Freitag, 27. März 2015

An der Nadel

Als ich vor unfassbaren fünfzehn Jahren von meiner Oma das Stricken beigebracht bekam, waren meine ersten Werke ein Schal und eine Mütze für meinen Teddybären, und ich war so unglaublich stolz darauf. Schon als Kind, und das ist eine der Lieblings-Marianne-Geschichten meiner Familie, saß ich gerne mit zwei Mikado-Stäbchen im Wohnzimmer und tat, als würde ich stricken.

Als Hobby der Turnbeutelvergesser und Stubenhocker dieser Welt ist Stricken einfach perfekt für mich, und auch wenn ich mittlerweile gern Sport mache (in Maßen), ist es außerdem ideal, wenn man abends vor dem Fernseher seine Hände nicht unbeschäftigt lassen will und die Chips schon alle sind.

Dieses Jahr gibt es in dieser meinen fünfzehnjährigen On-again-off-again-Strickerkarriere, die in den letzten Jahren vor allem Schals und Babyschuhe und eine, naja, Mütze produziert hat, trotzdem eine Premiere: Ich habe mein erstes größeres, fast fehlerfreies und sogar tragbares Kleidungsstück fertiggestellt.





Eine Baumwollstrickjacke für meine Mutter, die ich letztes Jahr angefangen, wieder aufgedröselt und dieses Jahr komplett neu nach dieser Anleitung begonnen habe, ist endlich fertig!
Naja, "fertig" ist ein großes Wort. Die Knöpfe müssen noch angenäht werden, und das schiebe ich seit Wochen vor mir her. Aber dann, boom - fertig!

Und noch vor diesem letzten nervtötenden Feinschliff hab ich das nächste Teilchen auf der Nadel; wieder eine Strickjacke, diesmal aber für mich und ohne Anleitung. Die Wolle habe ich schon seit einigen Monaten herumliegen, weil ich die Farbe so schön fand, und sobald sie in einer meiner vier Wollkisten, in denen ich ohne weiteres meinen zweijährigen Sohn verstauen könnte (ja, ich schäme mich, das ausprobiert zu haben UND so viel Wolle zu besitzen), verschwunden war, schon vergessen gehabt.



Einer meiner guten Vorsätze ist aber, die Tonnen von Wolle etwas zu minimieren. Außerdem eine gute Gelegenheit, den Mäusezähnchenrand und das Ajourmuster, das man oben sieht, auszuprobieren.

Bisher sieht das Muster genauso aus, wie ich wollte, die Maschenzahl scheint zu passen, und das Einzige, was mich stört, ist, dass ich vergessen habe, eine Blende einzukalkulieren. Die kann ich aber nachträglich anstricken oder -häkeln.

Jetzt muss ich nur noch möglichst schnell stricken, um fertig zu werden, bevor mein alljährlicher Sommer-Hitze-Flash einsetzt und meine Klamotten nach einer Stunde durchgeschwitzt sind. Strickjacken sind dann wohl eher ungünstig.

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