Donnerstag, 17. Dezember 2015

Weihnachtsmarkt des Grauens

Vor zwei Jahren schrieb André Herrmann den Weihnachtsmarkt-Artikel mit der schönsten Überschrift, seit es Überschriften gibt: Weihnachtsmarkt in Leipzig: Betrunkene Muttis seit 1458.

Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu Weihnachtsmärkten. Einerseits hoffe ich jedes Jahr wieder, einen Schwung dieses tollen vorweihnachtlichen Duftes nach Waffeln, Glühwein, Weihrauch und gebrannten Mandeln einzuatmen, bunte Lichter und erzgebirgische Volkskunst zu bewundern; andererseits wird man dann eben von betrunkenen Muttis, dem Geruch nach altem Frittierfett und dem überteuerten Dekokitsch aus China wieder in die Realität zurückgeholt.

Aber nun hat man ja eben ein Kind, und das Kind möchte gern stundenlang vor einem bunten, lauten Karussell mit verschiedenen Nutzfahrzeugen stehen und jedes Mal, wenn das Feuerwehrauto mit lärmendem Blaulicht vorbeidreht, laut aufjauchzen. Selbst fahren kommt natürlich nicht in Frage, wird aber mit einem "Morgen fahr ich auch mit dem Feuerwehrauto!" jedes Mal aufs Neue angekündigt.






P.S: Der Leipziger Weihnachtsmarkt ist der sechstschönste in Europa. Und wenn man die Menschenmassen mit all ihren unschönen Nebenwirkungen ausblendet und sich das schön beleuchtete Alte Rathaus, den "mittelalterlichen" Nachmarkt und die fröhlichen Karusselfahrer ansieht, weiß man auch wieder, warum.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Advent, Advent #2 - Auf die Plätzchen, fertig, los!

Ein großer Vorteil am Muttersein ist ja, dass man plötzlich Kindheitserinnerungen und vernachlässigte Traditionen wieder ausgraben kann, ohne sich selbst kindisch zu fühlen. Dieses Wochenende standen Weihnachtsplätzchen auf dem Plan!

Beim Ausstechen und Verzieren war Herr F. mit großem kindlichen Ernst am Werk; nachdem im Adventskalender morgens ein eigenes kleines Ausstechförmchen steckte und die Vorfreude schürte, hatten es ihm vor allem meine DDR-Plasteförmchen angetan, die ich mir vor ein paar Jahren in einem dieser schrecklichen Ost-Kitsch-Läden gekauft habe. Herr Fuchs, Frau Elster und das Sandmännchen waren schon als Kind meine Favoriten in der Keksdose. Da sie leider auch immer die ersten sind, die zerbrechen, waren die Intakten unter meinen Geschwistern hart umkämpft, und irgendwie machte es mich zwanzig Jahre später froh, jetzt immer meine eigenen backen zu können.






Gerade beim Verzieren braucht man aber einiges an Geduld. Das Kind hat keinen Sinn für Symmetrie oder gleichmäßige Verteilung der Zuckerperlen. Stattdessen wurde ein armes einzelnes Sandmännchen mit einem Berg von bunten Streuseln versehen, die natürlich nicht halten wollten. Zwischendurch wurde die Pickup-Feuerwehr (hinten rechts) mit Dekor beladen und fuhr laut brummend Schlangenlinien, um Sterne und Schneeflöckchen zu versorgen. Dass dabei Zuckerguss auf der Tischplatte und allerlei Zucker in den Parkettritzen landete, störte nicht weiter.

Das Sandmännchen ist übrigens unter der süßen Last kollabiert und hat sich den Hals gebrochen - leider die häufigste Todesursache dieser Spezies.


Samstag, 5. Dezember 2015

Samstagskaffee: Frühstückslektüre




Die erste Dezemberwoche ist rum! Mein Kaffee wird heute ganz festlich neben meinem Lieblings-Adventskranz serviert. Er ist wagenradgroß, aus Eisen und verströmt eher Industriecharme als Gemütlichkeit, aber ich mag ihn irgendwie. In den letzten Jahren habe ich ihn immer mit Tannengrün und Stechpalme dekoriert. Dieses Jahr steht er aber im Wohnzimmer und damit in Kinder- und Katzenreichweite.

Außerdem spannend diese Woche




Schönes Wochenende!

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Advent, Advent #1 - Let it snow.

Auch wenn ich in der kalten, harten Realität kein großer Fan von kaltem Wetter bin  - nicht, dass ich friere, ich mag es nur nicht, mich wie ein Michelin-Männchen zu fühlen - habe ich doch nichts dagegen, Schneeflocken beim Fallen zuzusehen, und sei es nur von meinem gemütlichen Sofa aus, in Jogginghosen, vor dem Bildschirm.

Da die Neunziger mit ihren blinkenden, schreiend bunten Homepages Gott sei Dank vorbei sind, rieseln auf meiner Startseite lediglich ein paar simple Times-New-Roman-Flöckchen durch's Bild. Ist es Zauberei? Nein, schlimmer - JavaScript!

Und so geht's


1. Irgendwo auf der Seite ein HTML/JavaScript-Gadget einbauen.
2. Dieses Script einfügen (Open- und Close-Tags nicht vergessen!)
3. Speichern. Jogginghosen anziehen und zurücklehnen.


Damit der Effekt deutlicher wird als auf meinem weißen Hintergrund, hier ein passendes Bild:



(c) Kora27; Lizenz: CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Samstag, 28. November 2015

Samstagskaffee: Citius, altius, fortius!

Samstag! Kaffee!





Hier im Bild: Großelterliche Geburtstagskarte für meinen alten Mann.

Gestern traf tatsächlich das alljährliche Adventspäckchen meiner Oma bei uns ein, und leitete vier Wochen der schamlosen Völlerei und des Zuckerkomas ein. Ich bin ja ein echtes Weihnachtskind und kriege schon leuchtende Augen, wenn die ersten Weihnachtsbeleuchtungen aufgehängt werden und friedlich vor sich hin glitzern. Ab morgen wird es bei mir ausschließlich Weihnachtsmusik zu hören geben, ich werde Menschen mit "Last Christmas" nerven und den kleinen Herrn F. zum Weihnachtsbasteln überreden - und Omis Adventspaket ist jedes Mal der Startschuss.

