Sonntag, 25. Januar 2015

Leipzig, Hypezig, Likezig? Nummer Eins: Das Weltnest.

Leipzig ist hipp, Leipzig ist in, Leipzig ist begehrt und das neue Berlin, aber vor allem: Leipzig ist ein Dorf. Die Stadt der Linden (die es hier tatsächlich en masse gibt), die 2015 ihr großes Jubiläum feiert, nachdem sie schon 2013 die Völkerschlacht und 2014 die Friedliche Revolution feierte, 2012 gar ganz austickte und Olympiastadt werden wollte, wird zwar von reichlich einer halben Million Menschen bewohnt (und seit reichlich sieben Jahren auch von mir), irgendwann jedoch hat man das Gefühl, sie alle schon zu kennen.


Da ich allerdings bekennendes Dorfkind bin, hat es mir die Stadt angetan. In meiner Zeit als studentische Aushilfe im Museumsshop des Alten Rathaus habe ich so unglaublich viel über die Stadt gelesen, dass sie mir tatsächlich noch mehr ans Herz gewachsen ist; und ich ertappe mich in der Innenstadt dabei, Stadtführer innerlich zu korrigieren, wenn sie Unsinn reden oder Fragen von Touristen nicht richtig beantworten können.

Mein Sohn ist hier geboren, und wenn ich mit ihm an den Jugendstilfassaden und Denkmälern und Kanälen entlangspaziere, erzähle ich ihm die Geschichte seiner Heimatstadt.

Und ich verfolge natürlich auch online, was in der Stadt vor sich geht, wer hier wohnt und worüber er-sie-es nachdenkt, und ja, manchmal schau ich mir auch einfach nur die Bilder an oder mache mich über des Schreibenden Selbstverständnis lustig. Leipziger Blogs spiegeln die Stadt sehr gut wieder: Ein bisschen Größenwahn, ein bisschen Lokalkolorit, ein bisschen Fantum und Postleitzahlenkonkurrenz. Dazwischen die Buchmesse und das WGT, der Citytunnel und die Baustelle an der KarLi.




Darum hier die Geburt einer neuen Reihe: Ich stelle Leipziger Blogs vor, und zwar die, die ich interessant finde. Weil mein eigener ja gerade immer noch in der Testphase vor sich hin krepelt (yes, that is a word), überbrücke ich die Selbstfindungsphase mit dem, was ich am besten kann: Meine eigenen Unzulänglichkeiten ausblenden und stattdessen die der anderen kritisieren.

Let's go.

Weltnest - hier spricht Leipzig.

Tatsächlich eine meiner liebsten Leipzig-Seiten. In mittlerweile sechs Kategorien (Klipp&Klar, Kind&Kegel, Für&Wider, Kurz&Gut, Bild&Ton, Ihr&Wir) schreiben vier Autoren und eine Autorin (die nicht nur natürlich wieder den Kinderkram abbekommen hat, sondern auch erst neu dabei ist) über Interessantes in und um Leipzig, aus ihrer persönlichen Perspektive und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Bild: www.weltnest.de
Dass die Autoren noch jung sind, merkt man auf jeden Fall. Dass hinter ihren Kolumnen Arbeit und Gedanken stecken, auch. Manchmal lache ich zwar über jugendlich anmutende Empörungsartikel, dann fällt mir aber wieder ein, dass nicht jeder mit 25 schon altersmilde sein kann. Und gerade zu kontroversen Stadtrats-Themen kommen auch alle Parteien, die in ebenjenem sitzen und es über sich bringen, auf Anfragen einzugehen, zu Wort, was die Neutralität wahrt und die Meinungsbildung fördert.

Ein bisschen hat es mich geärgert, dass die "Kind&Kegel"-Rubrik erst so spät dazu kam. Nicht, dass ich ständig überall nur so Elternthemen lesen will. Aber wer abbilden möchte, was junge Leute in Leipzig bewegt, kommt nicht darum herum, zu bemerken, dass ein gar nicht mal so geringer Teil der Zielgruppe sich auch Sorgen um Kita- Wickel- und Spielplätze machen muss.



Da ich es so schön finde, meine Beiträge mit Zitaten abzuschließen - womit wäre das würdiger möglich als mit diesem hier:

Mein Leipzig lob ich mir - 
es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.
J. W. v. Goethe

Kommentare:

  1. schön geschrieben. leipzig hat(te) alles, was mensch sich wünscht. nur dass die jährliche games con verscheucht wurde, verzeih ich "denen" nie (wer auch immer dran schuld sein mag).

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