegierter.

Gerade wenn aber wie in den letzten Wochen auch die Zeit einfach zu knapp wird, um noch aufwendig selbst zu kochen, oder der Zwerg bei der Tagesmutter ist und ich lernend zu Hause sitze, kommen gern mal alte Gewohnheiten durch und die TK-Pizza in den Ofen. Man darf da glaube ich auch nicht zu streng mit sich sein...

Auch verlinkt bei: Blogparade: Gesunde Ernährung.

Kommentare:

  1. "Man darf da glaube ich auch nicht zu streng mit sich sein..."
    Damit hast du vollkommen recht! Zu zwanghaft ist auch nicht gesund. Immer so viel umsetzen, wie es in dem Moment geht.

    Der weitestgehende Verzicht auf Zucker ist schon mal super. Damit tust du dir und deinem Kind einen großen Gefallen. Aber Weißmehl und Gluten sind vollkommen in Ordnung. Solange man keine Unverträglichkeit hat, darf man es auch konsumieren.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Morjanne,

    heute Abend ist es soweit, die Zusammenfassung wird veröffentlicht. Vielen lieben Dank nochmal für Deine Teilnahme an der Blogparade!

    LG
    Marco

    AntwortenLöschen

Neuerer Post Älterer Post
Design und Inhalt © Morjanne | 2015