Diese Woche hat mich die Erkenntnis eingeholt, dass ich das Pensum, das ich mir mit Uni-Kind-Job-Haushalt aufgehalst habe, auf Dauer nicht durchhalten werde. Deswegen habe ich Arabisch über Bord geworfen, weil es einfach nicht sehr sinnvoll ist, ein Nebenfach zu betreiben, für das man fünfmal so viel Zeit und Speicherplatz benötigt wie für sein Hauptfach.

Stattdessen wiederhole ich seit drei Tagen fleißig Latein und werde die Prüfung, die ich vor drei Jahren vermasselt habe, am Ende des Semesters nachholen. Und wünsche mir bis dahin jeden Tag, ich hätte in der Schule mein Latinum gemacht.




Herr F. und das schwarze Monster. Daneben das orangene Monster. Nicht mehr im Bild: Das Popelmonster. Es macht zwar tierische Spaß, mit einem Zweieinhalbjährigen Graffitti zu interpretieren, zu beinahe allen anderen Gelegenheiten geht er mir jedoch auf die Nerven. Ständige Wutanfälle, Tobsucht und Geheul inklusive. Ich glaube, er bleibt so bis zur Pubertät ;-)

Frohen Ersten Advent zusammen!

Mittwoch, 25. November 2015

Adventsbastelei: Massagebutter mit Zimtgeruch

Der erste Advent rückt näher, und das Geschenkefieber steigt langsam. Deswegen und weil Glühweintrinken am Vormittag nur mit einer guten weihnachtlichen Ausrede zu rechtfertigen ist, habe ich mich mit einer Freundin zum Weihnachtsbasteln verabredet. Und weil ich schon letztes Jahr entdeckt habe, wieviel Spaß es macht und wie einfach es ist, Kosmetik selbst anzurühren, haben wir uns an Massagebutter gewagt.

Rezept


  • 50g Bienenwachs
  • 50g Jojoba-Öl
  • 50g Kakaobutter
  • einige Tropfen ätherische / Duftöle


Gute (Natur)Kosmetik enthält so wenig Inhaltsstoffe wie möglich. Am besten kombiniert man hochwertige Öle entsprechend ihren pflegenden Wirkungen. Ich habe mich für Jojoba entschieden, weil es einige sehr spezielle Eigenschaften hat, z.B. mit Wasser mischbar ist und in Cremes die Haut ideal mit Feuchtigkeit versorgt. Bienenwachs sorgt für zusätzliche Festigkeit, genau wie die Kakaobutter, die gleichzeitig bei Wärme (Massage) schmilzt.

Zuerst werden die Zutaten in einem sauberen Topf geschmolzen; das Wachs zuerst, weil es am längsten braucht, das ätherische Öl zuletzt, weil es sich leicht verflüchtigt. Ich habe Zimt-Duftöl von dm genommen, weil es schließlich schon weihnachtet und Zimtgeruch sehr entspannend wirkt.

Am Ende einfach in Silikonförmchen gießen, kalt werden lassen und fertig.





Donnerstag, 19. November 2015

Blog-Nostalgie

Es ist still hier geworden, und das hat einen Grund. Mehr als einen, aber dazu später. Fadenvogel hat gefragt, wie das Bloggen angefangen hat bei "uns", wann und wie und warum wir angefangen habe.

Ich habe mit 15 angefangen zu bloggen. Wer rechnen kann, weiß, dass das exakt zehn Jahre her ist. Damals hatte ich einfach viel im Kopf, das raus musste, und wenig, was ich sagen konnte. An meinem ersten Schultag in einer neuen Schule fragte mich eine Mitschülerin, ob ich nicht gerne rede, und als ich den Kopf schüttelte, scherzte sie "Du schreibst wohl lieber?". Ganz genau.

Zuerst baute ich eine Homepage, dann noch eine, dann noch eine. Ich habe mich intensiv mit html befasst und es ging mir mehr um Form als Inhalt, denn, let's face it, fünfzehnjährige Mädchen sind wenig interessant. Was genau ich dort kundtat, kann ich gar nicht mehr sagen, nur dass es schrecklich bunt war. Das galt auch für den Blog, der als nächstes kam. In ihm ging es um Belanglosigkeiten aus meinem Alltag, (einigermaßen) unterhaltsam formulierten Klatsch und Lästereien über Lehrer.

Der Blog schlief ein, als ich anfing, zusammenhängende Texte zu schreiben, mich an der schuleigenen Lesebühne zu engagieren und ja, man sah mich auch auf einem oder zwei Poetry Slams. An dieser Stelle eine kurze Pause für ein peinliches Video, das ich bisher verheimlicht habe:





Ja, so sah ich aus. Ja, ich zittere vor Aufregung.

Als ich nach Leipzig zog, war es seltsamerweise damit vorbei. Meine kreative Ader versickerte fast vollkommen, zu viel Neues stürmte jeden Tag auf mich ein, und es gab so viel bessere Beschäftigungen, als im stillen Kämmerlein vor sich hin zu tippen. Ähnlich geht es mir im Moment wieder.


Samstag, 14. November 2015

Samstagskaffee: Kaiserlicher Herbst

Der Leipziger (Süd)Westen ist, fernab jeglichen Hypes, besonders im Herbst schick anzusehen, wenn man wie ich ein Herz für Industriegeschichte hat. Die roten Klinker und das gelbe Laub, die Trauerweiden am Kanal, alles sieht irgendwie hübsch und friedlich aus. Ganz nebenbei komme ich auch jedes Mal an dieser hübschen Lokalität vorbei:



(c) kaiserbad-leipzig.de


Heute sogar aus einem bestimmten Grund: Das Kaiserbad feiert House Warming. Ab acht gibt es dort Musik, Buffet und "Flying Service" - und mitten drin: mich!

