Freitag, 3. Oktober 2014

TGIF - Was tun, wenn man plötzlich Zeit hat?

Da ist er endlich - mein erster freier Nachmittag seit gefühlten Jahrzehnten. In Echt waren es vier Wochen, in denen ich zwischen Arbeit und Kind gependelt bin. Aber nicht heute! Le Monsieur hat sich bereit erklärt, den nachmittäglichen Spaziergang zu übernehmen und mich faul zu Hause auf der Couch zurückzulassen.

Da mir die in jahrelangem Studentendasein mühsam antrainierte Prokrastination irgendwie nicht mehr so recht gelingen möchte, habe ich mich entschieden, die Zeit mit der größten mir möglichen Sinnlosigkeit zu verbringen: Handarbeiten.

Ich habe mir, nach neu aufgeflammter Strick- und Häkelwut inklusive Wollehorten nun das Nähen vorgenommen, das ich vor mittlerweile locker acht Jahren mehr oder weniger entnervt aufgegeben hatte. Aber man wird alt, weise und langweilig, noch dazu ein bisschen öko und Mutter; allesamt hervorragende Voraussetzungen zum Handarbeiten, besonders wenn es um Kinderkleidung geht, die neu gut und gerne mal einen kleinen Urlaub im Jahr verschlingt.


Daher also nun der erste Versuch, auf meiner kleinen Nähmaschine ein vernünftiges Kleidungsstück zu fabrizieren - eine kurze "Probefahrt" mit einer Filztasche war durchaus erfolgreich.

Während das Mausebalg und der erschöpfte Vater ihr Mittagsschläfchen machen, hab ich mir schon mal Modell (Spielhose) und Stoff (Ärmel des alten 1-€-Flohmarkt-Pullovers für die Beine, gepunkteter Jersey für's Bündchen) rausgesucht, beides passend zugeschnitten und dafür heimlich Maß am schlafenden Kind. Großzügig aufrunden für den Bauch.

Und so wird der Pullover zur Hose:

An den Beinen, also Ärmeln, die Nähte nach außen legen und innen bis zur Schritthöhe einschneiden. Ärmelbund abschneiden.

(Darunter sieht man noch die "Vorlage", eine einfache Hose)
Die Beine sind etwas lang, aber da noch ein Bündchen dazukommt, muss man sie nicht umkrempeln und die Hose passt dafür eine  Weile länger. Oben fehlt im Vergleich zum Original ein Stück (so breite Arme hab ich schließlich nicht), dort wird ebenfalls ein Bündchen dazukommen.

Die beiden Beine werden an den aufgeschnittenen Innenseiten zusammengenäht; die Bündchen werden zu Schläuchen genäht, umgeschlagen und beim Annähen leicht angezogen, damit sie straffer sitzen als der Rest der Hose.

Und fertig:


Das Foto wird geupdatet, sobald das Licht besser ist und das Balg die Hose anprobiert hat.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem ersten sinnvollen Versuch an der Nähmaschine, auch wenn ein, zwei Nähte schief sitzen und ich am Hosenbund nachbessern musste.

Kommentare:

  1. nice - wusste gar nicht, dass du nähen kannst. das ist mal ne sinnvolle freizeitausgestaltung. und gut sieht es obendrein aus :)

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  2. Ich bin halt wahnsinnig talentiert :-D

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