Donnerstag, 23. September 2010

Und jetzt eine traurige Ballade über... Afghanistan.

Aus den Untiefen meiner Kritzeleien und wirren Gedanken ;-) Entstanden nach übermäßigem Alkoholgenuss und in Wut über jemanden, der mir sagte, meine Gedichte seien nicht gesellschaftskritisch genug.
Gesellschaftskritik am Arsch. Fick den Dackel!

Genug der Insiderwitze.


via: taz

Alle versuchen immer, zu berühren, aufzurütteln, Erkenntnisse zu wecken mit ihren Scheißgedichten über den Krieg oder die Umwelt oder DEN KONSUM, wer ist das eigentlich, der Konsum, bei dem man die letzte Silbe abfällig betonen und künstlich verlängern muss, um seine Abscheu auszudrücken, denn DER KONSUUUM ist böse.

Alle wollen immer ernstgenommen werden, wie sie da stehen in ihrer alternativen Einheitskluft, mit zerwühltem Haar, damit es aussieht, als seien sie gerade aus dem Bett gefallen, abends um neun, mit ihren abgewetzten Jeans, die früher speckig und heute stonewashed heißen, mit ihren coolen T-Shirts, auf denen Indie-Bandlogos abgebildet sind oder total aufwühlende Bilder und Sprüche, oder am besten was japanisches.

Niemand kann wirklich japanisch, aber es ist total INDIE, japanisch zu können.
Alle lesen immer, als wäre es ihnen egal, ob das Publikum sie versteht, nein eigentlich, als wäre ihnen gar nicht bewusst, dass eben keiner was versteht, wie die Scheiß-FAZ, dabei haben sie zu Hause vor dem Spiegel geübt, haben am Computer stundenlang an ihren Scheißgedichten gefeilt, um auch genug Fremdwörter zu benutzen.

Und trotzdem gehe ich wieder hierher.

Stelle mich auf diese Bühne.

Schreie meine eigenen Scheißgedichte hervor, die ich am Abend zuvor mit einer Flasche Wodka ausgekotzt habe.

Rede von Drogen und Tod und Exkrementen.

Gehe glücklich nach Haus in dem Bewusstsein, dass man mich doof findet.

5 mal kommentiert:

  1. Deine gehaltvolle Wut ist so herrlich erfrischend, eine echte Bereicherung dieser sterbenslangweiligen Blogwelt mit ihrem zum Kotzen abartigen Einheitsbrei.

    Liebe Grüße,
    Lucia

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  2. ja ja... und jeder, wirklich jeder idiot hat heute seinen eigenen blog. vollkommen unnötig das alles hier!

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  3. Und wirklich jeder muss immer alles kommentieren. Eklig, das Internet.


    Danke, Lucia :) Das Gleiche könnte ich über deine Blogs sagen - nur auf andere Art und Weise ;)

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  4. weil jeder wichtig ist, hat jeder auch einen blog. ich habe keinen. bin ich jetzt nicht wichtig? mist.

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  5. Schätzchen, ich bin mir selbst wichtig. Und das ist das Einzige, was in einer Selbstbeweihräucherung wie einem Blog zählt. Es ist nicht viel bedeutungsvoller als ein billiger Internetporno.

    Aber wie schön, dass du einen anderen Lebensinhalt gefunden zu haben scheinst - anderen auf unglaublich humorvolle Art und Weise vorhalten, wie unwichtig sie sind. Wow, das hat vor dir auch noch keiner gemacht.

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