Werbepause Ende. Die Woche war, wie die letzte, anstrengend, aber eintönig. Ich habe viel gelernt, gelesen, gedacht und gearbeitet. Zum Schreiben blieb dabei wenig Zeit und Lust, auch wenn ich einige längere Artikel vor mir herschiebe. Dafür waren andere Blogger fleißig, und weil ich sie selbst so gern lese, gebe ich heute mal ein paar Empfehlungen ab, was mich diese Woche bewegt hat:


  • Martin von Dunkel.Dreckig.Reudnitz., einem der besseren Leipzig-Blogs, hatte ungebetenen Besuch.
  • Daniela von Green Bird macht großartige Wanderungen, und obwohl ich die Umgebung von Graz nicht kenne und auch kein großer Bergfreund bin, mag ich die Fotos immer.
  • Etwas kinderlastiger: Chronik eines Scheiterns auf dem Väter-Blog "Ich bin dein Vater". Manchmal geht eben alles schief, und es hilft nur: Zähne zusammen beißen und durch.
  • Einen etwas anderen Zugang zu Wolle, als ich den hier sonst pflege, bieten "Mimi&Käthe" :-) (Ausnahmsweise sogar mal SFW)
  • Und wer einfach nur mal das Elend dieser Welt ausblenden und herzhaft lachen möchte, dem empfehle ich ganz allgemein den Blog vongestern.com, der u.a. Bravo-Artikel der letzten Jahrzehnte sammelt und, nunja, kommentiert.


Schönes Wochenende!

Samstag, 24. Oktober 2015

Samstagskaffee: Sockenfieber

Es gibt einfach keinen adäquaten Ersatz für Omis Selbstgestrickte. Gegen kalte Fußböden (Parkett im Hochparterre), Schnee und Eis über den Winterstrumpfhosen (Socken und Stulpen in einem) und für das nötige Kuschelfeeling am Feierabend (Gehört zum Advent wie Glühwein und Pfefferkuchen). Meine Oma ist rund ums Jahr ausschließlich mit Sockenstricken beschäftigt, denn neben vier Enkelinnen verlangen auch alle sechs Urenkel mit ihren schnell wachsenden Füßen jeden Winter Nachschub.






Bisher habe ich mich nie an Socken getraut, jede noch so leichte Anleitung klang wie höhere Mathematik, aber nachdem ich jetzt schon den Raglan bezwungen habe und Herr F. öfter kalte Füße in seinen Gummistiefelchen hatte, war es jetzt doch mal Zeit. Der erste Versuch war erfolgreich, aber zu klein. Den zweiten Versuch habe ich toe-up gestartet und mich für die Größe 26/27 an dieser Sockentabelle orientiert. Die Bumerangferse, komplettes Neuland für mich, habe ich mir per YouTube beigebracht.

Freitag, 23. Oktober 2015

Das Märchen von der Vereinbarkeit: Es war einmal eine voll berufstätige Mutter...


Arbeitende Mütter: Wenn sie gebraucht werden....


Noch ne Muddi schrieb einen Artikel über die "Teilzeitfalle" - die Mär von der Vereinbarkeit von Kind und Beruf ("Karriere" findet sie an dieser Stelle, wie ich, übertrieben). So sehr ich verstehen kann, was sie schreibt, und so sehr mich die Statistiken ärgern, die Deutschland seine peinliche Rolle als Schlusslicht in Sachen Vereinbarkeit bescheinigen, so sehr denke ich auch jedes Mal: Es ist halt nicht immer schlau, sich erst ein Nest zu bauen und dann kontrolliert und abgezählt seine Eier reinzulegen.

Klar, es wird einem nicht leicht gemacht, jung Kinder zu kriegen. Klar, ich würde gerne öfter auf Party gehen oder mal ausschlafen oder mein Studium durchziehen und mir meinen Traumberuf suchen. Und klar, die älteren Mütter, die mit ihren stylischen Kinderwägen ohne kaputtes Hinterrad und ihren Kindern in Klamotten, die nicht tausend mal aufgetragen sind, auf dem Spielplatz neben mir sitzen, die beneide ich auch ein bisschen. Andererseits unterhalten sie sich über ihre Kinder, als seien sie ein wichtiges Projekt, das man auf jeden Fall richtig angehen muss, und nicht einfach nur, naja, Kinder, und wenn sie über die Arbeit reden, dann darüber, wie schwer es ihnen gemacht wird als Mutter.

Dieses seltsame Warten-auf-den-richtigen-Moment, das den Frauen hierzulande seit 25 Jahren eingebläut wird und dafür sorgt, dass die durchschnittliche Erstgebärende mittlerweile über 30 ist, sorgt eben auch dafür, dass man sich diese Pause, die jedes Kind einfordert und die hier schwerer fällt als irgendwo sonst auf der Welt (außer Japan), immer weniger leisten kann. Das ist natürlich schrecklich und ungerecht und gemein, und man sollte etwas dagegen tun, aber darauf warten, dass die Umstände sich meinem Leben anpassen, ist nicht immer die aussichtsreichste Methode.





Ich habe das Gefühl, meine Altersgenossen stellen komplett überzogene Ansprüche an ihr Leben. Ich bin immer dafür, nach Höherem zu streben und für seine Ziele zu kämpfen, aber angesichts beispielsweise unserer Scheidungsrate ist es einfach unrealistisch, auf eine harmonische Kleinfamilie mit dem perfekten Mann, den perfekten Kindern und dem perfekten Labrador zu hoffen, wenn man unterwegs so viel mehr Spaß haben könnte. So what, wenn der Mann nicht perfekt ist, die Kinder viel mehr Arbeit machen als geplant und der Hund nicht hört?

Hoffnungen auf gerade Lebenslinien, die in allen Bereichen stetig nach oben gehen, können nur enttäuscht werden. Wenn ich immer von dem Gedanken gehetzt bin, mir eine Karriere und ein sicheres Leben aufzubauen, damit dann endlich alles gut wird, werde ich vermutlich später feststellen, dass vor allem erst einmal alles anstrengend und kompliziert wird. Egal wie lange ich es herausschiebe, Kinder halten sich nicht an Pläne. Sie haben ihre eigenen.

Das hört sich alles so an wie eine ihr-seid-selbst-schuld-Tirade über Leute, die später Kinder kriegen als ich. Das wollte ich natürlich nicht sagen. Es ist ein Unding, dass Arbeitswelt und Gesellschaft in Deutschland auf kinderlose Singles mit 50-Stunden-Arbeitswoche aufgebaut sind und Familien (und erst recht Alleinerziehende) in wirklich jedweder Hinsicht benachteiligt werden. Solange sich das nicht ändert, wird sich auch an der fortschreitenden Vergreisung dieses Landes nichts ändern.

