Montag, 22. Dezember 2014

In der Weihnachtsbäckerei...

...riecht es heute besonders lecker, auch wenn der Anlass dazu eher traurig ist: mein letzter Arbeitstag. In meiner Firma gibt es nicht nur ständig neue Teambuilding-Experimente, sondern mindestens genauso oft Kuchen zu jedem erdenklichen Anlass.

Nach all dem Mist, der in letzter Zeit passiert ist, den Rückschlägen, die ich (und meine Familie) dieses Jahr und besonders im letzten Monat erlebt haben, bin ich einerseits sehr froh, wieder mehr Zeit zu Hause verbringen zu können, mit meinem Sohn oder auch alleine (das erste Mal seit Wochen), andererseits hat mir die Abwechslung und auch Anstrengung gut getan, und es war sehr nett, die vielen Leute, die in den letzten Monaten meine Kollegen waren, kennenzulernen.


Mit einer Handvoll davon bleibe ich tatsächlich auch in Verbindung, was für meine Verhältnisse geradezu revolutionär kontaktfreudig ist. Bei einer weiteren Handvoll bin ich sehr sehr froh, sie los zu sein, und die anderen bleiben zumindest im Gedächtnis. Ein nettes Gefühl, zur Abwechslung mal.

Heute kamen die ersten Weihnachtspäckchen ins Haus geflattert, und erinnerten mich daran, dass ich mit meinem guten Vorsatz, alle pünktlich zu Weihnachten zu beschenken, wieder einmal kläglich, wenn auch knapp, gescheitert bin, denn meine Kleinigkeiten gehen allerfrühestens morgen auf die Reise, auch wenn Teile davon bereits seit Wochen fertig sind. Die Gestrickten, zum Beispiel, warteten bis vor kurzem nur darauf, noch fertig vernäht zu werden, die Genähten liegen zugeschnitten und vorwurfsvoll im Regal, die Gebastelten sind noch vollkommen unangetastet, und die panischen für-alle-Fälle-Naschsachen haben es nur zum Teil überlebt.

Dafür habe ich "nebenbei" ein neues Projekt angefangen, inspiriert von einem kitschigen 80er-Jahre-Strickpullunder, der mir in einer anderen Farbe und ohne das kreischfarbige Foto plötzlich ganz niedlich erschien. Also muss mein liebes Kind, wenn ich es denn noch schaffe, bevor der "echte" Winter auch hier im Flachland losgeht, demnächst in einem Norweger-Pullunder mit Fuchsmuster herumlaufen. Sehenswert sind die ersten zehn Zentimeterchen noch nicht, stattdessen zeige ich lieber stolz meine ersten Versuche an Norwegermuster allgemein - wegen der späten Stunde, nicht geladener Kamera und schummriger Weihnachtsbeleuchtung möge man sich das Blau und Weiß selbst denken. Zu sehen auf einem Paar Baby-Stulpen, die nur deswegen Baby-Stulpen sind, weil ich sie als Kinderstulpen begonnen und dabei unterschätzt habe, dass Norwegermuster gar nicht mal so flexibel sind.

Das ist vermutlich mein letzter Post vor Weihnachten - deswegen wünsche ich allseits und vor allem meinem einzigen treuen regelmäßigen Leser, der noch dazu auch in real ein toller, toller Mensch ist, geruhsame Feiertage mit viel sinnlosem Fleisch- und Alkoholkonsum, wenigen, dafür liebevollen Geschenken und ebensolchen Menschen. Und auch, wenn Fairuz die bessere Wahl für Besinnlichkeit ist, geht doch nichts über George Michael und seine traurige Dauerwelle.

Last christmas I gave you my heart
but the very next day you gave it away.
This year, to save me from tears,
I'll give it to someone special.

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