Samstag, 23. Juli 2016

Samstagskaffee - Woche #28




Auch diese Woche mache ich einen Bogen um all die furchtbaren Nachrichten in der Welt - wenn diese Würstchen eines bereits genug haben, dann doch Aufmerksamkeit. Davon abgesehen hasse ich Spekulationen. Und Idioten sowieso.





Diese Woche waren Herr F. und ich am Cospudener See. Die letzte Woche Urlaub der Tagesmutter neigt sich dem Ende zu. Darauf folgt die letzte Woche mit der Tagesmutter überhaupt, bevor es heißt: Kindergarten Ahoi! Wer weiß, was uns da erwartet. Ich hoffe auf Sauberwerden und Abschied vom Schnuller.

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Donnerstag, 21. Juli 2016

Unterwegs: Ein Tag am See



Herr F. und ich waren am Cospudener See. Er ist nicht der Schönste im Leipziger "Neuseenland", aber der erreichbarste von unserem Haus aus - mit Bus und Straßenbahn ist man in gerade mal 20 Minuten am Strand.

Früher bin ich oft mit dem Fahrrad durch die Seenlandschaft gefahren, durch Wald und Wiese, vorbei an riesigen Industriedenkmälern, an weidenden Auerochsen, an den Apelsteinen. Dann habe ich mich abseits des Trubels ans Ufer gesetzt, in die Böschung, wo es keinen Sand, aber Badestege und Ruhe gibt. Heute sitze ich am Sandstrand in der Sonne und baue Matschburgen, wische Tränchen und Schlammspritzer aus Kinderaugen, krame ständig Sonnencreme, Apfelstückchen, Wasser, Sandförmchen, Feuchttücher aus der Tasche, esse Eis- und Pommesreste auf, verscheuche Fliegen und versuche einem zappeligen Kleinkind zu erklären, warum er mittags wenigstens eine halbe Stunde unter dem schattigen Sonnenschirm sitzen soll und warum Mamas Augen ständig zufallen.




Nett war es trotzdem, und fühlte sich sogar ein klein wenig wie Erholung an. Nur ein Cocktail mit viel Eis und Schirmchen hat gefehlt.

Samstag, 16. Juli 2016

Samstagskaffee - Woche #27



Hiobsbotschaften - schnell und bequem verfügbar am Frühstückstisch. Wenn ich morgens aufstehe, lese ich Nachrichten, und irgendwie macht das dieses Jahr so gar keinen Spaß. All die Toten, all die politischen Verwirrungen - die ganze Welt scheint 2016 unbedingt die Erde in die Luft jagen zu wollen.



Ich hatte eine nette Woche. Herr F. und ich waren in Merseburg, um uns den berühmten Dom anzusehen. Und eine der ältesten Städte Mitteldeutschlands. Gemütlich war es, und eine Bratwurst auf Kleinstadtmarktplätzen in wackeligen Klappstühlen lässt immer irgendwie Urlaubsfeeling aufkommen.

Und jetzt: Heute ist CSD. Geht raus! Geht feiern! Bringt ein bisschen Farbe in den Trübsinn!
Mittwoch, 13. Juli 2016

Unterwegs: Merseburg

Die letzte Prüfung liegt hinter mir, und in den Augen der Leute, die gern über "faule Studenten" reden, habe ich jetzt Semesterferien. Natürlich sind Ferien keine Ferien, sondern Zeit, eine schöne lange Hausarbeit zu schreiben, Zeit, mehr zu arbeiten, weil man das Geld so dringend braucht, und vor allem Zeit mit einem Dreijährigen, dessen Tagesmutter zwei Wochen in Italien am Strand liegt. Gut, dass so ein Dreijähriger auch mit Geschichte und Kultur zufrieden ist, und wenn Mitteldeutschland etwas hat, dann doch Geschichte und Kultur! Die Mission lautet: So weit das Semesterticket trägt. Es ist erschreckend, dass ich acht Jahre in Leipzig wohne und vom Umland quasi nichts kenne. Da schämt man sich ein bisschen, wenn man Vorlesungen in der Sächsischen Landesgeschichte belegt.



Wir waren also in Merseburg. Von Leipzig aus ist die Anreise auch im üblichen Sommerchaos der LVB (Kommt der SEV? Kommt er nicht? Was ist ein SEV?!) relativ unproblematisch mit der Linie 131 (Jaaaa, die, die zu Ikea fährt) vom Hauptbahnhof möglich und dauert leider eine ganze Stunde, obwohl die Stadt wirklich nicht weit weg ist. Besichtigt wurden natürlich Dom und Schloss (im Bild) samt Kulturhistorischem Museum.