Alles, was ich sagen wollte, war: Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Hört auf, uns Angst zu machen vor einer unsicheren Zukunft, und unterstützt uns lieber dabei, die Gegenwart zu meistern. Denn: "It's not children that slow mothers down".


via funnyjunk.com

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Ach, Menschen.

via web.de


Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Aus dem Talmud

Samstag, 17. Oktober 2015

Samstagskaffee mit Katze

Die Arabisten stehen gerne früh auf. Nicht nur finden die Veranstaltungen allesamt am Morgen oder Vormittag statt, sondern das Semester beginnt auch bereits, wenn die Historiker, traditionell eher energiesparend veranlagt, noch friedlich schlafen. Also war meine Woche vor allem mit Arabisch-Wiederholungen und dem Einstieg in die neuen Lektionen gefüllt. Dabei hatte ich ein paar Erinnerungslücken zu füllen, aber nicht so viele wie gedacht. Wenn's erstmal läuft, läuft's.


Immer dabei: Der Kater mit Bart.

Dieses Semester haben über 200 junge Menschen angefangen, in Leipzig Arabistik zu studieren. Das ist, schätze ich, ein neue Rekord, und spiegelt ganz gut das derzeitige Interesse und auch den Bedarf an Vermittlungsinstanzen zwischen "uns" und arabischsprechenden Menschen. Als ich damals anfing, waren wir etwa 30, und auch da hieß es schon, so viele gab es noch nie. Erfahrungsgemäß gibt etwa ein Drittel bis die Hälfte auf. Die Dozenten kämpfen gerade damit, diese Massen zu bändigen, denn wir sind hier immer noch in Sachsen und Hochschulen brauchen kein zusätzliches Personal oder gar Geld, erst recht nicht an der Uni Leipzig, die sich, anders als die sogenannte Exzellenz-TU Dresden, gerne mal unbeliebt macht.

Ansonsten hat mich diese Woche ein längst fälliger Abgesang auf Hypezig erheitert. An dieser Stelle erwähne ich gerne, dass ich schon in Leipzig war, bevor es cool wurde, in Leipzig zu sein. Und ich bleibe hier, nachdem es uncool wird, in Leipzig zu sein. Wenn ich denn einen dieser Jobs finde, von denen es laut Artikel hier keine gibt.

Montag, 12. Oktober 2015

Auf den Nadeln im Oktober: Schlauchschal in Tannengrün

Vor einem Jahr gab es im Karstadt-Wolle-Sale wunderschöne grüne und rote Wolle für Nadelstärke 6. Eigentlich stricke ich nicht gern so dick und sie fühlte sich auch eigentlich etwas kratzig an, aber, aber,... die Farben!

Als mein Vater noch lebte, hat er mir immer wieder ein Bündel Karstadt-Gutscheine geschickt, die dann in Wolle und Strumpfhosen investiert wurden. Den letzten dieser Gutscheine habe ich also für diese Knäuel hier ausgegeben und die Verkäuferin angebettelt, die leere Karte behalten zu dürfen. Sie hielt mich für verrückt, aber mit verrückten Wollfrauen streitet man nicht. Seitdem habe ich kein würdiges Projekt gefunden, aber jetzt wolltete ich einen Schal machen und habe einfach angefangen. Ein bisschen sentimental wird man schon.





Ach, dieses Grün!

Ansonsten ist gerade wenig Platz und Lust zum Stricken. Aber so ist das wohl in jeder Beziehung - manchmal braucht man halt etwas Abstand.

Wie immer verlinkt bei Maschenfein.
Samstag, 10. Oktober 2015

Samstagskaffee: October Rust

Mein Samstagskaffee wird heute in dieser schönen Atmosphäre serviert:




Der kleine Herr F. hatte es diese Woche nicht leicht; und auch seine Eltern fanden es wenig erfreulich, von einem nassen Schwall Erbrochenem geweckt zu werden. Also, man wird erstaunlich abgeklärt mit so einem Kleinkind. Gemütlich ist trotzdem anders. Er blieb also mit mir zu Hause und trieb mich mit seiner unausgelasteten Kindergruppen-Energie fast in den Wahnsinn. Ich bin halt mehr so der Sitzer, wenn man mich lässt.

Ansonsten schludre ich mich so durch den Haushalt, schaue nebenbei Smallville, wenn das Kind schläft, wiederhole arabische Vokabeln und mache die Leipziger Parks unsicher. Im Flur türmt sich bereits ein stattlicher Laubhaufen, Kastanien- und Eicheleimerchen versperren den Weg und kleine Schlammfüßchen ziehen eine Spur von der Tür zum Schuhregal. Die höheren Semester starten alle erst frühestens Mitte Oktober ihre Vorlesungen, davor gibt es lediglich Einführungen für Erstsemester. Effektiv fange ich also erst nächste Woche an zu studieren. Das Warten nervt und ist irgendwie schwieriger als die Semesterferien.

Schönes Wochenende zusammen.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Weck' me up, before you go-go...

Zugegeben, der Witz ist schlecht. Aber alles, auch Einwecken, macht viel mehr Spaß, wenn man dabei einen kleinen quietschbunten George Michael vor Augen hat, der im Dunkeln leuchtet und trällernd durch die Achtziger hüpft.





Dieses Jahr habe ich mich etwas eingehender mit Wildobst beschäftigt, und sammle gerade fleißig für meinen Weihnachts-Likör. Den setze ich aus selbstgemachtem Sirup und Hochprozentigem an; eigentlich sollte Holunder der Hauptbestandteil sein. Im Sommer war bereits Holunderblütensirup dran, der super geworden ist und ab und zu mit Minze und Zitronensaft zu Limo oder Hugo aufgegossen wird. Den Beeren dagegen ist der Sommer nicht bekommen - egal welchen Strauch man anschaut, die eine Hälfte der Beeren ist verdorrt, die andere grün. Deswegen wird kräftig gemischt - Kornelkirsche, Weißdorn, Zierquitten, Mispeln, Schlehen, Äpfelchen, Eberesche,... alles, was der herbstliche/winterliche Park so hergibt, kommt in den Topf. Und den Anfang macht ein wirklich ausgezeichneter...

