Mittwoch, 18. Februar 2015

Man könnte ja mal wieder ein Buch lesen

Schlafmangel, Geschrei, Stress, schwindendes soziales Umfeld und natürlich die ganzen körperlichen Verfallserscheinungen... was viele Frauen (und Männer) sofort befürchten, wenn sie an's Kinderkriegen denken, hat sogar noch viel schrecklichere Folgen: Geistigen Komplettausfall.

Mein Sohn wird demnächst zwei Jahre alt. In diesen zwei Jahren habe ich, Achtung Achtung, EIN Buch im Ganzen gelesen. Und zwar jeweils dann, wenn ich mal allein verreist war über's Wochenende.

Bild: http://commons.wikimedia.org/



Es fühlt sich beinahe so an, als wäre ich mit einem einzigen Schlag zwanzig IQ-Punkte dümmer geworden. Keine Angst, das reicht immer noch aus, um Wählen zu gehen oder meinetwegen BWL zu studieren, aber anscheinend nicht, um mehrere Seiten eines einfachen Buches am Stück zu lesen und verstehen.

Sätze verschwimmen in meinem Kopf; nach mehr als zwei Nebensätzen muss ich noch mal von vorn anfangen, weil ich den Anfang vergessen habe. Ganze Seiten verschwinden, sobald ich sie gelesen habe, und einmal aufgeblickt muss ich die Namen der Charaktere gleich wieder nachschlagen, um zu wissen, wer da gerade was tut.

Meine Notizen aus den letzten Semestern ergeben plötzlich keinerlei Sinn mehr. Da ich im April endlich wieder zurück an die Uni gehe und, nach dem üblichen fast-die-Rückmeldefrist-Verpassen, mich gerade durch die Einschreibemodalitäten kämpfe, die selbst nach sechs aktiven Semestern verwirrender sind als die Beantragung des Passierscheins A38, verursacht mir das auch langsam Magenschmerzen.

Also, mehr lesen. Weniger Fernsehserien. Das wird eine harte, harte Fastenzeit.

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