Herr F. hatte leider ein bisschen Angst vor Totenschädeln, und ich muss zugeben, als einzige Besucher in einem beengten Kellergewölbe stehen, mit dramatisch ausgeleuchteten menschlichen Gebeinen um sich, das ist schon speziell. Ich hätte mir die Schädel und das Grab trotzdem gerne näher angesehen, wurde aber mit einem panischen "Weiter, weiter! Nicht gucken!!!" aus der Frühen Siedlungsgeschichte gerissen.

Außer Dom, Schloss und diversen Überresten der Stadtmauer gibt es in Merseburg allerdings nicht so wahnsinnig viel zu sehen. Das Übel, das die meisten Städte mit weit zurückreichender Geschichte verfolgt, ist, dass sie meistens recht wenig mehr als das zu bieten haben. Die relativ leeren Straßen zwischen all den schönen, sanierten Fassaden erinnerten mich stark an Görlitz: Man geht gern durch und guckt und staunt und das Historikerherz lacht, aber wohnen kann man dort nicht.

Die nächsten Ziele, die wir uns vorgenommen haben, sind unter anderem Querfurt, Altenburg, natürlich Halle und dann auch wieder heimatlichere Gefilde, die Sächsische Schweiz.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Hörspiele für (Klein)kinder

Ich bin ein schrecklich schlechter Vorleser. Nach drei Sätzen fange ich an zu gähnen, ich habe keine Lust, Stimmen zu imitieren, die meisten Kinderbücher sind schlecht geschrieben und für meinen Geschmack zu "dumbed down". Herr F. dagegen ist leidenschaftlicher Bücherfreund und Zuhörer, und man muss zu jeder Tages- und Nachtzeit damit rechnen, dass einem plötzlich mit treuem Blick eines von tausend Pixi-Büchern in die Hand gedrückt wird: "Kannst du mir das bitte vorlesen?"

via wandtattoos.hoferfotos.at

Umso schöner, dass Spotify eine ganze Stange Kinderhörspiele auf Lager hat, die auch für einen Dreijährigen schon geeignet sind. Nach dem dritten oder vierten Buch kommt also meistens die Frage "Soll ich dir nicht lieber ein Lied anmachen?"


  • Bibi Blocksberg. Ein Klassiker der Kinderhörspiele, zeitlos witzig und ein unerschöpflicher Quell an Insiderwitzen meiner Schwestern. Joachim! Bibi und Tina mag ich auch sehr, Benjamin Blümchen dagegen gar nicht. Hexen okay, aber ein sprechender Elefant!?
     
  • Wickie. Seit sein Opa ihm eine Wickie-Spielesammlung geschenkt hat, ist das Kind großer Wikingerfan. Sowohl die (alte) Zeichentrickserie als auch Bücher haben es ihm angetan. Hörspiele gibt es auch, eine alte und eine neue Version.
     
  • Käpt'n Sharky. Mit den Wikingern kommen auch die Piraten in Mode, so ist das. Käpt'n Sharky finde ich eigentlich ganz niedlich, die Geschichten sind unterhaltsam und nicht nervtötend kreischig.
  • Der Traumzauberbaum. Noch so ein Klassiker - zu meiner Zeit noch auf Schallplatten, bei meinen Großeltern. Wenn die Seite zu Ende war, musste man in die Küche schleichen und Oma bitten, die Platte zu drehen. Vorher wurde immer der Staub mit einer speziellen Bürste abgewischt. Herr F. bevorzugt leider die neueren Traumzauberbäume mit Traumläusen und Hochzeitspferden, die mich furchtbar nerven.
     
  • Mimmelitt, das Stadtkaninchen. Auch von Reinhard Lakomy, von 1984. Die Handling ist ein wenig dürftig, aber die Lieder sind kindgerecht und witzig.
     
  • Feuerwehrmann Sam. Welches Kind möchte nicht Feuerwehrmann werden? Wir laufen jeden Morgen einen kleinen Umweg, um die Feuerwache zu passieren und zu sehen, ob ein Löschwagen draußen steht. Feuerwehrmann Sam ist darauf ausgerichtet, Kindern den richtigen Umgang mit Gefahrensituationen beizubringen, ohne zuuuu belehrend zu sein. Die Erwachsenen sind alle Trottel, was mich meistens ein bisschen nervt, aber eigentlich macht es auch Spaß, über sie zu lachen.
     
  • Tabaluga. Das habe ich als Kind stundenlang gehört, und ich kann bis heute die Alben auswendig. Alle Alben. Auch die, die lange nach meiner Kindheit erschienen sind. Ähem. Es ist jedenfalls eine sehr schöne Geschichte. Für Kinder.
     


Ebenfalls sehr putzig finde ich Ritter Rost, der Herrn F. aber "zu laut" war. Der ist wohl eher für ältere Kinder geeignet.

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