Zierquitten-Zimt-Sirup




  • 0,75 kg Zucker
  • 2 kg Zierquitten
  • 2-3 l Wasser
  • 1 TL Zimt
  • Gewürze: In meinem Fall eine marokkanische Mischung aus Zimt, Nelke, Kardamom und schwarzem Pfeffer, die ich eigentlich mal für Couscous gekauft und für zu Pfefferkuchenartig befunden habe
  • n. B. Vanilleextrakt, Zitronenschale und -Saft, Minze... (Alles kann, nichts muss)


Früchte kleinschneiden, entkernen ist nicht nötig. Mit Wasser aufkochen, dabei immer wieder rühren. Dann abkühlen und 24 Stunden ziehen lassen. Die Früchte habe ich kurz mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet. Am nächsten Tag durch ein Sieb abseihen und den Saft mit dem Zucker und den Gewürzen aufkochen, zwei Stunden im offenen Topf köcheln lassen, bis er eine dunkle (rötliche) Farbe angenommen hat. Zum Schluss heiß in (ausgekochte!) Flaschen oder Gläser füllen. Der Sirup geliert ganz leicht an; eine Stunde mehr hätte vielleicht Gelee draus gemacht, dazu würde ich dann aber noch Zitronenschale und/oder extra Pektin zusetzen.

Der Sirup schmeckt wunderbar weihnachtlich, wenn auch eher nach Äpfeln als Quitten. Aber um den süßen Geruch zu erhalten, rät das Internet zur Dampfentsaftung, und ich habe leider keinen Entsafter. Meine Mutter hatte mal einen, vielleicht sollte ich sie fragen, ob es den noch gibt.

Samstag, 3. Oktober 2015

Samstagskaffee: Back to School

Helau, die Uni geht weiter!




Entsprechend sah meine Woche aus: Module belegen, Stundenplan vorbereiten, Notizen vom letzten Semester wegsortieren, Rucksack packen (ja, das mach ich zwei Wochen vorher). Dazwischen der leidige Haushalt mit nachwachsendem Abwasch und natürlich immer die Nachmittagsspaziergänge mit Sohnemann. Ganz entspannt soweit.

Auch einen Spieleabend hab ich endlich mal wieder besucht, erschreckenderweise nur eine Runde gewonnen - das schreit nach Revanche!

Einen schönen Feiertag allen meinen drei Lesern!

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Spieltrieb

Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, regelmäßig zu Brettspiel-Abenden zu gehen. Seit der kleine Herr F. da ist, schaffe ich das leider so gut wie nicht mehr. Außerdem gibt es erschreckend viele unter meinen Freunden und Bekannten, die beim Wort "Spieleabend" das Gesicht verziehen und keine Lust mehr haben.

Spieleabend, meine Damen, bedeutet aber natürlich nicht Mensch-ärgere-dich-nicht bei Rotwein und Lachshäppchen, sondern da geht es hart zur Sache, da werden Kriege geführt und Monster gejagt und ein bisschen nerdig wird es auch. Mein absoluter Favorit der letzten Jahre ist dabei Thunderstone:


Bild: wired.com

Das Spielprinzip ist etwa dasselbe wie bei Dominion, das heißt die Spieler bauen sich im Laufe des Spieles ein Deck. Man spielt gleichzeitig gegen die Mitspieler und gegen das Spiel selbst, indem man in Dungeons zieht und Monster tötet, die mal mehr, mal weniger gefährlich sind und dementsprechend mehr oder weniger Punkte bringen. Weil es für Anfänger relativ lange dauert, die Regeln alle zu durchschauen und eine eigene Strategie zu finden, ist Thunderstone eher für fortgeschrittene Spieler geeignet.

Ich mag das Spiel, weil man tatsächlich strategisch denken muss, um zu gewinnen (und ich gewinne immer). Jeder Spielzug will sorgfältig überlegt sein, und zwar bevor man dran ist und mit dem nötigen Ernst, denn: Wir spielen doch hier nicht zum Spaß!

Montag, 28. September 2015

Herbstlaubfieber



Herr F. ist ein Naturkind genau wie ich. Als ich klein war, habe ich tonnenweise Blumensträuße gepflückt, Steine und Blätter gesammelt, Kastanien gehortet und Moosmännchen gebaut. Herr F. und ich, wir sehen keine vergammelten Laubhaufen, wir sehen viele tausend einzelne Schönheiten. Und genau wie ich sitzt er auf dem Spielplatz selten mit anderen Kindern zusammen, sondern bäckt konzentriert einen Sandkuchen nach dem anderen. Manchmal tritt jemand darauf, dann schaut er mich traurig an und knetet seine Ohren.

Gestern saßen wir fast zwei Stunden lang im Park auf der Wiese und haben bunte Kirschbaumblätter zusammengetragen, in seinem kleinen Abschlepptruck gesammelt und in die Luft geworfen. Es gibt so Momente, da ist die Welt in Ordnung.
Samstag, 26. September 2015

Samstagskaffee: Overnight Oats, Semesterplanung und Wilde Äpfel

Diese Woche war es etwas ruhiger um mich - Dienstag habe ich mir mit wer-weiß-was den Magen verrenkt, hatte vier Tage lang Bauchkrämpfe und Schmerzen und die ganze Zeit so ein ekliges Gluckern im Bauch, als hätte jemand Brausepulver reingeworfen. Meine Ernährung fiel dementsprechend einseitig aus - Haferbrei, Zwieback und mit viel Vorsicht eine Möhren-Kürbis-Suppe - und auch heute wird mein Samstagskaffee neben einem Glas Haferschleim, oder wie man in Hipsterhausen sagt, Overnight Oats, serviert:





Das Rezept ist einfach: 4 bis 5 EL Haferflocken und 1 EL Kokosraspel mit warmer Milch übergießen, Deckel zu und über Nacht im Kühlschrank weichen lassen. Am nächsten Morgen zwei TL Honig einrühren, fertig ist das magenschonende Matschfrühstück. Eigentlich mag ich keinen Brei und allgemein zu weiches Essen, also musste ich mich etwas überwinden. Aber wer die Konsistenz mag, für den sind Overnight Oats definitiv ein gesundes, leckeres und schnelles Frühstück. Auch wenn es eigentlich nur Birchermüsli für Hipster ist.

Ein weiteres gut funktionierendes Hausmittelchen gegen Krämpfe und Bauchschmerzen (auch menstruelle) ist Pfefferminztee. Da ich neulich meine Minze auf dem Balkon vereinzelt und ausgesetzt habe und sie zuverlässig sofort angefangen hat, zu wuchern, habe ich ihn aus frischen Blättern angesetzt:





Ein Zweigchen oder zwei zerpflücken, mit heißem Wasser übergießen und einen TL Honig einrühren. Minze wirkt desinfizierend, krampflösend und erfrischend, außerdem wirkt das Menthol gegen das leichte Hungergefühl, dem man eher zurückhaltend nachgeben sollte. So ausgerüstet, habe ich zumindest das Gröbste überstanden.

