Dienstag, 30. Dezember 2014

Blog this, 2014!

Alle Jahre wieder kommt die Zeit, in der man, nach der Völlerei und des Alkoholmissbrauchs der Weihnachtszeit, seufzend und von Schuldgefühlen geplagt im stillen Kämmerlein sitzt und rekapituliert, was man dieses Jahr wieder alles nicht geschafft hat:

1. Weiterstudieren
2. Geld sparen
3. Irgendetwas erleben, bei dem einem weder ein Kleinkind am Bein hing noch ein wütender Gatte im Nacken saß.

Demgegenüber auf der Haben-Seite:

1. Beim Zahnarzt gewesen
2. Sechs Monate Praktikum
3. Norwegermuster stricken gelernt

Das klingt nicht nur erbärmlich, sondern ist es auch.



Januar

Optimismus. Denk ich. Noch selbstverordnete Abstinenz zwecks Kleintiersäugung.


Februar

Mit dem Abstillen verschwinden die Brüste. Schade drum, und ich verbringe ein paar traurige Tage vor dem Spiegel.


März

Schnuppi wird 1 ganzes Jahr und ich fühle mich alt.


April

Ich werde ganze 24 und fühle mich noch älter. Das versuche ich mit dem ersten Ausgehen seit einem Weihnachtsmarktbesuch im Dezember zu kompensieren, tanze ein bisschen, trinke ein bisschen, bin ziemlich müde und verpasse so eine Messerstecherei. Mist.


Mai und Juni

War ich dabei? Hausfrausein ist öde.


Juli

Irgendwie hab ich es geschafft, mich erfolgreich auf ein Praktikum zu bewerben, für das ich weder qualifiziert noch sonderlich geeignet bin. Trotzdem erstaunlich erfolgreicher Einstieg. Nebenbei eine Weisheitszahn-OP. Mein Zahnarzt ist vermutlich der Mann, den ich 2014 am häufigsten gesehen habe.


August

Feucht-fröhliches Sommerfest. Das allererste Mal in meinem Erwachsenenleben, dass ich mich von Alkohol übergeben muss. Einprägsam.


September

Meine kleine Schwester wird 22 und ich fühl mich alt. Kurzbesuch in Dresden und ein unwillkürlicher Abschied. Noch eine Zahn-OP.


Oktober

Wider aller Planung nicht wieder angefangen zu studieren. Ich arbeite weiterhin viel. Halloween mit meiner Kollegin wird erstaunlich lustig.


November

Praktikanten-Video-Projekt auf Arbeit. Ich kann jetzt Videoschnitt. Auch die folgenden Bier-Abende mit meiner Lieblingskollegin erweisen sich als unterhaltsam, und ich weiß wieder, warum ich intelligente Menschen mag. Zunehmend frustriert es mich, den Büronachbarinnen Fremdwörter erklären zu müssen.
Dritte Zahn-OP, bei der mir ein Metallstift in den Oberkiefer gerammt und in den Knochen gebohrt wird. Dort darf er jetzt festwachsen und im neuen Jahr eine Krone bekommen.


Dezember

Einem unangenehmen Anruf folgt eine durchwachte Nacht und ein noch viel unangenehmerer Anruf am Morgen. Ein Wochenende in Dresden, bei dem mir so einiges unwirklich vorkommt. Trotz des schrecklichen Anlasses ist es schön, meine Schwestern wiederzusehen und mit ihnen auch kurz lachen zu können.
Zu Weihnachten gibt es Gänsebraten und eine Menge Schuldgefühle. Mein Sohn mag seine Oma, fragt noch tagelang nach ihr und weint zumindest nicht mehr, wenn er seine Urgroßeltern sieht.


Fazit

2014 war kurz, anstrengend und kalt. Zurück bleibt der Eindruck, im nächsten Jahr müsste alles besser werden. Mein Sohn hat viele Fortschritte gemacht, ich wenige. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, froh über alles Erlebte und Gelernte und ein wenig unsicher ob der Zukunft.

Und hier sind sie nun, die guten Vorsätze für 2014:
1. Weiterstudieren
2. Geld sparen
3. Mit meinem liebreizenden Kleinkind auf Reisen gehen und sein Tanten besuchen.
4. Ein tragbares Kleidungsstück fabrizieren. Alles außer Schals zählt.

P.S. Alles Gute zum Geburtstag. Du wirst so schnell nicht vergessen.

Kommentare:

  1. Hmm... meinen Beitrag hat es wieder gelöscht, glaub ich. Buh!

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    1. Fühl dich kopfgetätschelt und herzlichst gedrückt, du Leidgeplagter.

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