What else is new?

Morgen gehen die Einschreibungen los und ich stehe wieder vor der schweren Balance zwischen "Das interessiert mich" und "Das brauch ich im Studienverlaufsplan" - in dem ist nämlich genau festgelegt, wieviel ich wovon machen muss, und wenn ich halbwegs pünktlich fertig werden möchte, muss ich mich daran halten. Eigentlich würde ich gerne jetzt mein Mittelaltermodul erledigen, aber irgendein Scherzkeks hat sich ausgedacht, dass die Veranstaltungen dieses Semester alle abends stattfinden. Vielleicht hole ich endlich Latein nach oder springe in die Neuere Geschichte. Arabisch mache ich auch weiter, jetzt wo ich schon mal damit angefangen habe.

Letzte Woche habe ich mich mithilfe der fruchtbar.org-Karte auf die Suche nach Wildobst gemacht. Und einiges gefunden. Zum Beispiel Wildäpfel:




Die meisten anderen Früchte, die ich im Auge habe, sind demnächst ebenfalls reif. Ich habe noch einen ganzen Post zum Sammeln und Verarbeiten in Arbeit, also dazu später mehr.

Donnerstag, 24. September 2015

Ottos Mops

ottos mops trotzt
otto: fort mops fort
ottos mops hopst fort
otto: soso

otto holt koks
otto holt obst
otto horcht
otto: mops mops
otto hofft

ottos mops klopft
otto: komm mops komm
ottos mops kommt
ottos mops kotzt
otto: ogottogott

ernst jandl.
Samstag, 19. September 2015

Samstagskaffee: Hausarbeit mal zwei

Während ich hier schreibe, sitze ich in der Küche, trinke einsam und alleine meinen Kaffee und habe Angst, das Kind zu wecken. Mein Smartphone, das sonst immer die Fotos für mich macht, wenn ich zu faul bin, die Spiegelreflex zu holen, liegt leider im Kinderzimmer, und so spiel ich ein bisschen mit meiner Webcam herum:


C-O-F-F-E-E
The one and only Kitler Ziggy Stardust

Die Spüle im Hintergrund ist übrigens von Ikea und wie die ganze Küche so auf unseren Riesenhaushalt eingestellt, dass die meisten unserer Besucher einen von uns fragen müssen, wenn sie etwas brauchen.

Diese Woche stand ganz im Zeichen der Hausarbeit - im doppelten Sinne: Dienstagabend, kurz vor Mitternacht und damit Ende der Frist, habe ich meine Arbeit in Alter Geschichte abgeschickt (Applaus, Applaus)! Die Professorin war extrafleißig und hat mir bereits die Note zurückgeschrieben: 1,7 (Tosender Applaus!). Damit ist das Semester jetzt endlich abgeschlossen und ich kann mich der Planung des nächsten widmen.

Der andere Wortsinn bestimmte den Rest der Woche: Meine neugewonnene "Freizeit" konnte ich nicht genießen, dafür war im Haushalt zu viel aus den schlumpigen letzten Wochen nachzuholen. Außerdem ist wieder einmal die Tagesmutter ausgefallen und der kleine Herr F. wollte ebenfalls betreut werden. Apropos: Wie lange geht eigentlich diese furchtbare Trotz- und Ningelphase noch? Das Kind treibt mich in den Wahnsinn mit seiner Sturheit.


Mehr Webcamblödsinn

Heute steht noch eine Geburtstagsfeier an. Der kleine Herr F. kommt mit, und so werden wir vermutlich brav um acht wieder abziehen, aber vorher fleißig Flammlachs, feurige Hähnchenspieße und Steaks verschlingen, und Muttern wird genauso fleißig mit Bier nachspülen (der große Herr M. trinkt nicht).

Fröhliches Wochenende!


Mittwoch, 16. September 2015

Auf den Nadeln im September: Kinder, es wird Herbst!

Das Furchtbare an Kindern ist, dass sie nicht aufhören zu wachsen, und ständig neue Sachen brauchen. Ein Jahreszeitenwechsel verschlingt also gern mal Unsummen für Schuhe (wann sind die eigentlich so teuer geworden?), Hosen und Shirts. Bisher konnten wir uns noch ganz gut mit den abgelegten Sachen der Cousins und Cousinen behelfen und mussten nur etwa die Hälfte der Garderobe selbst kaufen. Aber Rieseneltern machen Riesenkinder, und mein Zweijähriger hat die beiden drei- beziehungsweise vierjährigen Cousinchen längst eingeholt. Dafür können wir dem nächsten Kind schon selbst Sachen weiterreichen.

Also steht diesen Herbst viel Selbstgemachtes auf der Liste. Den Anfang macht diese schmucke Baumwoll-Herbstmütze, auf die ich ein bisschen stolz bin:



Obwohl Mützen ja eigentlich das Einfachste vom Einfachen sind und kein großes Können erfordern, habe ich noch nie eine so stricken können, dass sie gut aussieht und richtig sitzt. Diese hier ging schnell von der Hand (2 Abende, 1 Knäuel), saß auf Anhieb und sieht vorzeigbar aus. Die Anleitung ist von Maria Carlander und hier auf Schwedisch und Englisch verfügbar. Passend dazu habe ich noch einen kleinen Schal in Arbeit, weil das Kind leider keine Schalkragen trägt.

Und genau wie letztes Jahr stricke ich für verschiedene Personen in der Familie fleißig Stulpen. Die befinden sich noch im Planungsstadium. Inspirationen dafür sind:




Für mich selbst ist zur Zeit nichts dabei. Dafür wird wohl erst im Oktober Zeit, wenn das Kind ausreichend warm angezogen ist.

Verlinkt bei: Auf den Nadeln - Setember.

Samstag, 12. September 2015

Samstagskaffee - Rechnungen, Rechnungen, Hausarbeit

Ein Kaffee, und zehn Minuten Zeit, ihn auszutrinken, bevor ich zur Arbeit renne. Es ist Samstag!

Diese Woche war, pardon my french, eine miese Drecksau. Rechnungen ohne Ende flatterten uns ins Haus, und der Monat ist quasi vorbei, bevor er angefangen hat. Zusätzlich musste ich einen meiner wertvollen Bibliotheksvormittage opfern, um meine Krankenkasse zu besuchen, wo man grundsätzlich immer eine verwirrte ältere Dame in der Schlange vor sich hat, die alles zehnmal wiederholt und gar nicht versteht, was die Krankenkassenangestellte ihr erklärt. So ging es mir zumindest als ich Muttergeld beantragen musste, als ich meinen Yogakurs bezahlt haben wollte und so ging es mir auch diesmal. Wie viele dieser Damen gibt es denn hier?

Apropos verwirrte Damen: Meine Hausarbeit biegt auf die Zielgerade ein und ich versuche mich zu motivieren, sie da auch hinzumanövrieren, ohne dass der Gaul zwischendurch stehenbleibt und Gras frisst. Beim Schreiben fiel mir auf, dass das Thema wirklich so langweilig ist, wie ich am Anfang dachte, und die ganze Euphorie zwischendurch nur davon kam, dass ich wieder mal zu viel in die falsche Richtung gedacht habe, was mir jetzt alles nichts nützt. Dafür habe ich ein bisschen Altgriechisch gelernt, ein paar Mathematiker genervt und Bibliothekseigentum zerstört (ausgelaufene Wasserflasche). Ist doch auch was.


Dieses und mehr schöne Sets gibt es bei astorknot auf etsy zu kaufen.

Am Dienstag ist Abgabetermin, danach bleibt mir noch ein ganzer Monat, nennen wir es mal "Freizeit", die ich frei von Verpflichtungen (zumindest von 9 bis 15 Uhr) nach Lust und Laune (solange Abwasch im Spiel ist) vertrödeln kann. Das heißt, ich werde Einkochen, Stricken, mich in puncto Fernsehserien wieder auf den neuesten Stand bringen, Ausschlafen, Fußnägel lackieren und mich furchtbar ärgern, weil ich so unproduktiv und nutzlos bin. Vielleicht raffe ich mich auch auf und mache mich endlich daran, meinen Kleiderschrank auszumisten.

Samstag, 5. September 2015

Samstagskaffee - Heimatreise, Zahnarzt, Samstagskram

Mein Kaffee wird heute neben einem schönen spätsommerlichen Dahlienstrauß serviert.





Der Tisch sieht in der Realität nicht halb so dekorativ aus wie als Foto-Hintergrund. Er gehörte dem Großvater meines Mannes und hat eine Schublade, die auseinanderfällt, sobald man sie öffnet. Deswegen darf Besuch niemals an der Schubladenseite sitzen - ausnahmslos jeder zieht mal dran.

Reise nach Osten





Ansonsten war meine Woche unspektakulär. Beim Altstadtfest erinnerte ich mich an die Vorzüge des ungehinderten Grenzüberganges - Bier und Essen waren im Vergleich zu den normalen Festpreisen selbst im Restaurant extrem billig (1,50€ für ein großes Radler), und auch die Stände waren in Zgorzelec hübscher. Auf der deutschen Seite waren dieses Jahr weniger Stände und Künstler als sonst; unterhalten wurden wir trotzdem gut. Ein kleines Mitbringsel musste trotz knapper Kasse sein, und so bekam das Kind eine hübsche bunte Bluse aus Polen, die sein Vater ganz furchtbar findet.

Es war unnatürlich heiß in der Oberlausitz, bevor endlich am Dienstagabend der Regen kam. Dafür gibt es dort Nadelbäume und Hügel, die höher als zehn Meter sind. Mancherorts gibt es sogar Wölfe und Elche.

Und schließlich...

...habe ich mir auch endlich meine Krone einsetzen lassen und kann jetzt wieder beidseitig lachen.

...wachsen jetzt endlich Minz und Kunz Basilikum in meiner Küche. Wenn Netto schon mal Bio-Kräuter-Töpfe reduziert.

...ist heute für alle, die es interessiert, Vegan Summer Day in Leipzig. Vielleicht sieht man mich dort beim Hipsterspotting oder überteuerte Brotaufstriche kosten.

Hier im Bild: Die einzig ordentliche Ecke des Bücherregals mit nackter Frau, Ostsee und Straßenfundblumentöpfchen; Der letzte Holunderblütensirup; Tortelloni-Auflauf mit frischem Basilikum.



P.S.: Der Herbst ist da!

Freitag, 4. September 2015

Grarr!

Es ist sicher etwas ungewöhnlich, wenn man tage-, wochen-, ja, monatelang auf einen Zahnarzttermin hinfiebert, sich freut und die verbleibenden Tage zählt, und wenn er dann endlich da ist, die ganzen sechs Stockwerke rennt, weil der Fahrstuhl einfach zu langsam ist.

Nein, ich habe nicht den schönsten Zahnarzt der Welt. Ich gehe auch nicht besonders gern hin, habe schreckliche Angst vor Bohrern, Spritzen und auch diesen ekligen kleinen Pieksdingern, mit denen die nachprüfen, ob der Zahnschmelz hart genug ist. Der Grund, warum ich in den letzten zwölf Monaten sage und schreibe 15 mal beim Zahnarzt war, ist einfach: Ich habe schrecklich schlechte Zähne.


By Bin im Garten; CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons


Freitag, 28. August 2015

Wardrobe Architect #1 - Schon wieder nichts anzuziehen...

Und weiter geht es mit oberflächlichem Mädchenkram! Mein Kleiderschrank ist chaotisch, unsortiert und in den letzten Jahren recht unkontrolliert gewachsen, weil sich mein Geschmack ziemlich gewandelt hat. Dazu später mehr. Jedenfalls soll langsam eine Ausmistaktion her, und wie startet man damit besser als mit einer schönen, bunten Liste?

(c) https://blog.colettehq.com/wardrobe-architect/

Inspiriert von einem Blogpost bei GreenBird habe ich mich mit der Reihe beziehungsweise dem Konzept "Wardrobe Architect" auseinandergesetzt. Wie ich unter Danielas Post schon geschrieben habe, finde ich es nicht übertrieben, seinen Kleiderschrank systematisch zusammenzusetzen. Denn auch ich, das geb ich zu, bin schon manchmal ein Opfer von Spontan-gekauft-und-dann-nie-angezogen geworden. Außerdem erstelle ich gerne Collagen.

Donnerstag, 27. August 2015

[Inspiration] Pin it, Baby!

Vor ein paar Wochen habe ich dem Werbeschild nachgegeben, das immer aufploppt, wenn man die Google-Bildersuche benutzt und auf einen Pinterestlink geklickt hat. Ich habe meine erste Pinnwand erstellt, mich von Vorschlägen und Links und schönen Menschen leiten lassen und einige Stunden damit vergeudet, mir Hochglanzfotos von bunten Haaren anzusehen. Und seitdem möchte ich es eigentlich nicht mehr missen.

Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden:
Wir müssen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht.
Ralph Waldo Emerson

Pinterest ist eine tolle Sache, wenn man sich von der Kreativität anderer Menschen anstecken lassen möchte, wenn man nach Inspirationen sucht oder sich einfach nur gern schöne Bilder ansieht. Man kann damit Moodboards erstellen oder Ideen für die Zukunft sammeln, Links so abspeichern, dass man durch das Vorschaubild auch noch weiß, was sich dahinter versteckt und und und.





Deswegen habe ich heute mal ein kleines Inspirations-Moodboard mit meinen liebsten Pins der letzten Wochen erstellt.

Dienstag, 25. August 2015

Brichst du auf gen Ithaka... Wo ist Heimat?

Görlitz hat in den letzten Jahren einen erstaunlichen Hype erlebt, der sicherlich nachvollziehbar ist, wenn man sagen wir mal aus Amerika kommt und noch nie ein Gebäude gesehen hat, das älter als 150 Jahre ist. Dann muss einem die Stadt vorkommen wie einem Disney-Film entsprungen.

(c) Goerlitzinformation; CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons (c) Mylius; GNU via Wikimedia Commons

(c) Mylius; GNU via Wikimedia Commons


Hollywood jedenfalls hat Görlitz als ultimative Kulisse entdeckt - ob nun Jackie Chan über den Untermarkt schwingt, Kate Winslet hier Straßenbahn fährt oder das ehemalige Karstadt am Marienplatz gleich mal zum "Grand Budapest Hotel" wird - Geschichten und Bilder aus "Görliwood" gibt es genug.


Sonntag, 23. August 2015

Auf den Nadeln im August: Norwegerpullover und Häkelmütze

Der Juli war ein stressiger Monat, der August wird nicht besser, und dazwischen herrscht so eine Hitze, dass man eigentlich wenig Lust auf flauschige Garne hat. Trotzdem habe ich mich an einen warmen Norwegerpullover, meinen ersten, gesetzt.



Die Maschenzahl orientiert sich wieder an meinem erfolgreich beendeten Gemini, das Blumenmuster am Ausschnitt ist aus einer Anleitung von DROPS. Die Wolle ist aus meiner Restekiste und besteht aus Acryl. Mag ich eigentlich nicht, aber zum Wegwerfen war sie irgendwie zu schade, und schön flauschig ist sie auch. Da ich ja plane, alle meine Wollreste zu verstricken, um Platz (für neue Wolle! Muahaha!) zu schaffen, musste ein warmes Teil her. Und was man auch bei 30° im Schatten nicht vergessen sollte: Der nächste Winter kommt bestimmt!

Apro pos Winter: Macht sich eigentlich außer mir schon jemand Weihnachtsgeschenkgedanken? Also, ich habe bereits fleißig gepinnt und gelistet. Da meine Familie von Jahr zu Jahr weniger begeistert von Selbstgestricktem ist und der Likör letztes Jahr eigentlich besser ankam, habe ich diesmal anderes vor. Und wie immer den festen Vorsatz, auch wirklich, wirklich rechtzeitig alles fertig zu haben...

Nach Ewigkeiten wird hier auch mal wieder gehäkelt; nicht für mich, sondern für eine Freundin, die mich neulich fragte, ob ich auch "diese Mützen" machen kann. Kann ich, natürlich. Vorbilder sind solche hier, mal schauen, was rauskommt:

(c) Wollwichtel via DaWanda (c) Planet of Fashion via eBay

Mit einer anderen Art Nadeln habe ich auch experimentiert: Die Nähmaschine und ich, wir werden wohl doch noch Freunde. Und nach einer ganzen Menge Probieren habe ich mich auch an Jersey gewöhnt.

Vorzeigefähig ist das natürlich noch nicht. Aber ich habe meine Liebe zu Samtleggings entdeckt, und da ich meterweise Samt im Regal habe, wird das wohl demnächst mal angepackt. Bis dahin ist und bleibt meine größte WIP die Hausarbeit, die ich in drei Wochen abgeben will. Wie es mir damit ergeht, schreibe ich lieber nicht auf, um nicht arme Studenten in spe zu verunsichern. Nur so viel: Die Albertina ist ein Haus, das Verrückte macht.

Verlinkt bei: Maschenfein - Auf den Nadeln im August.
Samstag, 22. August 2015

Samstagskaffee: Das Haus, das Verrückte macht

Bisher konnte ich mich immer davor drücken, in den Hauptstandort der Unibibliothek, die Bibliotheca Albertina, zu müssen, und habe alles, was ich gesucht habe, immer in anderen Zweigbibliotheken gefunden. Da die Historiker aber sich traditionell in der Albertina verstecken (und verstecken ist hier das entscheidende Wort), musste ich für meine Hausarbeit jetzt doch in dieses ehrwürdige, Respekt einflößende Gebäude:


(c) ub.uni-leipzig.de

Donnerstag, 20. August 2015

Grüne Smoothies

Ich neige ja eigentlich dazu, Trends, erst recht Food-Trends, grundsätzlich schon mal doof zu finden. Rohes Gemüse und Obst zusammen zu pürieren, erschien mir außerdem wenig appetitanregend. Da ich aber Smoothies mag, einen Smoothie-Mixer besitze und ab und zu gerne experimentiere, wollte ich wenigstens mal wissen, worum es eigentlich geht.


(c) Bild: http://www.ajoure.de/


Dienstag, 18. August 2015

Mama, der hat keine Beine!

Das ist wohl der Schrecken aller Eltern: Begegnungen mit behinderten Menschen.
Beim Lesen des Artikels habe ich bemerkt, dass ich die meisten Tipps, die gegeben werden und die Herr Krauthausen auch auf seiner eigenen Seite ausführlicher schreibt, schon versucht habe, zu befolgen. Trotzdem ist es mir unangenehm, wenn mein Sohn, der einen Rollstuhl eher als großes Bobbycar begreift und mit der Begeisterung sichtet, die er sonst nur Feuerwehrautos widmet, auf jemanden zeigt und juchzt:

Mama, keine Beine! KEINE BEINE!


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